Vom Querschnitt zur Kostenersparnis
Die von M. Christians entwickelte Berechnungsmethode berücksichtigt neben den Anschaffungskosten auch die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer der Leitung (Total Cost of Ownership, TCO). Seine Untersuchungen zeigen, dass der rein normgerechte Mindestquerschnitt häufig nicht die wirtschaftlich und ökologisch optimale Wahl ist. Zum Beispiel liegt bei einer Leitungslänge von 50 m und einem dreiphasigen Netz bei 16 A Nennstrom der normgerechte Mindestquerschnitt bei 2,5 mm2. Betrachtet man jedoch die langfristigen Energiekosten, wäre ein Durchschnitt von 6 mm2 die wirtschaftlichere Wahl. Wird zusätzlich die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus einbezogen, ergibt sich mit einem noch größeren Querschnitt von 16 mm2 die nachhaltigste Lösung. Der optimale Leitungsdurchschnitt hängt somit von mehreren Faktoren ab, wie dem Nennstrom, der Nutzungsdauer und dem Strommix. „Hierauf sollten Unternehmen bei der Auswahl ihrer Leitungen achten“, empfiehlt M. Christians. „Eine fundierte Entscheidung über den optimalen Leiterquerschnitt kann erhebliche Einsparungen von CO2-Emissionen und Kosten bringen.”
Nachhaltigkeit messbar machen
Die Wahl des optimalen Leitungsquerschnitts ist einer von vielen Nachhaltigkeitshebeln bei Lapp. Dennoch ist die richtige Kabeldimensionierung für viele Maschinenbauer bislang ein unterschätzter Hebel zur Reduktion von CO2-Emissionen. M. Christians ist überzeugt, dass Lapp mit diesem Thema langfristig auf großes Interesse stoßen wird: „Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Die langfristige Reduktion von Energiekosten bedeutet gleichzeitig eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen.”
Lapp integriert die Forschungsergebnisse in einen Emissions- und TCO-Lebenszyklusrechner, mit dem Kunden den optimalen Leitungsquerschnitt für ihre Anforderungen bestimmen können. So unterstützt das Unternehmen seine Anwender dabei, nachhaltige Investitionsentscheidungen zu treffen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bieten. Für M. Christians steht fest: „Dieses Konzept ist ein Baustein der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie von Lapp, mit dem wir unsere Vorreiterrolle in der Branche weiter ausbauen werden.“ Ein weiterer Nachhaltigkeitshebel bei Lapp ist die Veröffentlichung des Product Carbon Footprint (PCF), der Transparenz über die CO2-Emissionen im gesamten Produktionszyklus schafft – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Logistik. Zudem entwickeln die Ingenieure kontinuierlich innovative, nachhaltige Materialien, wie die biobasierte Datenleitung Etherline bioP Cat.5e sowie die biobasierten Epic-Steckverbinder, die den Einsatz von fossilen Rohstoffen reduzieren. „Nachhaltigkeit steckt in der DNA von Lapp – das merkt man in vielen Bereichen“, so M. Christians. „Von der Vorentwicklung am Standort Stuttgart über die Entwicklung und Fertigung bis hin zu unserer Logistik, wo wir mit optimierten Versandwegen und zum Teil recyceltem Verpackungsmaterial Emissionen senken.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Und mich persönlich freut es, dass ich meinen früheren Meistern heute mit Zahlen belegen kann, dass die dünnste Leitung nicht immer die beste Wahl ist.“


