Erste Projekte in Afrika

Stecker von Lapp

Bild 4 - Simon Krüner verlässt sich für die Verkabelung der Sinn-Power-Generatoren auf Kabel und Stecker von Lapp (Quelle: Sinn Power)

Die ersten Anfragen für die Wellenkraftwerke kommen aus Afrika, wo viele Menschen in der Nähe der Küsten wohnen und die Stromversorgung oft schlecht ist. Auf den Kapverden konnte Sinn Power bereits die ersten Schritte in Richtung eines kommerziellen Einsatzes ihres Wellenkraftwerks machen. Dort soll voraussichtlich ab 2021 der Strom für eine Shrimpfarm aus den Wellen kommen. Interesse hat auch ein Firmenkonsortium aus dem Vereinigten Königreich und Israel. Für dieses führt Sinn Power in Conakry, einer Hafenstadt in Guinea, eine Machbarkeitsstudie zum Bau eines Wellenkraftwerks zur lokalen Versorgung durch. Erste Messungen untermauern bereits, welche Vorteile eine Kombianlage in Conakry hätte: In der Regenzeit in den Monaten Mai bis September steigt die Energiedichte aus den Wellen, genau dann, wenn Sonnen- und Windenergie abnehmen.
P. Sinn ist nicht der erste, der auf die Idee kam, die Energie der Meereswellen zur Stromerzeugung zu nutzen. Frühe Versuche gab es bereits im 18. Jahrhundert. Allesamt haben sie sich nicht durchgesetzt, weil sie technisch zu aufwendig und letztlich zu teuer waren. Als Grund dafür, dass dies bei Sinn Power anders ist, nennt J. Stuck: „Wir haben ein modulares Konzept, das sich kostengünstig auf beliebige Größen skalieren lässt.“ Wettbewerber bauen ihre Wellenkraftwerke – meist aus großen, schweren Teilen und nicht skalierbar – in Schiffswerften und schleppen sie an den Einsatzort. In vielen Küstenregionen dieser Welt gibt es für solche Vorhaben keine entsprechende Infrastruktur. Sinn Power dagegen baut die Module vor Ort zusammen. Eine Zulassung vom hanseatischen Lloyd benötigt die Anlage trotzdem, denn laut Gesetz handelt es sich um ein verankertes Schiff. In nur drei Jahren habe sein Unternehmen alle Wettbewerber technologisch überholt und sei nun Marktführer, so P. Sinn, „obwohl die Wettbewerber über Jahrzehnte zigfache Mittel investiert haben“. Die zentralen Merkmale des Konzepts seien mittlerweile auch mehrfach patentiert.

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