KI-basierte Lösungen bereits in Entwicklung

Sebastian Seitz: „Wir sehen eine verstärkte Nachfrage nach der Integration unserer Lösungen in den Entwicklungsprozess der Kunden.“

Sebastian Seitz: „Wir sehen eine verstärkte Nachfrage nach der Integration unserer Lösungen in den Entwicklungsprozess der Kunden.“

Eplan präsentiert auf Basis von Microsoft Azure OpenAI Service einen Use-Case, mit dem KI-basiert vollautomatisch ein Montageplatten-Layout generiert werden kann.

Eplan präsentiert auf Basis von Microsoft Azure OpenAI Service einen Use-Case, mit dem KI-basiert vollautomatisch ein Montageplatten-Layout generiert werden kann.

Die automatisierte Montageplattenanordnung wurde auf der Hannover Messe 2025 präsentiert.

Die automatisierte Montageplattenanordnung wurde auf der Hannover Messe 2025 präsentiert.

Konkrete Ziele verfolgt Eplan mit KI, um das Engineering effizienter zu gestalten. „Unser Ansatz zielt darauf ab, unseren Kunden durch den Einsatz von KI ein effizienteres Engineering zu ermöglichen – entsprechend unserem Claim ‚Efficient Engineering‘“, erklärt S. Seitz. Im Idealfall lassen sich Tätigkeiten, für die heute noch Stunden benötigt werden, per Knopfdruck realisieren.

„Darüber hinaus sehen wir großes Potenzial in der automatischen Fehlerkorrektur und Qualitätssicherung durch KI. Diese Technologien  entwickeln sich sehr schnell und es eröffnen sich ständig neue Möglichkeiten.“ Zu den KI-basierten Lösungen, die Eplan bereits intensiv erprobt, gehören die KI-basierte Wissenserfassung mit dem Eplan Copilot, automatisiertes 3D-Panel-Layout und eine Qualitätskontrolle mit KI. Weitere Projekte sind ein Interpreter für Projektdaten zur nahtlosen Integration von Legacy-Daten, Sprachbefehle zur Funktionssteuerung und die Erstellung von Inhalten im Projektkontext. Bereits heute wird mithilfe von KI der Design-Workflow signifikant beschleunigt. Auf der Hannover Messe wurden zusammen mit Microsoft KI-Services gezeigt, mit denen sich automatisiert ein Montageplatten-Layout generieren lässt. Ziel ist es dabei, automatisch über den generativen Ansatz in der KI eine Anordnung von Komponenten zum Beispiel aus einer Stückliste auf einer Montageplatte zu generieren. Auch die Auswahl des passenden Schranks bzw. der Montageplatte wie auch der Kabelkanäle, Hutschienen und Komponenten gehören dazu. Die KI generiert auf Knopfdruck das passende Layout und der Anwender weiß sofort, welcher Schrank zu welchem Projek passt. „Das alles dient natürlich nur als Vorschlag für den Anwender“, fügt er an. „Gespart werden damit je nach Projektumfang einige Arbeitsstunden pro Projekt.“

Industrial Copilot führt Änderungen im Eplan-Projekt durch

Der Einsatz von Chatbots, die das Eplan Know-how über Sprachsteuerung oder Dialog zugänglich machen, vereinfacht und beschleunigt nicht nur die Softwarebedienung, sondern auch die Elektrokonstruktion, da „on demand“ bereitgestelltes Engineering-Wissen langes und aufwendiges Suchen nach erforderlichen Informationen vermeidet. S. Seitz sieht es als Chance, den Ingenieuren und Technikern effiziente und zugleich innovative Tools an die Hand zu geben. „Wir passen unsere Strategien kontinuierlich an und reagieren vor allem durch die Entwicklung und den Einsatz von KI-basierten Lösungen schnell auf Änderungen.“

