Abbildung von  MTU Maintenance

Bild 01: Triebwerk im Prüfstand: Wartung und Instandsetzung des GE90 von GE-Aviation am Standort Hannover der MTU Maintenance (Quelle: MTU Aero Engines)

Mit der Gründung seines ersten Instandhaltungsbetriebs in Hannover Langenhagen stieg der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines vor gut 40 Jahren auch in das Reparatur und Wartungsgeschäft ein. Heute zählt MTU Maintenance [1] zu den Global-Top-3-Dienstleistern bei der Instandhaltung ziviler Flugzeugtriebwerke. Mit rund 5500 Beschäftigten betreut das Unternehmen gut 270 Luftfahrtkunden aus allen Weltregionen.

Der mehrfach erweiterte Hannoveraner Stammsitz in Sichtweite des Flughafens Hannover ist vor allem auf mittlere und große Triebwerke spezialisiert: Hier inspizieren, warten und reparieren rund 2.500 hochqualifizierte Fachkräfte die Antriebskomponenten nahezu aller namhaften Hersteller. Dazu gehört zum Beispiel das GE90 von GEAviation (Bild 1), das als größtes Triebwerk der Welt die Boeing 777 antreibt. Auch verschiedene CF6-Varianten, die an der Boeing 747 und 767 verbaut sind, sowie Triebwerke diverser Airbus-A320-Versionen werden an diesem Standort gewartet und instand gesetzt.

Verfahrensinnovation zur Steigerung von Sicherheit und Effizienz

Nach wie vor ist Hannover das Herzstück und Kompetenzcenter der MTU Maintenance-Gruppe. Im Sinne steigender Effizienz und höherer Sicherheit entwickelt die hiesige Belegschaft permanent neue Instandhaltungs und Reparaturverfahren, von denen viele einzigartig in der Branche sind. Auch das Lebenszyklusende der bisherigen Schalttechnik für Hebevorrichtungen an verschiedenen Workstations nahm man hier als willkommene Gelegenheit für den Test einer innovativeren Schalttechnologie: „Wir evaluieren den Softstarter PSTX37-600-70 (Bild 2) von ABB [2], weil wir damit deutlich sanftere Hub und Absenkbewegungen erreichen und so den Motor und die Mechanik besser schützen können“, berichtet der Elektrotechniker am Prüfstand bei MTU Maintenance Hannover.

Die Testzelle ist die letzte Station eines Triebwerks nach einem vielstufigen Instandhaltungszyklus: Nach der Anlieferung durch den Kunden werden Triebwerke im ersten Schritt in Einzelkomponenten zerlegt. Jede einzelne davon wird zunächst gereinigt und anschließend auf Verschleißfreiheit und Funktionstüchtigkeit geprüft. Dazu gehört zum Beispiel eine obligatorische Rissprüfung mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit, die versteckte Materialschäden unter Schwarzlicht sichtbar macht. Einige Bauteile sogenannte Life Limited Parts werden nach Ablauf einer festgelegten Einsatzzeit standardmäßig ausgetauscht. Andere Komponenten können bei Fehlerfreiheit weiterverwendet werden. Wieder andere Bauteile werden repariert oder einer Spezialbehandlung unterzogen. So erhalten beispielsweise aerodynamische Teile eine Plasmabeschichtung und sind danach wieder einsatzfähig.

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