
Digitale Typenschilder (Quelle: https://digitaldatachain.com/portal/fep/de/dt.jsp)
Die Identifikation von Produkten bzw. Komponenten, Maschinen und Anlagen, sowie die Bereitstellung der relevanten Informationen spielen in der Industrie eine wichtige Rolle. In der Theorie sollte bei jeder Anlage die gesamte Dokumentation (inklusive der unterlagerten Produkte und Komponenten) an den Anlagenteilen direkt verfügbar sein. Die Praxis zeigt jedoch ein anderes Bild: Zumeist ist ein Zugriff auf die relevanten Informationen, Daten und Dokumente nicht unmittelbar möglich. Das hängt vielfach mit dem geringen Platzangebot in der Anlage zusammen. Darüber hinaus gibt es weitere Widrigkeiten, angefangen bei unterschiedlichen Sprachen der Dokumente über Aktualisierungen bis hin zu einer vernünftigen und praktikablen Ablage von Informationen und Daten (beispielsweise Wartungsberichte) über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage.
Und auch die zunehmende Digitalisierung bietet hier keine Abhilfe. Zwar werden in vielen Unternehmen begleitende Softwareanwendungen genutzt, um einen ungestörten Betrieb der Anlage aufrecht zu halten. Hierzu gehören insbesondere Asset- und Dokumenten-Management-Systeme sowie Wartungs- und Servicesoftware. Aber auch diese Systeme müssen für die Nutzung mit allen Daten der Anlagen bzw. der genutzten Komponenten gefüllt werden. Das bedeutet für den Betreiber einen entsprechend hohen manuellen Aufwand, da sich die Daten häufig nur von Hand einpflegen lassen.
Erleichterung durch das digitale Typenschild
Optimierungen bieten nun digitale Typenschilder in Kombination mit digitalen Zwillingen auf Basis der Verwaltungsschale (Asset Administration Shell, kurz AAS). Mit dieser Kombination wird es möglich, jederzeit und weltweit auf alle verfügbaren Informationen und Dokumente einer Anlage, Maschine oder Komponente zuzugreifen. Einzige technische Voraussetzung hierzu ist ein Smartphone/Tablet mit integrierter Kamera und Internetverbindung. Um auf die Informationen eines Assets zuzugreifen, muss der entsprechende Code auf dem gedruckten Typenschild eingescannt werden.
Bei digitalen Typenschildern handelt es sich um die Weiterentwicklung der gedruckten Typenschilder. Für eine Verknüpfung des digitalen Informationsmodells mit dem realen Produkt (Asset) wird das gedruckte Typenschild um einen QR-, RFID-oder 2D-Data-Matrix-Code erweitert. Zur einfachen Identifizierung des digitalen Typenschilds ist der Code mit einem speziellen Rahmen versehen. In dem auf dem Typenschild aufgebrachten QR-, RFID- oder 2D-Data-Matrix-Code ist ein Link zur Herstellerplattform sowie die Seriennummer des Assets codiert. Die Kombination aus Seriennummer und Herstellerlink ist weltweit einmalig und eignet sich für die eindeutige Identifikation eines Assets. Gleichzeit lassen sich hierdurch alle Informationen und Dokumente zu einer Seriennummer aufrufen. Die genauen Spezifikationen eines digitalen Typenschilds sind in der IEC 61406 im Detail beschrieben (ehemals DIN SPEC 91406). Die Verwendung der Kennzeichnung gemäß der IEC 61406 darf kostenfrei von Unternehmen genutzt werden. Durch diesen Mechanismus dient das gedruckte digitale Typenschild als Wegweiser zum digitalen Zwilling.