Schutz der Daten
In einer Prozessanlage hat Datenschutz die Abwehr eines Zugriffs von außen zum Ziel. Intern führt die digitale Integration zu kompletter Transparenz, die bei der Produktion nicht aufhört, sondern auch in die Wartung und Pflege einer Anlage hineinspielt. „Über IO-Link stellen die Sensoren ihr gesamtes Wissen zur Verfügung“, sagt H. Schmidt. „Im Sensor werden neben dem Primärmesswert viele weitere Daten gemessen. Temperatur und Spannung sowie Boot- und Schaltzyklen geben Auskunft darüber, in welchem Zustand sich der Sensor befindet – aber auch, welchen Umständen er ausgesetzt ist.“ Externe, automatisch initiierte Nullpunkeinstellungen machen das Leben in der Hydrostatik einfacher. „Die Auswertung der zusätzlichen Informationen ermöglicht es, einzugreifen bevor ein Sensor ausfällt und die notwendigen Massnahmen geplant durchzuführen. Es ist jederzeit eine Übersicht über die Verfügbarkeit der Messtechnik auslesbar“, sagt der Leiter des Industriesegments Food+Beverage. Die aktive Nutzung von zwei Schaltpunkten erhöht den Benefit.
Dabei lernt die digitale Prozessintegration täglich von der sie umgebenden digitalen Welt. „Der kabellose USB-Zugang zu Sensoren, die nicht über eine eigene drahtlose Kommunikation verfügen bzw. oft auch nicht verfügen sollen, um externen Zugriff im Betrieb auszuschließen, kann über Tools wie das SensControl hergestellt werden. Es wird per Leitung mit dem Sensor verbunden und versorgt ihn mit Strom. Das Gerät kommuniziert dann über WLAN oder Bluetooth mit einem Tablet oder sonstigen mobilen Devices und ermöglicht einfache Parametrierung vor Ort, auch wenn der Sensor an schwer zugänglichen Stellen montiert ist“, erklärt der Experte.
Da die Getränkeherstellung oftmals mit weitläufigen Anlagen verbunden ist, reicht die Übertragungsdistanz von 20 m in der Version 1.1 nicht immer aus. „Die direkte Integration in eine Steuerung kann wegen der räumlichen Distanz also schwierig werden. Zudem sind auf der Steuerungsebene eine Vielzahl an Kommunikationsprotokollen, wie Profinet, Modbus oder OPC UA, im Einsatz“, sagt H. Schmidt und nennt als Abhilfe: „Ein IO-Link-Master sammelt die Daten der lokalen Sensoren und spielt sie ohne Distanzengpass in der richtigen ,Sprache‘ in die Steuerung ein. Er ist in beide Richtungen vollständig durchgängig. Die Verkabelung vom Sensor bis zum Master oder in die Steuerung geschieht mit einfachen dreipoligen Leitungen, deren PIN-Belegung im Standard definiert ist.“
Zusammenfassung
Die Dual-Channel-Technologie baut also der analogen Welt eine Brücke in eine digitale Zukunft. „Dabei belohnt sie den Anwender bei seinem Schritt in die Zukunft schon heute mit zusätzlichem Nutzen: Durch eine geringe Mehrinvestition werden die heutigen Steuerungen bedient. Gleichzeitig lassen sich über den digitalen Kanal zusätzliche Funktionen in der Inbetriebnahme und bei der Wartung nutzen. Im Hinblick auf zukünftige Investitionen wird damit der Weg für eine digitale Integration geebnet. Die Geräte können dann den vollen Nutzen der Daten – die ein Sensor für die Anlagensteuerung, -optimierung und -wartung bereits zur Verfügung hat – bereitstellen“, fasst H. Schmidt abschließend zusammen.