Bild von den Teilnehmenden des B&R Packaging Day

Rund 60 Interessierte informierten sich am 10. Oktober auf dem B&R Packaging Day in Friedberg über Neuheiten, Trends und Applikationen im Verpackungsbereich. (Quelle: VDE VERLAG)

Nach einem erfrischenden Intro von Jan-Hendrik Heilmann, Leiter technisches B&R-Büro Mitte, und Richard Sturm, Marketingleiter von B&R Deutschland, startete Richard Clemens, Geschäftsführer Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen beim VDMA, mit seiner Keynote. In dieser gab er zunächst einen kurzen Einblick in die aktuell weniger erfreuliche Produktionsprognose für 2024 im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau, die vor Kurzem auf -8 % herabgesetzt wurde. Anschließend beleuchtete er Markttrends und Entwicklungen in seinem Fachbereich. Und die gute Nachricht: Im Verpackungsmaschinenbereich wird weiterhin mit Wachstum gerechnet. Von Januar bis August 2024 gab R. Clemens dieses mit +11 % an. "Gegessen und getrunken wird immer", nannte er schmunzelnd als eine Begründung.

Ferner ging er auf Herausforderungen und Chancen für Kunden und Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen ein. "Der Markt für Verpackungen und Verpackungsmaschinen wächst. Dabei liegen die Wachstumsregionen außerhalb Europas", lautete die Botschaft von R. Clemens. Unter anderem deshalb sollten Hersteller das mittlere Marktsegment nicht vernachlässigen. Und auch wenn der Rezyklateinsatz derzeit noch unklar ist, würde dieser ebenso wie die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zukünftig immer wichtiger. "Das Know-how im Umgang mit Rezyklat im Verpackungsmaschinenbau ist ein Wettbewerbsvorteil ", erklärte er. Darüber hinaus werden aus seiner Sicht Forschungs- und Entwicklungsbedarf für kreislauffähige Verpackungen wird weiter steigen. "Zur Umsetzung sind realistische gesetzliche Vorgaben notwendig - einheitlich innerhalb der EU. Gesetzliche Vorgaben können etablierte Geschäftsmodelle infrage stellen", gab er abschließend mit.

Zukunftsfähig verpacken mit adaptiver Automatisierung

Im Weiteren zeigte Markus Peintner, Leiter des technischen B&R-Büros Bayern, die Kompetenzen von B&R im Verpackungsmaschinenbereich auf. Hier stand die adaptive Fertigung im Mittelpunkt. "B&R ermöglicht adaptive Fertigung durch Track- und Planar-Systeme. Diese ist mit Robotik, Machine Vision und digitalen Zwillingen synchronisiert und wird durch unsere zentrale Automatisierungsplattform gesteuert", erklärte er. (Alle Details lesen Interessierte unter: Komplettes Lösungsangebot für die adaptive Maschine (smart-production.de). Im Video wurden die Vorteile des Planarsystems Acopos 6D für die individuelle Fertigung von Kosmetikprodukten veranschaulicht. 

Daran anknüpfend ging Jens-Philipp Mehnert, Manager Sales Consumer Segments and Service Robotics bei ABB Robotics, auf die flexible Automation und die Zukunft der Robotertechnik in der Verpackungsindustrie ein. Er gab Einblicke in das umfassende Roboterportfolio, das von Cobots über Deltaroboter bis hin zu Multi-Axis-Robotern reicht und mit dem Handhabungskräfte von 0,5 kg bis 1 t abgedeckt werden. Zudem ging er auf das Simulations- und Engineering-Tool Robot Studio sowie aktuelle Entwicklungen ein.

Im Weiteren hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, das Technologie Center im  ABB Robotics Werk zu erkunden und Live-Vorführungen zu erleben.
 
Danach zeigte Prof. Dr.-Ing. Martin Ruskowski, vorstandsvorsitzender Technologie-Initiative SmartFactory KL e. V., in seinem Vortrag "Von Industrie 4.0 zu Production Level 4" die Architektur einer Intelligenten Fabrik auf. Details zum EU Cyber Resilience Act (CRA) und dessen Auswirkungen sowie den sich daraus ableitenden Handlungsbedarf im Maschinenbau erläuterte Robert Fuchs, Cyber Security Officer bei B&R. Den Vortragsabschluss bildeten praktische Beispiele. Hier zeigten Kunden wie Optima, wie sie Projekte erfolgreich mit B&R-Technologie und -Expertise gelöst haben.

Danach blieb weiter Zeit für den Austausch untereinander. Ein sicherlich spannender und interessanter Tag für die Anwesenden.

Inge Hübner

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