Porträtbild von Elena Schultz, Geschäftsführerin der AMA Service GmbH

Elena Schultz, Geschäftsführerin der AMA Service GmbH: "Innovationen entstehen dort, wo Menschen, Technologien und Ideen zusammenkommen.“ (Quelle: AMA Service GmbH)

Frau Schultz, Sensorik und Messtechnik gelten als Schlüsseltechnologien für Automatisierung, Digitalisierung und KI-Anwendungen. Wie bewerten Sie aktuell die Stimmung in der Branche?

E. Schultz: Die Stimmung ist differenziert – aber insgesamt bemerkenswert konstruktiv und klar nach vorne gerichtet.

Natürlich erleben wir wirtschaftlich anspruchsvolle Rahmenbedingungen: Investitionen werden genauer geprüft, Entscheidungen dauern länger und viele Industrien stehen unter erheblichem Transformationsdruck. Gleichzeitig beobachten wir eine interessante Entwicklung: Unternehmen investieren selektiver und dadurch gewinnen Technologien an Bedeutung, die unmittelbar Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Zukunftssicherheit sichern. Und genau dazu gehören Sensorik, Mess- und Prüftechnik.

Denn unabhängig davon, ob wir über Automatisierung, Energieeffizienz, KI oder industrielle Resilienz sprechen, am Anfang steht immer die Fähigkeit, Prozesse präzise zu verstehen und richtige Entscheidungen zu treffen. Deshalb erleben wir keine Innovationspause.

Im Gegenteil: Die Branche investiert fokussierter und häufig mit größerer strategischer Tiefe als in klassischen Wachstumsphasen.

Gerade in diesem Umfeld zeigt sich auch die Stärke spezialisierter Branchenplattformen: Wenn Märkte anspruchsvoller werden, gewinnen fachliche Tiefe, technologische Relevanz und belastbare Netzwerke an Bedeutung.

Welche technologischen Entwicklungen prägen die Sensor- und Messtechnik derzeit am stärksten: Miniaturisierung, KI-Auswertung, Edge Computing, Wireless-Technologien, Condition Monitoring oder ganz andere Themen?

E. Schultz: Wir erleben derzeit eine Phase hoher technologischer Verdichtung, in der mehrere Entwicklungen gleichzeitig industriell wirksam werden. Miniaturisierung bleibt ein wesentlicher Treiber – Sensoren werden leistungsfähiger, integrierter und effizienter. Parallel verändert künstliche Intelligenz die Branche grundlegend: Sensorik endet heute nicht mehr bei der Erfassung – sie wird Teil intelligenter industrieller Systeme. Edge Computing verlagert Datenverarbeitung näher an den Entstehungsort.
Wireless-Technologien schaffen neue Freiheitsgrade. Condition Monitoring entwickelt sich zu einem strategischen Instrument industrieller Optimierung.

Bemerkenswert ist dabei vor allem ein Perspektivwechsel: Die Branche denkt immer weniger in Einzelkomponenten und zunehmend in Systemen. Aus Sensoren entstehen intelligente Architekturen. Aus Daten entstehen Entscheidungen. Und aus Technologie entsteht messbarer wirtschaftlicher Mehrwert.

Was dürfen Besucherinnen und Besucher der Sensor+Test 2026 erwarten? Gibt es Neuerungen oder Besonderheiten gegenüber früheren Veranstaltungen?

E. Schultz: Die Sensor+Test 2026 wird noch fokussierter, anwendungsnäher und gleichzeitig technologisch stärker vernetzt. Wir haben Formate weiterentwickelt, Themen gezielter gebündelt und den Austausch zwischen Ausstellung, Fachforum und wissenschaftlichen Kongressen noch enger verzahnt.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten 2026 unsere Condition Monitoring Area und die Calibration Area. Hinzu kommen Fachforen, Kongresse und zahlreiche Möglichkeiten zum direkten Austausch. Was uns dabei besonders wichtig ist: Wir möchten Technologien nicht isoliert zeigen.

Wir wollen sichtbar machen, wie Innovation tatsächlich entsteht – im Zusammenspiel aus Forschung, Entwicklung, Anwendung und persönlichem Dialog. Die Sensor+Test soll ein Ort sein, an dem neue Ideen nicht nur sichtbar werden, sondern in den Austausch mit Industrie, Forschung und Anwendung treten. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvolleren Zeiten sehen wir sehr deutlich, dass hochspezialisierte Fachmessen an Bedeutung gewinnen. Unternehmen suchen weniger Breite, sie suchen Relevanz.

Unsere konsequente Fokussierung auf Sensorik, Mess- und Prüftechnik schafft genau diesen Raum: für technologische Tiefe, konkrete Anwendungen und Innovation mit Substanz. Und genau daraus entsteht oft der Boden, auf dem neue Entwicklungen wachsen.

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