Feedback zu XPlanar

Abbild des Twincat Track Management

Bild 8: Mit dem Twincat Track Management ist komfortabel und kollisionsfrei auch eine völlig freie Mover-Positionierung an Wartezonen (1 bis 3) oder Bearbeitungsstationen (1 bis 8) möglich (Quelle: Beckhoff Automation, XPlanar)

„XPlanar“ wurde auf der Nürnberger Fachmesse SPS IPC Drives im November 2018 erstmals gezeigt. Wie war das Feedback der Messebesucher zu dieser Innovation?

U. Prüßmeier: Das Exponat hat sehr großes Besucherinteresse geweckt und direkt viele potenzielle Anwendungen gefunden. Denn zahlreiche Anwender suchen schon seit Jahren nach einer entsprechend flexiblen Lösung für ihre Transportprobleme innerhalb der Fertigungsanlagen. Dazu ein Beispiel aus dem Lebensmittelbereich: Bei der Produktion von hochwertigen Süßwaren gibt es immer leichte Abweichungen zum Beispiel hinsichtlich der Farbe des Schokoüberzugs. Das ist an sich nicht problematisch, insofern kein Unterschied in der einzelnen Packung auftaucht. Bei einer Produktion von 100 Pralinen pro Minute ist es allerdings nicht einfach, auf konventionelle Weise jeweils zehn gleichfarbige Produkte für jede Packung ­auszuwählen. Dazu müssten zahlreiche Pick-and-Place-Roboter alle Pralinen prüfen und passend sortieren, was allerdings viel Zeit, Stellfläche und Durchsatzgeschwindigkeit kosten würde. Mit den auf einer Fläche individuell steuerbaren Planarmovern lässt sich dies viel effizienter lösen. So können sich die eine Praline transportierenden Mover am Ende der Produktionsanlage einfach entsprechend der passenden Farbnuance sortieren. Oder im Fall eines für den Transport ganzer Schachteln konzipierten Movers wird für die Produktaufnahme automatisch immer der Ausstoßpunkt der Anlage mit der passenden Schokoladenfarbe angesteuert. Beides ist deutlich schneller und vor allem platzsparender realisierbar als beispielsweise die erwähnte Roboterlösung.

Gibt es weitere aktuelle Beispiele, bei denen die hohe Flexibilität von „XPlanar“ entscheidend ist?

U. Prüßmeier: Es gibt bereits konkrete Anfragen aus der Laborautomatisierung, für die eine maximal flexible Analyse von besonderem Interesse ist. Zwar werden die Proben größtenteils auf die gleichen Inhaltsstoffe untersucht, aber im Sinne der individualisierten Diagnostik muss man auch bestimmte seltene Analysen durchführen können. Mit „XPlanar“ lassen sich auch mit den Methoden der Massenanalytik sehr gut individualisierte Proben ziehen und zum Beispiel durch das einfache Ausschleusen bzw. Ersetzen einzelner Proben zusätzliche Vorteile für die Qualitätssicherung generieren. Und in der Kosmetik­industrie besteht ebenfalls ein entsprechender Bedarf. So sollen in einem konkreten Anwendungsfall Duftstoffe in kundenspezifisch auswählbaren Flakons abgefüllt sowie individuell bedruckt und verpackt werden.

In welcher Hinsicht unterscheiden sich die beiden Transportsysteme „XPlanar“ und XTS in der Anwendung?

U. Prüßmeier: Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist, dass „XPlanar“ ohne mechanische Führungsschiene für die Mover auskommt und somit die erwähnte höhere ­Flexibilität in der Bewegung bietet. Diese mechanische Zwangsführung ist aber gleichzeitig auch ein Vorteil von XTS. Denn verglichen mit der magnetischen Gegenkraft bei den Planarmovern ermöglicht eine Führungsschiene bei Kurvenfahrten eine deutlich höhere Dynamik und ­gerade bei sehr engen Kurven auch mit Nutzlast eine ­höhere Geschwindigkeit. Dementsprechend gibt die jeweilige Anwendung vor, welches System sich am besten eignet. „XPlanar“ und XTS ergänzen einander also ideal.

www.beckhoff.de/xplanar

Redaktion etz
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