Jalal Bouhdada, Gründer und CEO von Indurex (Quelle: Indurex)
Gegründet wurde Indurex von einem Team mit Erfahrung in Operational Technology (OT), Cybersecurity und Prozesssicherheit. Das Unternehmen adressiert damit einen Markt, in dem Energieversorger, industrielle Betreiber und Fertigungsunternehmen zunehmend mit Cyber-Sabotage, kaskadierenden Ausfällen und der fortschreitenden IT/OT-Konvergenz konfrontiert sind. In der Praxis geraten dabei sowohl Cybersicherheit als auch Prozess- und Anlagensicherheit unter Druck. Das gilt insbesondere dort, wo hochvernetzte Anlagen mit komplexen Abhängigkeiten betrieben werden.
Weg von isolierten Tools, hin zu gemeinsamem Kontext
Nach Darstellung von Indurex stoßen klassische Security-Ansätze in der Industrie häufig an Grenzen: Viele Lösungen sind für isolierte IT-Netzwerke oder ältere Automationsstrukturen konzipiert und liefern in modernen OT-Umgebungen entweder zu wenig technischen Kontext oder zu viele Alarme ohne belastbare Priorisierung.
„Mit Indurex wird Sicherheit nicht mehr in Silos verwaltet. Die Plattform korreliert OT-, Sicherheits- und Engineering-Signale zu einer kohärenten Übersicht. So verstehen wir, was in unserem Betrieb wirklich zählt“, sagt der Leiter für OT und Sicherheit bei einem globalen Fertigungsunternehmen. „Wir können jetzt Gefahren besser erkennen und Sicherheit sowie Cyber-Resilienz stärken.“
Indurex beschreibt den eigenen Ansatz als „Engineering Cyber Intelligence“: Die neue Plattform soll Engineering-Kontext (z. B. anlagen- und prozessbezogene Zusammenhänge) mit Cybersecurity-Intelligenz kombinieren, um Bedrohungen und Abweichungen in OT-Systemen nicht nur zu erkennen, sondern auch hinsichtlich ihrer betrieblichen und sicherheitsrelevanten Auswirkungen bewertbar zu machen.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Reduktion von Alarmfluten: Bestehende Tools erzeugen laut den Experten oft eine große Menge an Meldungen, ohne ausreichend zu zeigen, was davon in der Anlage tatsächlich relevant ist. Das könne zu Alarmmüdigkeit führen und die Fähigkeit schwächen, Risiken im Betrieb korrekt einzuschätzen. Das gilt besonders dann, wenn neue KI-gestützte, cyber-physische Angriffsmuster hinzukommen.
„Indurex verschafft uns kontinuierliche Transparenz über unsere kritischen Anlagen. Dadurch wird deutlich, wie deren Zustand Betriebs-, Sicherheits- und Cyberrisiken beeinflusst“, kommentiert ein leitender Manager für Betrieb und Anlagenverwaltung bei einem globalen Energiespeicherunternehmen. „Anstelle statischer Berichte haben wir nun eine dynamische Risikobewertung. Sie entwickelt sich entlang realer Abläufe und ermöglicht schnellere, fundiertere Entscheidungen in Engineering-, Betriebs- und Security-Teams.“
Die drei Zielbereiche
Indurex will mit der Plattform messbare Ergebnisse in drei Feldern ermöglichen:
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Operative Exzellenz & Safety-Integrität: Weniger Störungen und schnellere Wiederherstellung durch eine einheitliche Situationsübersicht sowie kontinuierliche Absicherung von Safety Integrity Functions (SIF) – also sicherheitsgerichteten Schutzfunktionen in prozess- und anlagentechnischen Umgebungen.
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Cyber-Resilienz: Kontextualisierte Erkennung und Reaktion über digitale und physische Ebenen hinweg, abgestimmt auf betriebliche und sicherheitsrelevante Auswirkungen.
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Kosten & Compliance: Automatisierte Berichte und belastbare Nachweise zu Risiko, Kontrollreife und Sicherheitsintegrität in kritischen Systemen.
„Für Versorgungsunternehmen, Energiebetreiber und Rechenzentren ersetzt Indurex fragmentierte Tools und störende Alarme durch eine einheitliche, KI-gestützte Übersicht“, sagt Jalal Bouhdada, Gründer und CEO von Indurex. „Unsere Plattform verwandelt verstreute Ereignisse in aussagekräftige, KI-basierte Erkenntnisse. Diese Vorgehensweise ermöglicht schnellere Entscheidungen und reduziert Störsignale. Zudem liefert sie messbare Verbesserungen bei Betriebszeit, Sicherheit und Compliance.“
Gründungsteam und Markteinordnung
Das Indurex-Team Erfahrung aus Betreiber- und OEM-Umfeldern, aus Normungsgremien sowie aus der Cybersecurity-Industrie mit. Jalal Bouhdada und Mitgründer Maarten Oosterink verweisen auf Mitarbeit an Best Practices rund um industrielle Sicherheit, sicheres Systemdesign und Resilienz in anspruchsvollen Betriebsumgebungen.
„Unsere Vision ist es, die vernetzte Welt sicherer zu machen, indem wir die digitale und physische Welt verbinden“, erklärt Maarten Oosterink. „Mit tiefgreifender technischer Expertise und Branchenvalidierung helfen wir Organisationen, sich gegen die nächste Generation cyber-physischer Bedrohungen zu verteidigen.“
Auch Analystenseite sieht steigenden Handlungsdruck: „Die Branche steht an einem Wendepunkt: Menschliche Reaktionszeiten reichen nicht mehr aus, um sich gegen die Geschwindigkeit moderner Bedrohungen zu verteidigen“, sagt Thomas Menze, General Manager bei ARC Advisory Group. Indurex setze auf „autonome Resilienz“ statt rein reaktiver Sicherheitsmodelle.