Interview mit L. Binder und M. Binder

Das Familienunternehmen binder gehört zu den Marktführern im Bereich Rundsteckverbinder und arbeitet mit 45 Vertriebspartnern auf fünf Kontinenten zusammen.

Bild 02: Das Familienunternehmen binder gehört zu den Marktführern im Bereich Rundsteckverbinder und arbeitet mit 45 Vertriebspartnern auf fünf Kontinenten zusammen. (Quelle: binder)

Zum Angebot gehören lösungsstarke Rundsteckverbinder für die schnelle und zuverlässige Datenübertragung, zu 100 % getestete umspritze Kabelsteckverbinder sowie kundenspezifisch vorkonfektionierte RJ45-Lösungen.

Bild 03: Zum Angebot gehören lösungsstarke Rundsteckverbinder für die schnelle und zuverlässige Datenübertragung, zu 100% getestete umspritze Kabelsteckverbinder sowie kundenspezifisch vorkonfektionierte RJ45-Lösungen. (Quelle: binder)

Die Harsh Environment Connector (HEC) wurden speziell für den Einsatz in besonders anspruchsvollen Outdoor-Umgebungen konzipiert.

Bild 04: Die Harsh Environment Connector (HEC) wurden speziell für den Einsatz in besonders anspruchsvollen Outdoor-Umgebungen konzipiert. (Quelle: binder)

Rundsteckverbinder sind ihr wichtigstes Produkt. Wo werden diese eingesetzt und was zeichnet diese aus?

M. Binder: Unsere Steckverbinder kommen in den unterschiedlichsten Anwendungen zum Einsatz, von der Automatisierungstechnik über den Maschinenbau, der Messtechnik bis hin zur Medizintechnik. Wir legen dabei verstärkt den Fokus auf kundenspezifisch entwickelte Lösungen. Mit den Bereichen binder solutions und binder electronic solutions bieten wir maßgeschneiderte Steckverbinder, die exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.

L. Binder: Wenn der Kunde ein Problem hat bezüglich Rundsteckverbindern, sollte das Erste, an was er denkt, binder sein. Das ist unser Anspruch an uns selber. Wir sind laut vielen Feedbacks sehr gut darin, die Probleme unserer Kunden zu lösen und gemeinsam mit ihnen kundenspezifische Rundsteckverbinder zu entwickeln. Übrigens sind wir als Qualitätsanbieter zertifiziert gemäß ISO 9001 und ISO 14001, also den Standards, und darüber hinaus für unsere Medizinprodukte gemäß ISO 13485. Letztere ist ziemlich anspruchsvoll, was viele Kunden aber auch zu schätzen wissen.

Was verbirgt sich hinter den genannten Bereichen?

M. Binder: Im Bereich binder solutions bieten wir elektromechanische Produkte an. Hier werden maßgeschneiderte elektromechanische Lösungen von der Kundenidee bis zur Serienreife entwickelt. binder electronic solutions ist ein Zusammenschluss aus den Unternehmen binder electronic manufacturing services GmbH & Co. KG, binder introbest GmbH & Co. KG sowie dem binder Innovations- & Technologie Zentrum. Diese Sparte realisiert die kundenspezifische Entwicklung von Elektronik und Sensorik.

Also priorisieren Sie kundenspezifische Steckverbinder und die Standard-Steckverbinder laufen sozusagen nebenher?

M. Binder: Nein, kundenspezifische Lösungen brauchen natürlich mehr Engineering, mehr Abstimmung etc. Aber man muss sich natürlich auch nach Marktbedürfnissen richten.

Welche wären das?

M. Binder: Im Moment ist beispielsweise das Thema Single Pair Ethernet (SPE) ganz groß, nachdem man sich jetzt nach zehn Jahren geeinigt hat, was diese Technologie für ein Steckgesicht haben soll. Der Anwendungsbereich ist riesig. Die ganze Feldebene im Automatisierungsbereich könnte theoretisch über SPE laufen. Auch die Gebäudeautomation könnte theoretisch durch SPE deutlich günstiger realisiert werden. Anwendungen gibt es aber noch nicht viele. Es gibt natürlich auch aus anderen Bereichen neue Anforderungen. Zum Beispiel gehen wir jetzt in der Antriebstechnik von M23 auf M17 runter. Miniaturisierung ist immer ein Thema.

Realisieren Sie alle Entwicklungs- und Fertigungsschritte bezüglich der Steckverbinder bei binder?

L. Binder: Wir können aufgrund unserer Fertigungstiefe, alles selber machen, von der Entwicklung über das Werkzeug bis hin zur Einzelteilkonstruktion. Die Wertschöpfung findet somit komplett bei uns statt. Dieses Know-how hat nicht jeder. Das ist das, was uns auszeichnet und weshalb unsere kundenspezifischen Projekte so erfolgreich sind. Wir können aber auch beispielsweise die Entwicklung von Werkzeugen an externe Lieferanten vergeben. Je nachdem, was der Kunde priorisiert und wünscht bezüglich Qualität, Schnelligkeit und Preis.

Neben den etablierten Plattformen Traceparts und Cadenas sind Produkte von binder seit kurzem auch im Eplan-Data-Portal verfügbar. Wie wichtig ist die digitale Bereitstellung technischer Produktdaten für Sie?

L. Binder: Konstrukteure oder Entwicklern benötigen technische Daten. E-Plan ermöglicht unseren Kunden, einen geschwinden Überblick und einen einfachen Zugang zu den Daten zu bekommen. Es ist für uns ein wichtiges Tool und der folgerichtige Schritt jetzt gewesen.

Welche Entwicklungen erwarten Sie in den kommenden Jahren im Bereich Steckverbinder?

M. Binder: Es wird immer wieder Entwicklungen geben, wie z. B. im Bereich der Miniaturisierung oder bezüglich intelligenter Steckverbinder. Bei ersterem hatte ich schon das Beispiel aus der Antriebstechnik genannt, wo jetzt von M23 auf M17 reduziert wurde. Bezüglich der intelligenten Steckverbinder haben wir eine Lösung entwickelt, bei der per Bluetooth Daten ausgetauscht werden können. Wie es immer wieder mal heißt, man würde irgendwann keine Steckverbinder mehr benötigen, weil alles über Funk oder ähnliches übertragen wird, ist natürlich unrealistisch. Denn die physikalischen Grenzen sind natürlich gesetzt.

Literatur

  1. Franz Binder GmbH & Co. Elektrische Bauelemente KG, Neckarsulm: www.binder-connector.com/de
Andreas Fuchs
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