Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

Foto von Jan-Philipp Liersch mit dem Melfa-FR-Roboter

Jan-Philipp Liersch mit dem Melfa-FR-Roboter, den es je nach Modell mit Reichweiten bis zu 1 504 mm und einer Traglast von 2 kg bis 20 kg gibt (Quelle: VDE VERLAG)

Foto von der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

Mit der integrierten Sicherheitslösung Melfa Safeplus können Roboter und Bedienpersonal zusammenarbeiten (Quelle: VDE VERLAG)

Ein weiteres Simulations-Tool aus Ihrem Hause ist Melfa Works. Was unterscheidet es von der RT Toolbox?

J.-P. Liersch: Melfa Works richtet sich speziell an Kunden, die bereits mit dem Konstruktionsprogramm Solid Works arbeiten. Ohne Programmierkenntnisse können damit alle Positionen eingelernt und in einem Programm abgespeichert werden. Am PC-Monitor zeigt der Konstrukteur dem Roboter per Cursor in einer 3D-Simulation an, wohin er wann fahren muss. Diese Anfahrpunkte werden gespeichert, das entsprechende Programm wird automatisiert geschrieben. Zusätzlich kann die Software Trajektoren generieren, sodass der Roboter auch an Ecken und Kanten entlangfahren kann. Somit entfallen Kosten zum Einlernen des Roboters und die Inbetriebnahme kann deutlich schneller erfolgen. Da Melfa Works und RT Toolbox eng miteinander verknüpft sind, lässt sich das automatisch generierte Programm direkt auf den realen Roboter laden.

Welche Sicherheitskonzepte bedienen Sie bei der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter?

J.-P. Liersch: Da wäre zu allererst Melfa „SafePlus“ zu nennen. Damit können Roboter in einem streng vorgegebenen Bewegungsrahmen weiterarbeiten, während der Mitarbeiter die Roboterzelle betritt. Die Lösung verfügt über drei wesentliche Sicherheitsfunktionen. „Safe limited speed (SLS)“ beschränkt die maximale Geschwindigkeit des Roboters auf weniger als 250 mm/s. „Safe limited range (SLR)“ verhindert, dass der Roboter in den Arbeitsbereich des Mitarbeiters innerhalb der Arbeitszelle hineinfährt. Die Funktion „Safe torque range (STR)“ kontrolliert die Geschwindigkeit sowie die Bewegung des Roboters und überwacht dabei permanent das Drehmoment in den Robotergelenken. Außerdem sind die Controller der F-Serie mit den Funktionen „Safe Torque Off“ und „Safe Stop“ ausgestattet, die sorgen dafür, dass sich der Roboterantrieb im Fehlerfall sofort selbstständig ausschaltet und der Roboter anhält. Dank Melfa „SafePlus“ können Mensch und Roboter nebeneinander in derselben Produktionslinie agieren.

Neben der Kooperation gibt es ja auch noch die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Wie sieht die Lösung von Mitsubishi Electric auf diesem Gebiet aus?

J.-P. Liersch: Wir arbeiten aktuell an der Entwicklung alternativer Konzepte zur Mensch-Roboter-Kollaboration. Eine innovative Neuerung dazu werden wir Ihnen und unseren Kunden in Europa auf der SPS IPC Drives vorstellen.

Wo sehen Sie noch Entwicklungspotenzial für Ihre Robotertechnologie?

J.-P. Liersch: Als global operierende Firma muss Mitsubishi Electric seinen Kunden weltweit die passende Automatisierungslösung inklusive der entsprechenden Komponenten anbieten können. Dementsprechend müssen und wollen wir unser Produktportfolio ständig weiterentwickeln und immer wieder nach Lösungen suchen, die es unseren Kunden erlauben, neue Märkte zu erschließen. So haben wir in den letzten Jahren unter anderem speziell auf den Pharma- und den Lebensmittelbereich zugeschnittene Lösungen auf den Markt gebracht, die die dort herrschenden hohen Anforderungen an Hygiene und Sterilität erfüllen. Neben der schon angesprochenen MRK-Lösung wollen wir unser Portfolio mit besonders einfachen Robotern nach unten abrunden und dem Anwender damit den Einstieg in die Robotik erleichtern.

Bei der Entwicklung applikationsspezifischer Lösungen setzen wir auch stark auf unsere „e-F@ctory-Alliance“. Darauf werden wir auf der diesjährigen SPS IPC Drives wieder stark eingehen. Beispiele für die exzellente Zusammenarbeit sind die Integration der Sicherheitssensorik von Datalogic und Vision-Lösungen von Cognex, die Delta- Roboter von Codian für High-Speed-Pick-and-Place oder die modulare Roboter- und Automations-Simulations-Software von Visual Components. (no)

Frank Nolte, etz-Redaktion
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