Netilion verbindet sich mit SAP

 Master Data Connectors mit Netilion Con

Mit der Erstellung eines sogenannten Master Data Connectors mit Netilion Connect im Hintergrund ist es erstmals möglich, Daten direkt aus Netilion mit den jeweiligen Datenbankfeldern von SAP auszutauschen.

Master Data Connectors

Mit der Erstellung eines sogenannten Master Data Connectors mit Netilion Connect im Hintergrund ist es erstmals möglich, Daten direkt aus Netilion mit den jeweiligen Datenbankfeldern von SAP auszutauschen. (Quelle: Endress+Häuser)

Ein Beispiel für eine Partnerschaft mit hohem Anwendernutzen liefert SAP. Konkret: Die Integration der Netilion-Master-Daten in SAP Business Network for Asset Management (vormals SAP AIN). Hintergrund ist, dass jeder Hersteller in der Prozessautomatisierung eigene IIoT-Anwendungen und damit verknüpft eigene Cloud-Lösungen umsetzt. Für die Anwender resultiert daraus aber nicht immer ein Mehrwert: Oftmals muss sich das Personal in verschiedene Systeme einarbeiten, um die Informationen zu finden, die es benötigt. Mit der Erstellung eines sogenannten Master Data Connectors mit Netilion Connect im Hintergrund ist es nun möglich, Daten direkt aus Netilion mit den jeweiligen Datenbankfeldern von SAP auszutauschen. Als Vorteile für den Anwender durch die Synchronisation der Datenbanken ergibt sich zum einen der Zugriff auf die immer aktuellsten Dokumente und Zertifikate. Zum anderen wird die Ersatzteilbestellung optimiert. Traditionell sucht das Instandhaltungspersonal auf der Seite des Geräteherstellers nach den Informationen zu den passenden Ersatzteilen. Mit der Einführung des SAP Business Network for Asset Management ist es nun möglich, die korrekten Ersatzteile innerhalb von Sekunden zu identifizieren, da die Ersatzteileinformationen direkt bei jedem Gerät – bzw. bei dessen digitalem Zwilling in der Cloud – abgelegt werden. Dabei gehen die Funktionen des Systems über ein reines Identifizieren der Ersatzteile oder Ersatzgeräte hinaus: Die Bestellungen können direkt in SAP ausgelöst werden – eine entsprechende Implementierung und Anbindung an das SAP-System des jeweiligen Herstellers vorausgesetzt.

Die Schnittstelle kann außerdem als Tool für ein komplett digitales Projekt-Handover verwendet werden: Verlassen die bestellten Feldgeräte die Herstellerwerke, wird von Endress+ Hauser ein digitaler Zwilling in Netilion erstellt, der alle relevanten Dokumente zum jeweiligen Gerät enthält. Über die Schnittstelle werden diese Informationen dann in das anwendereigene SAP Business Network for Asset Management übermittelt. Dem Anwender stehen damit zu jedem Gerät und, wenn dies zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt ist, zu jeder Messstelle die notwendigen Asset-Informationen zur Verfügung.

Auch während des Anlagenbetriebs bringt die Synchronisation der beiden Datenbanken Vorteile. So gilt als eine der aufwendigeren Aufgaben des Wartungs- und Instandhaltungspersonals die lückenlose Dokumentation beispielsweise von Konfigurationsänderungen bei den Feldgeräten oder auch die Dokumentation der Kalibrierungen. Hier wird häufig die Parametrierung ausgelesen und dann manuell dem jeweiligen Gerät zugeordnet. Mit dem Tablet-PC Field Xpert SMT70 (bzw. Field Xpert SMT77 für Ex-Anwendungen in Zone-1) von Endress+Hauser und dessen nativer Integration in Netilion geschieht der Upload und die Ablage der Dokumentationen beim jeweiligen Feldgerät komplett automatisiert. Sobald eine Parameteränderung erfasst und die Konfiguration im Feld auf dem Industrie-Tablet gespeichert wird, wird diese bei der nächsten Verbindung mit dem Internet via Netilion Library an das jeweilige Feldgerät angehängt. Durch diesen vereinfachten Workflow stehen den Nutzern des SAP Business Network for Asset Management die Dokumentationen von Wartungs- und Kalibriereinsätzen in lückenloser Form zur Verfügung.

Sind das Onboarding der Assets erledigt und die digitalen Zwillinge der Feldinstrumente erstellt, ist hiermit der Grundstein für weitere Use Cases gelegt, die zu den komplexeren Themen der Wartung gehören. Wird eine Verbindung vom SAP Business Network for Asset Management mit der installierten Basis via Edge-Device hergestellt, lassen sich auf einfache Art und Weise die Zustände der Assets überwachen. Die im System verfügbaren Informationen sind dann wiederum für zielgerichtete Wartungsmaßnahmen ohne Zeitverlust verwendbar. Zukünftig wird der Fokus vom reinen Condition Monitoring der angeschlossenen Assets verstärkt auf die vorausschauende Wartung gelegt werden.

Kirsten Wörnle, Steffen Ochsenreither
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