Außenhaupt der Seeschleuse Cuxhaven beginnt die Einfahrt in den Neuen Fischereihafen

Bild 01: Am Außenhaupt der Seeschleuse Cuxhaven beginnt die Einfahrt in den Neuen Fischereihafen, der mit einem neuen Scada-System ausgestattet wurde. (Quelle: Bachmann Electronic)

Die Seeschleuse Cuxhaven verläuft über eine Gesamtlänge von 190 m, ist 24 m breit und 9 m tief. Die Anlage verfügt über drei Schleusentore, je eines im Außen-, Mittel- und Binnenhaupt. Die Besonderheit dabei ist, dass die Tore am Außen- und Binnenhaupt befahren werden können (Bild 1). Zum Öffnen der Tore wird die jeweilige Straßenquerung angehoben und das Schleusentor unter der Fahrbahn durchgeschoben – ein spektakuläres Detail, das in den vergangenen Jahrzehnten Tausende Besucher angelockt hat. Neben dem Schiffsverkehr muss der Schleusenwärter damit auch den Zivilverkehr im Auge behalten, was aufgrund der großen Ausdehnung nur mithilfe einer ausgeklügelten Videoüberwachung gelingt.

Zukunftsfähige Steuerung

Aufgrund ihrer Aufgabe im Hochwasserschutz gilt die Seeschleuse Cuxhaven als kritische Infrastruktur. Um die Betriebssicherheit auch vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Schleusenverkehrs aufrechtzuerhalten, musste die Steuerung ersetzt werden. Es waren keine Ersatzteile mehr verfügbar. Dabei stellten sich dem Betreiber Niedersachsen Ports [1] verschiedene Herausforderungen: Zum einen galt es, den Hauptsteuerstand nach den neuesten Sicherheitsstandards redundant anzubinden. Dieser ist per Glasfaser abgesetzt und einige Kilometer entfernt beim Hafenmeisterbüro eingerichtet. Dort ist ein Server installiert, ein zweiter befindet sich am Schleusenturm beim zweiten Steuerstand, der als Notsteuerstand dient. Gleichzeitig musste die neue Lösung offen genug sein, um die bestehende Antriebstechnik der Schleusen integrieren zu können. Außerdem galt es, die zahlreichen Überwachungskameras einzubinden.

Sicherheit geht vor

Gesucht war also eine zukunftsfähige Scada-Lösung, die redundant ausgelegt werden kann und webfähig ist. „Die redundante Auslegung des Systems hat für uns erste Priorität, denn die Schleuse muss bei drohendem Hochwasser immer funktionieren“, bekräftigt Jürgen Höpcke, Projektmanager Technik bei Niedersachsen Port. Weil die Schleuse eine kritische Infrastruktureinrichtung ist, kann sie im Notfall manuell geschlossen werden: „Wenn die Steuerung oder die Visualisierung streikt, dann gehen wir an den Steuerstand im Schleusenturm und umgehen mit Taster die SPS“, erklärt J. Höpcke.

„Sollte auch das nicht funktionieren, dann können wir als letztes Notszenario einen Riemen auf den Antrieb werfen und den Motor direkt mit der Schleusenmechanik verbinden.“ In diesem Moment gelte nur eines: Tore zu, egal wie und den Hafen sowie die dahinterliegenden Einrichtungen sichern.

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