Komplexität und Anforderungen steigen
Aus seiner Erfahrung weiß der Geschäftsführer allerdings auch, dass es viele deutsche mittelständische Unternehmen gibt, die trotz der Komplexität der Aufgabe nach wie vor die passenden Kommunikationslösungen selbst entwickeln. „Getrieben ist das unter anderem von einem Unabhängigkeitsstreben. Man will wissen, wie die eingesetzte Lösung funktioniert, und nicht abhängig sein von einem externen Zulieferer“, lautet seine Einschätzung. Beide Argumente greifen aus seiner Sicht heute jedoch nicht mehr. „Mit zunehmender Komplexität, bedingt durch verschärfte rechtliche Vorgaben und technische Weiterentwicklungen in immer kürzeren Zeiträumen, muss man sehr vertraut sein mit der Materie, um Kommunikationslösungen verstehen sowie sicher und zuverlässig entwickeln zu können“, gibt er zu bedenken. Bei Eigenentwicklungen bleibe man hingegen abhängig von Komponentenlieferanten. „Was das bedeutet, haben viele in den letzten Jahren unangenehm erfahren“, erinnert T. Döring und meint: „Abgekündigte Bauteile werden die Branche auch künftig beschäftigen. Dann braucht es schnell Redesigns mit alternativen Komponenten. Ein Aufwand, den man neben dem Alltagsgeschäft eigentlich nicht leisten kann. Auch dieses Risiko lässt sich bei einer Zukaufentscheidung der Kommunikationslösung an den Dienstleister auslagern.“
Vorteile der Zukaufoption
Kommunikationstechnik vom externen Experten zuzukaufen, hält T. Döring also aus mehreren Gründen für sinnvoll: „Die zunehmende Komplexität der Thematik erfordert Profis, die sich Vollzeit mit Technik und Normen auseinandersetzen. So entstehen zukunftssichere Produkte, die jeweils zum aktuellen Stand der Technik weiterentwickelt werden.“ Zudem sei Security kein Stempel, den man einem Produkt nach seiner Herstellung mal eben schnell aufdrücke. „Security by Design lautet die Devise, die Definitionen aus der IEC 62443 beispielsweise im gesamten Designprozess im Blick hat. Zudem sind Zertifizierungsprozesse mit Zukaufprodukten einfacher und risikofrei“, berichtet er.
Dass es beim Zukauf keine versteckten Kosten gibt, nennt er als weiteren Vorteil ebenso wie Skalierbarkeit und Flexibilität. „Mit Lösungen vom Technologiepartner kann man je nach Projekt auf den Kommunikationsstandard und den Formfaktor zugreifen, die die jeweilige Lösung und der jeweilige Markt erfordern“, sagt er. Zudem komme man schneller zu einem Proof of Concept. Beispielsweise sei es mit recht geringem Aufwand möglich, fertige Automatisierungsgeräte mit anderer Kommunikationsschnittstelle anzubieten. Dann könne man mitverfolgen, ob und wie diese vom Markt angenommen wird bzw. durch Unterstützung weiterer Kommunikationsprotokolle neue Märkte erschließen. Er verweist darauf, dass die Verbreitung der verschiedenen Netzwerke geografisch variiert, was insbesondere für den Export von Automatisierungsgeräten relevant sei. „Da Kommunikationsschnittstellen fertig entwickelt zur Verfügung stehen, ist die Time to Market kürzer. Und letzten Endes werden mit dem Zukauf von Kommunikationsschnittstellen im eigenen Haus Entwicklungskapazitäten frei, die man für die Umsetzung der eigenen Kernkompetenzen gut gebrauchen kann. In Zeiten des Fachkräftemangels ist auch das ein schlagkräftiges Argument“, erklärt der Geschäftsführer.
Immer das passende Kommunikationsmodul
HMS bietet als Technologiepartner eine breite Auswahl von Kommunikationslösungen an. Das Sortiment reicht von Embedded-Lösungen, die sich mit geringem Platzbedarf in die eigene Entwicklung integrieren lassen, bis hin zu PC-basierten Kommunikationskarten oder verschiedenen Gateways. „Embedded-Lösungen eignen sich besonders dort, wo hohe Stückzahlen realisiert werden, während sich die Gateway-Lösungen flexibler an Kundenanforderungen anpassen lassen“, gibt T. Döring eine Einordnung.
Neu im Portfolio ist die einbaufertige Embedded-Kommunikationsschnittstelle Anybus CompactCom B40 Mini. „Mit ihrer sehr kompakten Bauform tragen wir der Tatsache Rechnung, dass Anwender auf immer kleinerem Raum eine Kommunikationsschnittstelle realisieren müssen. Damit ist das Modul nun auch eine interessante Lösung für Sensorikanwendungen, wie Drehgeber oder RFID-Sensoren, bei denen die Netzwerkkommunikation bisher meist durch eine deutlich aufwendigere Chip-Implementierung gelöst wird“, so T. Döring. Als weitere Besonderheit nennt er, dass das B40 Mini nur auf einer Seite bestückt ist und dadurch direkt auf die Host-Platine des Automatisierungsgeräts gelötet werden kann. „Das macht es zu einer kostengünstigen Lösung, die insbesondere für hohe Stückzahlen interessant ist.“ Wie bei allen Kommunikationsschnittstellen der Produktfamilie Anybus CompactCom profitieren die Anwender auch beim B40 Mini davon, dass in nur einem Entwicklungsprojekt die Anbindung an mehrere industrielle Netzwerke realisiert werden kann. „Da die Schnittstellen über Firmware-Updates ständig an neue Anforderungen, wie OPC UA, MQTT, Security, TSN usw., angepasst werden, erhalten Anwender eine zukunftsfähige Lösung, die heutigen und künftigen Kommunikationsanforderungen standhält. Außerdem sind die Kommunikationsschnittstellen von HMS Networks im Hinblick auf Netzwerkkonformität vorzertifiziert, was auch zu einer kürzen Time to Market des Automatisierungsgeräts führt“, nennt T. Döring als einige Vorteile des Neuzugangs im Produktsortiment.


