Abbildung von Ausgediente Energieketten

Bild 01: Ausgediente Energieketten werden von Igus herstellerunabhängig recycelt. (Quelle: Igus)

62 Millionen Tonnen: So viel Elektroschrott kam allein 2022 laut Global E-Waste Monitor weltweit zusammen. Bis 2030 wird ein weiterer Anstieg auf bis zu 82 Mio. Tonnen erwartet. Und das hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt. Vom Drucker über Lampen bis hin zu Smartphones und Fernsehern – zum Elektroschrott zählt alles, was einen Stecker oder eine Batterie hat. Auch in der Industrie kommt eine Menge an Abfällen zusammen, wenn alte Maschinen oder Bauteile wie Energie- und Schleppketten ausgetauscht werden müssen. Gleichzeitig gelangen jedes Jahr Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Diese zerstören marine Ökosysteme und tragen zum Verlust der Artenvielfalt bei. Entsprechend dringend nötig ist die Abkehr von der Linearwirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft.

Denn nur wenn Verbrauchs- und Gebrauchsgüter in den biologischen beziehungsweise technischen Kreislauf zurückgeführt werden, lassen sich kostbare Ressourcen und Rohstoffe – und folglich auch die Umwelt – schonen.

Wiederverwendbare Ressource Kunststoff

Auch Kunststoffe sind im Sinne der anzustrebenden Kreislaufwirtschaft eine wiederverwendbare Ressource. Doch was kann getan werden, um den Produktkreislauf nachhaltiger zu gestalten? Diese Frage stellte sich Igus [1] bereits vor einigen Jahren. Um das Recycling und die Kreislaufwirtschaft für technische Kunststoffe voranzutreiben, hat das Unternehmen 2019 das Recyclingprogramm chainge ins Leben gerufen. 2022 folgte die namensgleiche Online-Plattform, über die Kunden alte Kunststoffbauteile noch einfacher recyceln lassen können (Bild 1).

Nachhaltig wiederverwertet statt entsorgt

Bauteilen aus Hochleistungskunststoff, sechs weitere Kunststofftypen recycelt werden: PA, POM, PBT, PEEK, PE und PP. Igus nimmt alle aus diesen Kunststoffen hergestellten Energieketten, Gleitlager etc. zurück – und das unabhängig vom Hersteller. Ziel ist es, Anwendern eine nachhaltige Lösung für die Altmaterialentsorgung anzubieten.

Über die Online-Plattform können Interessierte ihre Rücksendung in drei einfachen Schritten anmelden. Anschließend beauftragt Igus die Abholung des Altmaterials und übernimmt die anfallenden Transportkosten. Kunden sparen somit sowohl die Transportkosten als auch die Kosten ein, die bei der Entsorgung entstehen würden. Der Motion-plastics-Spezialist bietet die Rücklieferung alter Energieketten zudem bei jedem neuen Montageauftrag automatisch mit an. Die ausrangierten Kunststoffe werden dann sortenrein getrennt, gereinigt und zertifiziert regranuliert.

Seit dem Start der Recyclinginitiative hat das Unternehmen allein circa 190 talte Energieketten recycelt. Denn dies ist eine Voraussetzung für die Weiterverarbeitung der Rezyklate. Einen Teil des aufbereiteten Materials können Kunden als Granulat auf der Online-Plattform erwerben, sodass daraus neue Kunststoffbauteile entstehen können.

Vom Rezyklat und Fischernetzen zur recycelten Energiekettenserie

Der Kölner Hersteller setzt verstärkt auf die Einbindung seiner motion plastics in eine Kreislaufwirtschaft. 2022 wurde daher auf Basis des Programms das erste Energiekettenprodukt entwickelt, das vollständig aus recyceltem Kunststoff besteht: nach der Cradle-Chain E2.1.CG. 2025 folgte dann die komplette Energiekettenserie E2.1, die auf das optimierte Recycling-Material Igumid CG LW umgestellt wurde (Bild 2). Dieses besteht aus Post-Consumer-Rezyklat, zum Beispiel aus alten Fischernetzen, sowie ausgedienten Energieketten, die recycelt und zu Rezyklat verarbeitet werden. Zahlreiche Tests im hauseigenen, 5 500 m2 großen Testlabor haben gezeigt, dass die Energieketten aus dem Recyclingmaterial vergleichbare mechanische Eigenschaften wie das Standardmaterial aufweisen. Ein Erfolg der Entwicklungsarbeit bei Igus, der zeigen soll, dass Nachhaltigkeit und Qualität sich nicht ausschließen. Kunden erhalten die recycelten Energieketten zum selben Preis wie die aus dem Standardmaterial – und das ohne Qualitätseinbußen in puncto Verschleißverhalten, Stabilität oder Dauerbiegewechsel. Gleichzeitig weist das Recyclingmaterial einen um 80 % geringeren CO2-Fußabdruck auf. Anwender, die sich für die E2.1-Serie entscheiden, leisten somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Produktion der Zukunft. Der Motion-plastics-Spezialist arbeitet zudem kontinuierlich daran, die Fertigungsverfahren und Materialmischungen zu verbessern, um neue Einsatzmöglichkeiten für Rezyklate zu erschließen.

 

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