Deutlich reduzierte Stillstandszeiten
Stöber hat das Sicherheitsmodul in enger Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsexperten Pilz [4] entwickelt, wobei der Fokus stets auf Praxistauglichkeit lag. „Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine weiter zu steigern, haben wir die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung sowie das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden“, so T. Lang. Das SX6 mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Damit erübrigen sich dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden.
Wir haben zudem die Abschaltpfade der Stoppfunktion STO und SS1 überarbeitet und sind mit 5 ms beziehungsweise 6 ms noch mal deutlich schneller geworden“, ergänzt T. Lang. „Diese geringen Worst-Case-Reaktionszeiten, die minimierten Sicherheitsabstände und vor allem die schnelle Wiederverfügbarkeit reduzieren die Stillstandszeiten erheblich und erhöhen so die Anlagenverfügbarkeit.“
Angesteuert wird das SX6 über Ethercat. Dieses setzt dabei auf das sichere Protokoll Fail Safe over Ethercat (Fsoe). Da die bestehende Ethercat-Infrastruktur genutzt wird, ist der reduzierte Verkabelungsaufwand ein wesentlicher Vorteil dieses Protokolls. „Die sichere Kommunikation erfolgt nach dem Black-Channel-Prinzip und wird gemeinsam mit der funktionalen Ethercat-Kommunikation über dieselbe Verbindung übertragen“, sagt T. Lang. Dazu kommt: Die Antriebsregler der Baureihen SC6 und SI6 absolvierten erfolgreich den Ethercat- sowie den Fsoe-Conformance-Test. Geprüft wurde die Kommunikationsschnittstelle, um die zuverlässige und herstellerunabhängige Funktionalität der unterlagerten Kommunikation sicherzustellen.
Einfaches Servicekonzept
Für den Betrieb des Sicherheitsmoduls sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Die Anwender können bestehende Antriebskonfigurationen weiter nutzen oder auf die in der Applikation eingesetzten Komponenten wechseln. In der Regel reduziert dies die Systemkosten. „Im Servicefall kann mit einer SD-Karte als Datenspeicher eine bestehende Sicherheitsprojektierung völlig unkompliziert und schnell auf andere Regler übertragen werden. Dafür sind weder spezielle Kenntnisse noch Softwaretools erforderlich“, schließt T. Lang.
Literatur
- Stöber Antriebstechnik GmbH + Co. KG, Pforzheim: www.stoeber.de
- DIN EN 61800-5-2 (VDE 0160-105-2):2017-11: Elektrische Leistungsantriebssysteme mit einstellbarer Drehzahl – Teil 5-2: Anforderungen an die Sicherheit – Funktionale Sicherheit. Berlin · Offenbach: VDE VERLAG
- DIN EN ISO 13849-1:2023-12: Sicherheit von Maschinen – Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen – Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze (ISO 13849-1:2023). https://dx.doi.org/10.31030/3435657
- Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern: www.pilz.com/de-de
