Breit einsetzbar
Die Anwendungsbereiche für den BMC sind aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten, wie der kontinuierlichen Zustandsüberwachung, der Detektion von Veränderungen und Anomalien sowie der Erfassung von Langzeittrends, weitreichend: Er kann sowohl zur Überwachung von Maschinen und Anlagen als auch von einzelnen Komponenten, wie Lager, Linearantriebe, oder Hilfsaggregaten zum Einsatz kommen.
Als ein Anwendungsbeispiel nennt S. Hornung Fördersysteme und verdeutlicht: „Fördersysteme unterliegen zum Beispiel im Automotive-Umfeld starken Beanspruchungen und werden daher regelmäßig manuell inspiziert. Durch eine automatisierte Überwachung dieser Fördersysteme mittels unseres BCM lässt sich der Aufwand deutlich reduzieren, da manuelle Inspektionen nur noch nach Bedarf statt- finden.“ Er verweist ferner darauf, dass es bei Elektrohängebahnen durch den Versatz bei Führungsschienen oder verschlissene Rollkörper zu Stillständen kommt, die mit recht hohem Aufwand behoben werden müssen. „Hier ermöglicht unser CM-Sensor eine frühzeitige Erkennung und Lokalisierung von vorhandenen oder drohenden Störungen durch die Erfassung charakteristischer Vibrationsmuster“, berichtet er. Ein ähnliches Bild zeichnet er für Montageanlagen. Die dort zum Einsatz kommenden Lineareinheiten, bestehend aus Kugelgewindetrieben und rotativen Wälzlagern, unterliegen mechanischem Verschleiß und können dadurch ungeplant ausfallen. „Die Wiederbeschaffung und Reparatur ist aufwendig und zieht in der Regel längere Ausfallzeiten nach sich“, so S. Hornung. Die Überwachung der Lineareinheiten mit dem BCM auf erhöhte Vibrations- und Temperaturwerte ermögliche es, Abnutzung und Verschleiß frühzeitig zu erkennen und damit die Wartung optimal zu planen.
Auch bei Pressen spielt der BMC seine Vorteile aus: Bedingt durch das Produktionsumfeld verschmutzen die Führungen der Presse schnell; bei übermäßiger Verschmutzung drohen ungeplante Stillstände. „Mit unserem CM-Sensor lassen sich über die zunehmende Vibration Verschmutzungsgrad und Schmierungsgüte an der Führung erkennen, sodass Inspektionen und Reinigungsarbeiten zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden können und unnötiger Stillstand vermieden wird“, erläutert der Experte und verweist ferner auf Lüftungsanlagen. Bei diesen werden in Lackierkabinen die verbrauchte Luft und Farbnebel angesaugt und gefiltert. Dabei setzen sich mit der Zeit an den Ventilatorflügeln Farbpartikel an. Das führt zu Unwucht und letztendlich zum Ausfall des Lüfters. „Überwacht unser Sensor den Absauglüfter auf unzulässige Vibrationen, können rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, um einen Ausfall zu vermeiden. Bei einem Farbwechsel beispielsweise und der damit verbundenen Stillstandzeit kann der Lüfter dann gleichzeitig gereinigt werden.“
Ausblick
Dem Thema Zustandsüberwachung will sich Balluff weiter widmen. So sollen weitere Lösungen folgen, die es er- möglichen, den Zustand von Anlagen und Maschinen noch besser zu erfassen und zu bewerten. „Getreu unserem Claim ,Innovating Automation‘ möchten wir die Digitalisierung der modernen Fabrik weiter vorantreiben“, schließt S. Hornung.

