Fazit und Ausblick

Mit dem flexiblen Transportsystem Acopostrak wird die wirtschaftliche Symbiose von Losgröße 1 und Massenfertigung möglich (Quelle: B&R)
Mit seiner Vision-Lösung erwartet sich B&R einen sehr schnellen Zugang zu breiten Märkten. Nach den Potenzialen für das eigene Unternehmen gefragt, zieht M. Sandhöfner eine Parallele zur Antriebstechnik: „Ende der 1990er-Jahre haben wir den Acopos auf den Markt gebracht. Damals konnten wir durch die Erweiterung unseres Portfolios um die Antriebstechnik neue Kundengruppen und Aufträge gewinnen. Ähnliches erwarten wir uns nun durch die Hinzunahme der Bildverarbeitung – dabei eröffnet auch sie dem Kunden ganz neue Potenziale.“
In diesem Zusammenhang kommt er noch einmal auf die individuelle Massenproduktion zurück: „Unser Vision-System bringt alle Features, zum Beispiel hohe Leistungsfähigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit, wie sie für eine große Produktvarianz und hohe Produktionsgeschwindigkeit erforderlich sind, mit. Damit decken wir die aktuellen Anforderungen vonseiten der Maschinenbauer in zweierlei Hinsicht optimal ab: mit unserem Vision-System und mit unserem flexiblen Transportsystem.“ Den derzeitigen Wandel – weg von der etablierten Linienfertigung hin zu flexiblen Lösungen – macht er an der großen Nachfrage nach den B&R-Track-Systeme fest. „Für unseren Acopostrak konnten wir bislang viele Neukunden in unterschiedlichen Branchen, zum Beispiel Verpackung, Food&Beverage, Pharmazie usw., gewinnen. Dabei geht es zum einen darum, eine höhere Flexibilität der Maschinen zu erreichen und zum anderen auf die erhöhte Nachfrage von Kundenseite nach individuellen Produkten reagieren zu können“, gibt M. Sandhöfner an. Der Umstellungsprozess erfolgt aus seiner Erfahrung auf zwei Wegen: „Viele OEM denken zunächst darüber nach, wie sie bestimmte Prozesse innerhalb einer Maschine flexibler gestalten können. Daraus resultiert dann oftmals ein Überdenken des Gesamtmaschinenkonzepts und schließlich ein komplettes Neuaufsetzen. Dabei zerlegt der Maschinenbauer den früheren Gesamtprozess in der Regel in mehrere Einzelprozesse.“ Daraus ergibt sich der Vorteil der flexiblen Produktion. M. Sandhöfner: „Die Einzelprozesse müssen nicht mehr in einer definierten Abfolge durchlaufen werden, sondern können entsprechend des individuellen Kundenwunschs angefahren werden.“ Als zweiten Weg nennt er, den Produktionsprozess an sich komplett neu zu denken und aufzusetzen.
„In beiden Fällen stellt der Acopostrak mit seiner modularen Bauweise und seiner Hochgeschwindigkeitsweiche die optimale Lösung dar. So können Produkte auf einem speziellen Track-Abschnitt, dem Bypass, vorbereitet und über die Weiche individuell und sehr schnell dem Prozess zugeführt werden“, erklärt er. Produkte lassen sich somit in größerer Varianz und in beliebiger Reihenfolge produzieren. „Wie beschrieben, ist unsere Vision-Lösung ebenfalls für genau diese Anforderungen die optimale Lösung. Deshalb stellen beide Systeme im Zusammenspiel die perfekte Lösung für die aktuellen Herausforderungen dar. Damit haben wir zwei Produkte, die es OEM ermöglichen, Maschinen komplett anders und innovativ zu gestalten und somit Alleinstellungsmerkmale bei ihren Maschinen umzusetzen“, sagt M. Sandhöfner. Was das Potenzial für B&R anbelangt, gibt er an: „Ich gehe davon aus, dass wir mit dieser Kombination die Erfolge des Acopos, die wir Anfang 2000 hatten, in den Schatten stellen werden. Aus unserer Sicht haben sie das Potenzial, echte Game Changer zu werden.“
Von dieser Aussage können sich Interessenten auf der SPS 2019 im November in Nürnberg selbst überzeugen. Hier wird dann das Zusammenspiel von Bildverarbeitung, Track-System und Robotik live erlebbar sein.