Direkte Anbindung der Produktionsanlagen

Hans-Peter Kasparick (l.), Digital Strategy and Innovation, und Mirko Löffler,  Segmentleiter Manufacturing Engineering, bei Siemens WKC

Bild 02: Hans-Peter Kasparick (l.), Digital Strategy and Innovation, und Mirko Löffler, Segmentleiter Manufacturing Engineering, bei Siemens WKC. (Quelle: Rittal)

 Siemens WKC arbeitet intensiv sowohl mit Eplan Electric P8 als auch mit Eplan  Pro Panel.

Bild 03: Siemens WKC arbeitet intensiv sowohl mit Eplan Electric P8 als auch mit Eplan Pro Panel. (Quelle: Rittal)

Ein genauer Blick in die Schaltschrankproduktion zeigt den konkreten Nutzwert eines solchen Datenmodells auf der Shopfloor-Ebene. M. Löffler: „Die Produktionsdaten generieren sich automatisch aus dem digitalen Zwilling im Moment ihrer Verwendung in der Fertigung – an den Bohr-und Fräszentren, in der Laserbearbeitung und in der Kabelkonfektionierung. Digitale und reale Welt sind hier direkt verbunden. Hierfür haben wir Schnittstellen geschaffen. Das gilt zum Beispiel auch für die Prüfung der Schaltanlage zum Abschluss der Fertigung“

Dabei spielt für die Digitalisierer bei Siemens WKC immer auch die Flexibilität eine wichtige Rolle. Der digitale Zwilling muss laut M. Löffler zum Beispiel auch unabhängig davon sein, ob ein Mensch oder ein Roboter die Arbeit macht oder welche Maschine angesteuert werden muss: „Wir haben nicht nur Rohdaten, die wir ziemlich gut verwalten können, sondern auch Schnittstellen zu allen möglichen Standards und Maschinen. So bleiben wir flexibel. Das hilft uns auch bei der Vereinzelung von Wertschöpfungsschritten, wie wir sie unter anderem an unserem digitalen Aufbauplatz mit integrierter 3D-Lasernavigation realisiert haben.“

Guter Austausch mit Eplan und Rittal

In der mechanischen Fertigung wird der Schaltschrank mit Eplan [2] Pro Panel vorbereitet (Bild 3) und mit Maschinen von Rittal [3] bearbeitet. M. Löffler: „Wir waren die ersten, die Perforex-Maschinen mit Siemens-Steuerungen eingesetzt haben.“ Und kürzlich hat Siemens WKC eine 3D-Laserbearbeitungsanlage von Rittal bestellt.

Aber die Beziehung der drei Unternehmen beschränkt sich nicht nur auf die Lieferung von Hard- und Software. Siemens WKC pflegt auch den Austausch mit Eplan und Rittal, um Impulse für die Planung der nächsten Automatisierungs- und Digitalisierungsschritte zu erhalten. H.-P. Kasparick: „Rittal und Eplan sind für uns wesentliche Partner, da sie Lösungen für den Schaltanlagenbau intensiv vorantreiben – auf der Software-Seite und bei den Schaltschrankprodukten sowie bei den Automatisierungslösungen und Maschinen. Deshalb sind sie für uns Vorzugslieferanten und Innovationspartner. Wir nehmen Ideen auf, die sie zur Marktreife entwickeln. Wir lernen voneinander, ergänzen und tauschen uns aus.“ M. Löffler ergänzt: „Natürlich diskutieren wir auch intensiv und regelmäßig mit unseren Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Hier geben und erhalten wir Impulse, die beide Seiten weiterbringen.“

Perspektive: Weiter automatisieren und neue Zielbranchen erschließen

Mit der weitestgehenden Standardisierung und Durchgängigkeit der Daten sowie deren direkter Ausleitung an die Fertigung sieht sich Siemens WKC gut aufgestellt, um die führende Marktposition weiter auszubauen. Der Nutzen des digitalen Zwillings ist klar erkennbar. Auf der Grundlage dieses Konzeptes will das Unternehmen weitere Automatisierungsschritte umsetzen und sich neue Märkte erschließen. H.-P. Kasparick: „Klimaneutrale Energiewirtschaft und CO2-reduzierte Mobilität eröffnen uns neue Kundengruppen. Überall müssen Energie verteilt, Sensorik und Aktorik verbunden werden, und das gelingt am besten an einer zentralen Stelle, dem Schaltschrank. Dieses Potenzial für die nächsten Jahre können wir nur mit einer effizienten unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit erschließen. Dabei gilt es, gemeinsam zu standardisieren und den digitalen Informationsaustausch zu entwickeln. Hier müssen und wollen wir Überzeugungsarbeit leisten – als WKC, aber auch im ZVEI, in anderen Gremien und mit unseren mehr als 200 aktiven Kunden.“

Literatur

  1. Siemens AG, Werk für Kombinationstechnik Chemnitz (WKC), Chemnitz: www.siemens.com
  2. Eplan GmbH & Co. KG, Monheim am Rhein: www.eplan.de
  3. Rittal GmbH & Co. KG, Herborn: www.rittal.com
Gerald Scheffels ist freier Fachjournalist in Wuppertal.
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