Mit Siemens arbeitet Eplan an der weitreichenden End-to-End-Integration, die in Zukunft den gesamten Engineering-Prozess digitalisieren und automatisieren wird. Bereits jetzt können mithilfe des Siemens Engineering Copilot TIA Code-Blöcke für speicherprogrammierbare Steuerungen generiert werden. Auf der Hannover Messe wurde ein Showcase präsentiert, bei dem der Industrial Copilot Änderungen im Eplan-Projekt durchführen kann. Und das ist erst der Anfang. Das Ziel sind maßgeschneiderte Lösungen, die die Prozesse beim Kunden auf eine nächste Stufe heben. Dafür wird die Integration zwischen der Eplan Plattform und dem Siemens TIA Portal weiter gestärkt. Zudem arbeiten beide Partner an der Standardisierung von Datenmodellen, um Interoperabilität und Datendurchgängigkeit weiter zu verbessen. Das betrifft unter anderem den Einsatz von Verwaltungsschalen und digitalen Zwillingen.

Gerade im Bereich der Automatisierungstechnik sehen Eplan und Siemens Effizienzgewinne, beispielsweise die Reduzierung der Planungszeit. Mit KI-gestützten Softwarelösungen können Entwickler innerhalb weniger Minuten verschiedene Szenarien simulieren, die früher Tage oder sogar Wochen in Anspruch genommen hätten. Damit lässt sich nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Qualität der Ergebnisse erheblich verbessern. Als Vision sollen industrielle Copiloten mit sogenannten Agenten als digitale Assistenten Ingenieuren helfen, effizienter und präziser zu arbeiten. Sie übernehmen zeitaufwendige Routineaufgaben und ermöglichen es Entwicklungsabteilungen, sich auf kreative und strategische Herausforderungen zu konzentrieren. Die Qualitätssicherung ist ebenso eine wichtige KI-Anwendung. „Bereits heute sind Mechanismen basierend auf Algorithmen integriert“, so S. Seitz. „Zukünftig gehen wir einen Schritt weiter und wollen die Fehler auch automatisch beheben.“ Gearbeitet wird weiterhin bei Eplan an dem sogenannten Smart Import: Hier wird ein Schaltplan, der zum Beispiel als Zeichnung vorliegt, in ein logisches Eplan-Modell überführt. Dies werden laut S. Seitz Anwender zu schätzen wissen, die Altdokumentationen überführen müssen. Eine äußerst vielversprechende Anwendung, die in vielen Branchen – beispielsweise Energy – großes Potenzial entfaltet.

Qualität der Ergebnisse sichern

Die Basis für jede Automation bis hin zum Einsatz von KI sind erstklassige Daten. Dieser Herausforderung begegnet Eplan bereits seit Jahren mit dem Data Standard (EDS) – vollumfänglich beschriebene, standardisierte Artikeldaten. Ohne eine hervorragende Datenbasis läuft nichts. Das gilt für Standardisierung, für Automatisierung und letztlich für den Einsatz von KI. Standardisierungsinitiativen, wie die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell) sowie Eclass, bilden die Grundlage, um eine einheitliche Datenbasis zu schaffen. Zudem sollten die Entscheidungsprozesse der KI transparent und nachvollziehbar sein. „Wir arbeiten daran, unsere KI-Modelle so zu gestalten, dass sie nicht als ,Black Box‘ wahrgenommen werden, sondern ihre Vorschläge und Entscheidungen begründen können“, hebt S. Seitz hervor.

Die Implementierung von KI ist in sicherheitskritischen Anwendungen sorgfältig zu betrachten, um Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu gewährleisten. „Unser erklärtes Ziel ist es, nur bewährte und getestete Technologien einzuführen, um sicherzustellen, dass unsere Kunden einen maximalen und nachhaltigen Nutzen aus diesen Entwicklungen ziehen“, führt er aus. S. Seitz hebt hervor, dass KI nicht nur die Effizienz und Geschwindigkeit verbessern wird, sondern auch dabei hilft, die Qualität der Ergebnisse zu sichern. „Dabei sind die Entwicklungen so rasant, dass wir uns stets am Puls der Zeit bewegen müssen, um unseren Kunden die besten Lösungen bieten zu können“, schließt er ab.

www.eplan.de

Ronald Heinze
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