Fertig bearbeitet und konfektioniert
Eine Bearbeitung der Gehäuse – etwa das Einbringen von Bohrungen für die Anschlusstechnik – wurde aus Effizienzgründen gleich zum Schaltschranklieferanten Rittal verlagert. Für mechanische Nachbearbeitung ist in Großserien keine Zeit. Der Schaltanlagenbauer setzte daher auf Rittal als starken Partner, der die Schränke fertig bearbeitet und konfektioniert zur Verfügung stellen kann. Die Kompaktschränke kommen daher schon mit den zahlreichen Bohrungen in der Seitenwand des Gehäuses bei Beckhoff an. „Es war eine spannende Zeit, als wir mit der Serienfertigung angefangen haben“, sagt M. Gretenkord, „meine Kollegen und ich sind mit unseren Schreibtischen in die Fertigungshalle gezogen, um jederzeit alles im Griff zu haben und schnelle Entscheidungen zu treffen.“ Jeder Arbeitsschritt – vom Montieren der Komponenten auf der Montageplatte über das Verdrahten der Komponenten bis hin zum Einbau der bestückten Montageplatte in den Schaltschrank – wurde in der Fertigung optimiert (Bild 2). Und dabei wurden jeweils verschiedene Optionen geprüft. „Wir haben beispielsweise auch eine Inselfertigung in Betracht gezogen, bei der alle Arbeitsschritte an einer Stelle geschehen“, nennt M. Gretenkord ein Beispiel: „Das hat sich aber nicht als praktikabel erwiesen, da die Fertigung sofort ins Stocken gerät, wenn ein Teil nicht rechtzeitig zur Verfügung steht.“ (Bild 3).
Bei der Optimierung wurden nicht nur die internen Abläufe betrachtet, sondern auch die verwendeten Komponenten. So zeigte sich etwa, dass die Stelle des Erdungsbolzens in den KX-Gehäusen bei den eingebauten Komponenten nur schwierig zu erreichen war. „Rittal konnte die Erdungsbolzen innerhalb des Gehäuses an einer anderen Stelle platzieren“, lobt der Projektleiter die kooperative Zusammenarbeit und er betont auch, wie groß das Vertrauen zu dem Lieferanten ist: „Das musste alles sehr schnell gehen. Wir haben die Prototypen mit dem geänderten Erdungsbolzen getestet und gleichzeitig schon die Produktionsaufträge bei Rittal platziert.“
Über 24000 Gehäuse
Im Rahmen des vor einigen Jahren gestarteten Projekts hat Beckhoff inzwischen über 24 000 seiner Controlboxen gefertigt und ausgeliefert – besonders beeindruckend, da sich dies in ein Saisongeschäft mit jeweils nur wenigen Produktionswochen aufteilt (Bild 4). Insgesamt mehr als 30 verschiedene Prüfmaschinen konnten die Steuerung einsetzen – ein klarer Beweis dafür, wie gut das ursprüngliche Konzept ist. Um die engen Zeitpläne einhalten zu können, ist die Lieferfähigkeit ein sehr wichtiger Punkt. Immerhin musste Rittal mehrere hundert Schaltschränke pro Woche zuverlässig bereitstellen. „Die Flexibilität in der Zusammenarbeit mit Rittal – gemeinsam mit den anderen entscheidenden Lieferanten des Projekts – war ausschlaggebend. Dadurch waren projektspezifische Anpassungen des Schaltschranks erst möglich“, bilanziert M. Gretenkord. „Wir haben daraus auch eine ganze Menge gelernt, sodass wir jetzt unsere größeren Projekte noch sicherer und effizienter umsetzen können. So haben wir unseren Schaltschrankbau insgesamt sehr innoviert.“

