Abbildung von Arbeitnehmer

„Work smarter. together“ lautet das Motto, unter das B&R sein Automation Studio Code und Copilot stellt. (Quelle: B&R)

„Gerade in Deutschland stehen wir vor vielfältigen Herausforderungen“, sagt Rosa Meckseper, CEO B&R Deutschland, zu Beginn der Veranstaltung. Als solche zählt sie auf: „Seit drei Jahren stagniert das Wirtschaftswachstum. Hinzu kommen zunehmende geopolitische Spannungen sowie der Fachkräftemangel. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Kunden den Spagat zwischen Flexibilisierung und Kostendruck meistern. Mit einer Vielzahl an Innovationen unterstützen wir sie auf diesem Weg.“ Dabei stellt sie drei Themen in den Vordergrund: OPC UA FX als offenen Kommunikationsstandard, der eine durchgängige Echtzeit-Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud ermöglicht. „Viele B&R-Produkte sind bereits OPC-UA-FX-fähig, da unsere Entwicklungsteams schon lange in der OPC Foundation aktiv an dem Standard mitarbeiten“, erklärt R. Meckseper. Als zweites Beispiel führt sie Automation Studio Code an. „Ein moderner Editor mit integriertem KI-Assistenten der Entwickler bei der Code-Erstellung und Optimierung unterstützt. Damit lässt sich beispielsweise die Time-to-Market steigern“, informiert sie. Und auch im Hardwarebereich zeigen sich die B&R-Experten innovativ. „Unser Acopos P3 ist nun deutlich kompakter und leistungsfähiger verfügbar. Für Kunden ergeben sich daraus Vorteile beispielsweise hinsichtlich der Ressourceneffizienz“, verdeutlicht R. Meckseper.

Next Level Engineering Experience

Nach diesen Einleitungsworten zeigt Michael Werner, Produktmanager Engineering Experience bei B&R Österreich, die Vorteile von Automation Studio Code im Detail auf. In seinem Vortrag verdeutlicht er, dass Softwareentwicklung in der Automatisierung aktuell an einem Wendepunkt steht. „Automation Studio Code ist der jüngste Neuzugang im B&R-Ökosystem. Es ist eine separate Entwicklungsumgebung, die nahtlos in Automation Studio 6 integriert und vollkompatibel mit bestehenden Projekten ist. Eine Migration ist nicht erforderlich“, gibt er an. Syntax-Highlighting, Multiline-Editing, Refactoring-Funktionen und eine integrierte Git-Anbindung gehören ebenso zum Standard wie die Unterstützung objektorientierter Programmierung in Structured Text (ST-OOP) zusätzlich zu C++.

Als Vorteile der objektorientierten Programmierung in der Industrieautomation zählt M. Werner auf: wiederverwendbare Klassen und Module reduzieren den Programmieraufwand, beschleunigen die Inbetriebnahme und erleichtern Wartung und Fehlersuche. „Teams können parallel an unterschiedlichen Objekten arbeiten, und standardisierte Templates sorgen für konsistente Softwarequalität über Projekte und Standorte hinweg.“

Mit dem Automation Studio Copilot zieht künstliche Intelligenz direkt in die Engineering-Umgebung ein. „Wir haben unseren KI-Assistenten gemeinsam mit Microsoft entwickelt. Er kann beispielsweise aus natürlicher Sprache lauffähigen Structured-Text-Code generieren. Er greift auf B&R-Bibliotheken zu und erstellt automatisch Code-Kommentare sowie Dokumentationen. Damit unterstützen wir intelligente Programmierung, ersetzen sie aber nicht“, stellt der Experte heraus.

Automation Studio Code basiert auf gängigen Softwarestandards und ermöglicht zugleich moderne Entwicklungs-Workflows. „Über integrierte Git-Workflows, wie Pull, Push oder Branching, lassen sich Projekte revisionssicher verwalten und mit Continuous-Integration-Pipelines koppeln. Dank der vollständigen Integration von Variable Watch können Entwickler Prozessvariablen übergreifend überwachen, analysieren und direkt beeinflussen. Das optimiert das Debugging und die Inbetriebnahme“, sagt M. Werner.

Parallel richtet B&R seine Entwicklungsprozesse und Produkte auf die kommenden Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA) aus. „Sowohl Automation Runtime als auch Automation Studio 6 orientieren sich an den Vorgaben der IEC 62443. Unsere Softwareentwicklung wurde sogar mit dem Reifegrad Maturity Level 3 ausgezeichnet“, informiert M. Werner. Dazu gehören ein sicherer Entwicklungszyklus, die Erstellung von Software-Stücklisten (SBOM) sowie klare Dokumentations- und Update-Prozesse über den gesamten Lebenszyklus hinweg. B&R hat unlängst für seine gesamte Produktentwicklung die Zertifizierung nach IEC 62443-4-1 erhalten.

Ferner ermöglichen eine selektive Versionierung und flexible Upgrade-Pfade es, Projekte in unterschiedlichen Versionen von Automation Studio 6 parallel zu bearbeiten. Separate Installationen sind dafür nicht erforderlich. „Entwickler aktualisieren nur die Komponenten, die sie tatsächlich benötigen“, sagt M. Werner.

Zum IIoT-Connector erklärt M. Werner: „Dessen prinzipielles Ziel ist es, Daten von B&R-Steuerungen an Cloudlösungen weiterzugeben. Im nächsten Schritt wollen wir ein PLC-Software-Update ermöglichen. Damit können Kunden zukünftig über ihre Edge-Plattform die PLC-Software aktualisieren. Dazu wird ein Software-Update erstellt und auf ein Edge-Device geladen. Zu einem passenden Zeitpunkt kann dann die Anlage inklusive der entsprechenden Sicherheitsfunktionen aktualisiert werden.“ Das Ganze wird als API angeboten, das heißt, es ist eine flexible Anbindung an Flottenmanagementdienste an der Edge über eine Rest-API möglich. Die Einführung ist für 2026 geplant. Aktuell werden Pilotkunden adressiert.

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