ABB freut sich über starke Leistungssteigerung im vierten Quartal 2022 und das vorzeitige Erreichen seines langfristigen Margenziels (Quelle: ABB)
"Im vierten Quartal 2022 haben wir den vergleichbaren Auftragseingang und Umsatz erhöht und unser operatives EBITA um 16 % gesteigert. Unsere operative EBITAMarge erhöhte sich um 170 Basispunkte. Die Kapitalrendite (ROCE) für das Jahr 2022 verbesserte sich auf 16,5 % und liegt damit in unserem Zielkorridor. ABB hat damit aus meiner Sicht alles in allem eine gute Performance geliefert", bilanzierte ABB-CEO Björn Rosengren.
Auftragseingang und Umsatz
Der Auftragseingang sank im vierten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um 8 % auf 7,62 Mrd. US-$. Dabei entwickelten sich die meisten Segmente der Prozessindustrie positiv, während bestimmte Teile des kurzzyklischen Geschäfts aufgrund des normalisierten Bestellverhaltens von Kunden nachgaben. Abgesehen von dem nachteiligen Effekt der Wechselkursänderungen blieb der Auftragseingang in drei der vier Geschäftsbereiche stabil oder legte zu. Im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation gingen die Aufträge zurück. ABB führt das daauf zurück, dass sich das Bestellverhalten der Kunden nach einer Phase vorgezogener Bestellungen angesichts einer angespannten Lieferkette mit verlängerten Lieferzeiten normalisierte. "Dies betraf vor allem das Maschinenbausegment, während die Nachfrage nach Robotik gegenüber dem Vorjahresquartal weitgehend stabil blieb", so der CEO. Das Automobilsegment belebte sich aufgrund von Investitionen in die Elektromobilität, während die Nachfrage in den konsumnahen Robotiksegmenten abflaute. Im Transport- und Infrastruktursektor war eine positive Entwicklung im Schifffahrts- und Hafensegment sowie im Bereich erneuerbare Energien zu beobachten. Im Gebäudesegment herrschte eine schwache Nachfrage für Wohnbauten, während sich der Gewerbebau robust zeigte. Im auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäft war die Nachfrage im Bereich Raffination hoch. Auch in den Segmenten Öl & Gas, Wasser & Abwasser, Stromerzeugung und Papier & Zellstoff hielt sich die Nachfrage auf gutem Niveau. "Eine etwas geringere Dynamik herrschte im Metallsegment, wo Kunden offenbar über die gestiegenen Energiepreise besorgt sind", erklärte B. Rosengren.
Der amerikanische Kontinent verzeichnete mit einem Plus von 10 % die stärkste Auftragsdynamik, getrieben durch die starke Entwicklung in allen Geschäftsbereichen in den USA. "In Europa gab der Auftragseingang um 17 % nach, einschließlich eines zweistelligen Rückgangs im großen deutschen Markt", sagte der CEO weiter. Die Region Asien, Naher Osten und Afrika meldete ein Auftragsminus von 15 %, einschließlich eines Rückgangs um 22 % in China. "In China schwächte sich die Nachfrage gegen Ende des Quartals ab, als sich die lokale Coronasituation verschärfte. Eine starke Auslieferungsdynamik inklusive einer guten Umsetzung von Aufträgen aus dem Bestand ließ den Umsatz um 3 % auf 7,824 Mrd. US-$ steigen", gab er weiter an. Nachteilige Auswirkungen von Wechselkurs- und Portfolioänderungen hätten durch den Effekt starker Volumen- und Preissteigerungen mehr als ausgeglichen werden können, wozu alle Geschäftsbereiche beigetragen hätten. "Die ABB-Standorte in China haben die Produktion bisher auf nahezu normalem Niveau gehalten, ohne dass sich die verschärfte Corona-Situation wesentlich ausgewirkt hätte", informierte der CEO weiter.
Ausblick
Mit Blick auf 2023 sagte B. Rosengren: "Wir gehen wir derzeit nicht von einem größeren Nachfrageeinbruch aus, auch wenn das hochinflationäre Umfeld für Unsicherheit sorgt. Das vergleichbare Auftragswachstum dürfte zumindest im ersten Halbjahr durch das sehr hohe Auftragsniveau im Vorjahr beeinträchtigt werden und auch durch eine Normalisierung des Bestellverhaltens von Kunden nach einer Phase vorgezogener Bestellungen angesichts einer angespannten Wertschöpfungskette. Ich gehe davon aus, dass der vergleichbare Umsatz um mehr als 5 % zulegt, gestützt auf die Abwicklung des Auftragsbestands. Der Cashflow dürfte vom Abbau des Nettoumlaufvermögens profitieren, und auch die Zahl der nachteiligen, die Vergleichbarkeit beeinträchtigenden Posten dürfte zurückgehen. Aus meiner Sicht bietet uns das Jahr 2023 eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass ABB kontinuierlich eine jährliche operative Ebita-Marge von mindestens 15 % erwirtschaften kann."