Bild 01: Beim Unified Namespace werden alle Datenpunkte in einem zentralen Datenverzeichnis organisiert. (Quelle: GE Vernova)
In modernen Produktionsumgebungen entstehen täglich große Mengen an Daten aus Maschinen, Sensoren und Softwarelösungen. Diese Daten liegen oft in voneinander getrennten Systemen vor, was ihre Nutzung für Optimierung und Digitalisierung erheblich erschwert. Das Konzept des UNS bietet einen zentralen Ansatz, um diese Informationen in einer einheitlichen, logisch und semantisch strukturierten Architektur zu bündeln. Es verbindet operative und informationstechnische Systeme und ermöglicht einen kontextbezogenen Zugriff auf Echtzeit- und historische Daten.
Offene Kommunikationsstandards wie MQTT [1] oder OPC UA [2] unterstützen dabei, unterschiedliche Systeme miteinander zu vernetzen, wodurch Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit der Datenarchitektur gewährleistet werden. Das UNS ist kein einzelnes Produkt, sondern ein architektonisches Grundprinzip, das als Basis für moderne, nachhaltige Dateninfrastrukturen dient [3, 4].
Herausforderungen bei der Integration industrieller Daten
In Industrieunternehmen entstehen Daten aus vielen voneinander getrennten Quellen wie Maschinen, ERP-Systemen oder Qualitätssicherungsanwendungen. Diese Fragmentierung erschwert den Aufbau eines durchgängigen Datenflusses und behindert die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen [5]. Zudem bestehen häufig veraltete Systeme, die nicht für aktuelle Anforderungen an Vernetzung und Echtzeitkommunikation ausgelegt sind. Fehlende Datenstrategien, unzureichende Governance-Strukturen und ein Mangel an Fachwissen in Datenintegration und IT-Architektur verstärken die Problematik. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Cybersicherheit durch die zunehmende Vernetzung industrieller Systeme [6]. Die Überwindung dieser Barrieren ist entscheidend, um den Wert industrieller Daten voll auszuschöpfen und digitale Transformationsprojekte erfolgreich umzusetzen.
Ziel des Unified Namespace
Das UNS verfolgt das Ziel, unternehmensweite Datenprozesse zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Es schafft einen zentralen Datenraum, in dem alle relevanten Informationen integriert, strukturiert und kontextualisiert werden [7]. Dadurch entsteht eine einheitliche, vertrauenswürdige Datenbasis, die als Grundlage für datengetriebene Entscheidungen dient. Durch die Verbindung von OT und IT werden Informationslücken geschlossen, Redundanzen vermieden und Datenflüsse harmonisiert. Dies ermöglicht eine effizientere Implementierung moderner Technologien wie Automatisierung, Datenanalyse und künstliche Intelligenz, was wiederum Transparenz, Agilität und Entscheidungsqualität fördert [5].
Transparenz durch das Unified Namespace
Transparenz ist ein zentraler Faktor für erfolgreiches industrielles Datenmanagement. Das UNS unterstützt diese, indem es alle Daten in einer einheitlichen, logisch aufgebauten Struktur abbildet. Die Kombination aus Echtzeit- und historischen Informationen erlaubt es, Prozesse umfassend zu analysieren und kontinuierlich zu verbessern. Durch die semantische Kontextualisierung wird der inhaltliche Zusammenhang zwischen Daten sichtbar, was deren Verständnis und Vergleichbarkeit erleichtert. Dies fördert fundierte Entscheidungen und verbessert die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit [8].