Bild 01: Marc Luksch ist Geschäftsführer von Helu. (Quelle: Helu Kabel GmbH)
Seit Ende Februar tritt Helukabel unter dem Markennamen Helu auf. Was waren die Gründe hierfür?
M. Luksch: Diese strategische Entscheidung resultiert aus den geänderten Anforderungen unserer Kunden. Heutzutage ist die elektrische Verbindungstechnik immer weniger nur ein Produkt. Und bisher standen wir mit Helukabel sehr stark für das Thema Kabel. Das ist auch nach wie vor unser Kerngeschäft. Mit dem neuen Markennamen wollen wir aber zum Ausdruck bringen, dass wir anschlussfertige Lösungen anbieten. Denn die Zukunft der Verbindungstechnik entscheidet sich nicht mehr allein über die Qualität einzelner Komponenten, sondern über die Fähigkeit, sie zu durchdachten, anschlussfertigen Systemen und Services zu vereinen. Das bedeutet, dass wir konfektionierte Kabel und Leitungen selbst bauen und den Kunden anbieten, also anschlussfertig mit den passenden Steckverbindern dran. Wenn es um bewegte Anwendungen mit Energieführungsketten geht, bieten wir auch komplette Systeme an. Hier haben wir in den vergangenen Jahren unsere Kompetenzen konsequent ausgebaut und unseren Blick erweitert. Unsere Kunden profitieren von diesem lösungsorientierten Ansatz durch weniger Schnittstellen, klar definierte Ansprechpartner, eine zeitsparende Umsetzung und eine durchgängig hohe, geprüfte Qualität. Die Systeme werden komplett inhouse gebaut und geprüft. Der Kunde bekommt die Zeichnungen, auch in 3D, und kann diese sofort in sein Modell oder digitalen Zwilling übernehmen.
Welche Lösungen und Dienstleistungen bieten Sie an?
M. Luksch: Wir haben schon länger ein umfangreiches Portfolio an Kabeln und Leitungen. Dieses reicht von Leitungen für die Industrie bis hin zu Erd- und Mittelspannungskabeln für die Infrastruktur oder auch Glasfaserkabel. In den letzten drei, vier Jahren haben wir unser Angebot um Kabelkonfektionen erweitert sowie Energieführungsketten und Lösungen hierfür verstärkt in unser Programm aufgenommen.
Resultiert die Transformation zum System- und Lösungsanbieter auch aus den Wünschen der Kunden?
M. Luksch: Wir haben schon immer durch unsere vielen Außendienstmitarbeiter, davon allein in Deutschland rund 50, einen sehr direkten Kontakt zu unseren Kunden. In den letzten Jahren wurde an diese dann immer öfter der Wunsch nach kompletten Lösungen herangetragen. Zu diesem Trend hat auch der Fachkräftemangel beigetragen. Durch die von uns gelieferten kompletten Systeme können sich unsere Kunden auf das konzentrieren, was ihr Kerngeschäft ist. Und das ist eben oft die Maschine zu bauen oder zu konstruieren und nicht Stecker an Kabel anzuschließen. Für die vollzogene Transformation zum System- und Lösungsanbieter, die wir durch den Markennamen Helu nach außen deutlich machen, haben wir nur positives Feedback bekommen. Übrigens werden wir schon seit Jahren von vielen unserer Kunden umgangssprachlich Helu genannt. Das haben wir jetzt einfach nur noch mal institutionalisiert.
Helu ist international aufgestellt. Wo befinden sich die Produktionswerke?
M. Luksch: Da unsere Kunden weltweit aktiv sind, müssen wir auch vor Ort vertreten sein. Hierdurch haben wir heute in mehr als 40 Ländern eigene Tochtergesellschaften. Die Produktion erfolgt ebenfalls an mehreren Standorten. So fertigen wir für den europäischen Markt mit zwei Kabelwerken in Deutschland sowie einem in Polen. Den asiatischen Markt bedienen wir mit Kabelwerken in Indien und China. In den USA haben wir bisher mit einem Subunternehmer zusammen gearbeitet, der auch weiterhin für uns tätig sein wird. Ab Mitte des Jahres fertigen wir dann aber zusätzlich in einem eigenen Werk. Das Gebäude ist schon fertig, derzeit werden die Maschinen installiert. Mittelfristig planen wir dort mit 100 Mitarbeitern. Unsere Energieketten werden in unserem Werk in Erkrath bei Düsseldorf gefertigt. Die Kabelkonfektion bieten wir weltweit auf allen Kontinenten an.