Typische Anforderungen in hochdynamischen Anwendungen

Abbildung von Schraubanwendungen mit definierten Drehmomenten

Bild 03: Hochpräzise Schraubanwendungen mit definierten Drehmomenten sind typische Servo-Applikationen, in denen die Drive-Controller zum Einsatz kommen. (Quelle: Sieb & Meyer)

Abbildung von  Leistungsbereich werden High-Speed-Motoren mit den Drive-Controllern

Bil 04: Im hohen Leistungsbereich werden High-Speed-Motoren mit den Drive-Controllern unterstützt. (Quelle: Sieb & Meyer)

Hauptunterscheidungsmerkmale beziehungsweise Gemeinsamkeiten von Servoverstärkern und Frequenzumrichtern

Bild 02: Hauptunterscheidungsmerkmale beziehungsweise Gemeinsamkeiten von Servoverstärkern und Frequenzumrichtern (Quelle: Sieb & Meyer)

In den Applikationen, die bei Sieb & Meyer im Fokus stehen, ist das keine Option. Denn um die notwendigen Systemeigenschaften zu erreichen, sind hard- und softwareseitig keine Kompromisse möglich. „Wir bewegen uns im Hochgeschwindigkeitsbereich und dafür benötigen wir entsprechendes Messequipment in den Geräten und dynamische Regelungstechnik“, erläutert T. Blankenburg. „Das bedeutet, wir brauchen das, was den Servoverstärker eigentlich per se ausmacht, auch für unsere Frequenzumrichter-Anwendungen. Und weil wir in beiden Bereichen diese hohe Performance benötigen, ist eine hardwareseitige Unterscheidung beider Komponenten in unserer Nischenanwendung nicht sinnvoll.“

Typische Anwendungen für Servoverstärker aus dem Sortiment von Sieb & Meyer bewegen sich in einem Leistungsbereich von 7 kW bis 8 kW. Ein Charakteristikum dieser hochdynamischen Applikationen sind ihre Lastspitzen. Deshalb verfügt die Endstufe bei den kleineren Drive-Controllern über eine hohe Überlastfähigkeit. Das kommt der Servo-Applikation zugute (Bild 3), wird im Frequenzumrichter aber nicht benötigt. Bei den größeren Leistungsklassen wird auf die hohe Überlastfähigkeit verzichtet, weil das Unternehmen dort keine typischen Servo-Anwendungen bedient. Stattdessen werden im hohen Leistungsbereich High-Speed-Motoren – also typische Frequenzumrichter-Anwendungen – mit den Drive-Controllern unterstützt (Bild 4). Diese Applikationen erfordern einen hohen Nennstrom, jedoch nur einen geringfügig höheren Spitzenstrom. 

„Unsere kleinen Geräte zeichnen sich durch ein hohes Nenn- zu Spitzenstromverhältnis aus“, erklärt T. Blankenburg. „Die Bandbreite wird dann mit steigender Leistung immer geringer. Diese Spezifikation deckt sich mit den Anforderungen der Frequenzumrichter- und Servo-Applikationen unserer Kunden. Natürlich gibt es auch Servo-Anwendungen von 100 kW und höher, aber das ist dann wieder eine andere Nische, die aktuell nicht von uns bedient wird.“

Der Anwender profitiert von reduzierter Gerätevielfalt

Mit dem Konzept des Drive-Controllers wird die Komponentenvielfalt  auch bei den Anwendern reduziert. Der Anwender erhält einen hocheffizienten Hochgeschwindigkeits-Frequenzumrichter, der die Eigenschaft eines Servoverstärkers bereits mitbringt. Entsprechend kann dieselbe Hardware beispielsweise in einer Werkzeugmaschine für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung für die Bearbeitungsspindel als auch die Bewegungsachsen eingesetzt werden. Das reduziert die Hersteller- und Gerätevielfalt ebenso wie Anzahl der vorzuhaltenden Ersatzteile. „Gerade in einer Werkzeugmaschine hat man eigentlich immer beide Welten“, erklärt T. Blankenburg. „Für die Bearbeitungsspindel habe ich den Frequenzumrichter, für die Bewegungsachsen Servoverstärker. Und mit unseren Drive-Controllern können beide Applikationen optimal bedient werden.“                                                                                                                                                                                                                          

Literatur

  1. Sieb & Meyer AG, Lüneburg: www.sieb-meyer.de
Markus Finselberger ist Leiter Vertrieb Antriebselektronik bei der Sieb & Meyer AG in Lüneburg
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