Interview mit Erich Fröhlich

Erich Fröhlich ist Global Product Owner aus dem Bereich Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure

Erich Fröhlich ist Global Product Owner aus dem Bereich Electrical Products bei Siemens Smart Infrastructure (Quelle: Siemens)

Mit dem Simatic ET 200SP e-Starter steht von Siemens erstmals ein vollelektronischer Starter mit Halbleiter-Technologie zur Verfügung

Mit dem Simatic ET 200SP e-Starter steht von Siemens erstmals ein vollelektronischer Starter mit Halbleiter-Technologie zur Verfügung. (Quelle: Siemens)

E. Fröhlich: Die ultraschnelle Kurzschlussabschaltung verhindert, dass der Kurzschlussstrom stark ansteigt.

E. Fröhlich: Die ultraschnelle Kurzschlussabschaltung verhindert, dass der Kurzschlussstrom stark ansteigt. (Quelle: Siemens)

Welche Branchen sind besonders interessant für den e-Starter?

E. Fröhlich: Besonders relevant ist der e-Starter für die Lebensmittelindustrie, die Intralogistik und den Maschinenbau. Diese Branchen sind oft von Kurzschlüssen betroffen, zum Beispiel durch Wasser bei Reinigungsarbeiten oder abgenutzte Leitungen. Ein weiteres, gutes Beispiel ist die Holzverarbeitung: Der e-Starter reduziert dort die elektrischen und mechanischen Belastungen durch das intelligente Schaltverhalten deutlich. Das verlängert die Lebensdauer der Holzbearbeitungsmaschinen.

Welche Rückmeldungen haben Sie von den Nutzern erhalten, mit denen Sie bereits während der Entwicklung eng zusammengearbeitet haben?

E. Fröhlich: Im bereits erwähnten Beispiel aus der Holzverarbeitung zeigte sich schnell, dass die Anlaufströme nicht mehr so hoch waren, was zu weniger mechanischer Belastung führte. Hier ist es ein klarer Vorteil, da dadurch weniger Wartungskosten zu erwarten sind. In der Lebensmittelindustrie haben Anwender das Problem, dass bisherige Geräte oft durch Kurzschlüsse ausfallen. Hier bietet der e-Starter durch seine Kompatibilität mit bestehenden ET-200SP-Motorstartern eine einfache Lösung: Man kann den alten Motorstarter einfach austauschen, ohne die CPU zu stoppen und neu parametrieren zu müssen.

Das Thema Diagnosefunktionen im TIA Portal ist ein weiterer Pluspunkt des e-Starters. Wie trägt diese Funktion zur Verbesserung der Betriebseffizienz und der Fehleranalyse bei?

E. Fröhlich: Die Integration in das TIA-Portal ist ein sehr wichtiges Merkmal. Dadurch sind Diagnosefunktionen bereits integriert, die eine detaillierte Systemdiagnose ohne Programmieraufwand ermöglichen. Die uneingeschränkte Datenverfügbarkeit mit Messwerten, Statistiken und Diagnose sorgen für eine hohe Transparenz und Betriebseffizienz. Am Gerät erleichtern Status-LEDs netz- und lastseitig die visuelle Diagnose am Gerät, zeigen die Drehrichtung und ermöglichen im Fehlerfall eine einfachere Lokalisierung des Fehlerursprungs.

Können Sie die drei wichtigsten Vorteile des e-Starters zusammenfassen?

E. Fröhlich: Ja gern. Das Wichtigste ist die vollelektronische Kurzschlussabschaltung, die eine extrem schnelle Reaktion ermöglicht. Nach Behebung des Kurzschlusses ist der e-Starter sofort wieder einsatzbereit. Zum zweiten: Bei Motoren der Energieeffizienzklassen IE3 und IE4 treten hohe Einschaltströme auf, die zu einem ungewollten Auslösen der Schutzfunktion führen können. Der integrierte Smart Start ermöglicht einen problemlosen Start von hocheffizienten Motoren mit hohen Einschalt- und Anlaufströmen. Und als drittes führe ich die bereits erwähnte TIA-Portal-Integration an: Der Anwender profitiert von der einfachen Diagnose, automatischer Parametrierung sowie hoher Transparenz.

Literatur

  1. Simatic ET 200SP e-Starter von Siemens AG: https://www.siemens.com/de/de/produkte/automatisierung/industrielleschalttechnik/sirius/sirius-start/simatic-et200sp-e-starter.html

 

Ronald Heinze
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