Einfach handhabbare Visualisierung

Bild 02: Onboard-Web-Konfigurator für die IIoT-Funktionen der Edge-HMI von Insevis (Quelle: Insevis)
Apropos Visualisierungstool: Wer TIA-WinCC oder WinCC Flexible kennt, findet sich auch schnell in der VisuStage zurecht, die einähnliches, aberweniger komplexes Handling bietet. Der Variablenimport erfolgt samt Symbolik direkt aus TIA- und Classic-Projekten. Ein Stör- und Ereignismeldesystem samt Archiv mit bis zu je 1 024 Meldungen ist leicht zu projektieren. Es ermöglicht Trenddatenerfassung und -archiv für vier Trends mit jeweils 16 Kanälen mit je bis zu 655 000 Archivwerten sowie eine Rezepturverwaltung mit bis zu 64 Rezepturen mit jeweils 256 Elementen in je 256 Datensätzen. Hinzu kommen eine Benutzer- und Rechteverwaltung, Funktionskurven mit Anzeige von DB Wertepaaren und ein Vier-fach-VNC-Server. VisuStage verfügt über ein integriertes Simulationstool und funktioniert auch zusammen mit dem S7-PLC-Sim-Tool von Siemens. Mit VisuStage lassen sich – auch für Siemens-CPU – kostenlose Remote-Visualisierungen in unbeschränkter Menge und ohne Begrenzungen durch PowerTags erzeugen. Visu-Stage ist als einsprachige Version kostenlos, für Mehrsprachigkeit fällt eine geringe Gebühr in Form einer Firmenlizenz an.
Natürlich sind auch bei der Nutzung von Insevis-HMI Anpassungenander Visualisierung vor zu nehmen. Um diese zu reduzieren, steht ein Konverter von TIA-WinCC zum Insevis-VisuStage-Format zur Verfügung. Diese Konvertierung übernimmt die monotonen Verknüpfungen und einfachen Objekte. Es bleiben aber immer manuelle Anpassungen und die neue Projektierung komplexerer Objekte, wie das Störmeldesystem, die Trendverwaltung oder das Rezepturmanagement. Alles jedoch immer mit dem bekannten konservativen Projektierungsansatz, der eine schnelle Umstellung garantiert.
Web-Visualisierung ohne Programmieren
Was aber, wenn eine Web-Visualisierung gefordert ist, man jedoch kein Web-Programmierer ist? Das ist eine zukunftsweisende Frage, denn ein großer Teil der Programmierer wird gezwungen sein, auch eine browserbasierte Visualisierung zu liefern. Hier bietet Insevis mit der VisuStage 3.0, die im Herbst 2023 erscheint, dieser Gruppe die Möglichkeit, die Visualisierung klassisch zu projektieren, wie sie es aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung schnell umsetzen kann und dann durch die Visualisierungssoftware automatisch in eine JavaScript-basierte Web-Visualisierung zu konvertieren.
Diese wird dann auf den Web-Servern der neuen, gleichzeitig erscheinenden Insevis-Edge-HMI (baugleich zu den bestehenden HMI) zur Verfügung gestellt. Wie bei den bisherigen Insevis-HMI stecken in den Metallgehäusen Displays mit einer Auflösung von 4,3 Zoll (480 px × 272 px) bis 15,6 Zoll (1 366 px × 768 px). Unter dieser bekannten Haube arbeitet bei den Edge-HMI allerdings eine weitere viel versprechende Alternative zu Windows CE, basierend auf dem Betriebssystem Linux. Diese ermöglicht nicht nur die Umsetzung als WebVisu, sondern bietet IIoT-Funktionen wie MQTT sowie OPC UA und kann mit dem integrierten Node-Red zusätzliche, kundenspezifisch projektierte Aufgaben erfüllen. Über openVPN lassen sich gesicherte Verbindungen erstellen. Alle IIoT-Funktionen sind über einen integrierten Web-Konfigurator in einer intuitiven Bedien oberfläche auf gängigen Browsern parametrierbar (Bild 2). Es muss dafür also keine zusätzliche Software installiert werden, genau so, wie es das Referenzarchitekturmodell für Maschinen der Industrie 4.0 vorsieht.
Literatur
- Insevis Gesellschaft für industrielle Systemelektronik und Visualisierung mbH, Erlangen: www.insevis.de
- Peters, J.: Verlässliche Second-Source als Projektretter. etz elektrotechnik & automation 144 (2023) H. 7, S. 24 – 26