Bild zeigt Frau in Fertigung mit Tablet in der Hand

Keba und Tomorrow Things arbeiten zusammen, um Maschinenkonnektivität, Remote Service und KI-gestützte Industrieanwendungen für Maschinenbauer und Fabriken zu vereinfachen. (Quelle: Tomorrow Things GmbH / Visualisierung, teilweise KI-generiert)

Keba Industrial Automation und Tomorrow Things wollen im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft Maschinenkonnektivität von einem individuellen Integrationsprojekt zu einem skalierbaren Rollout-Modell für Maschinenbauer, Serviceteams und Fabriken entwickeln.

Hintergrund sind nach Angaben der Unternehmen fragmentierte Schnittstellen, ein hoher Integrationsaufwand und kundenspezifische Deployment-Projekte. Gleichzeitig benötigen Fabriken mehr Transparenz in der Produktion, schnellere Fehlerbehebung und geringere Maschinenstillstandszeiten.

Bei Maschinen, die mit Things OS verbunden werden, sind die erforderlichen KEBA-Schnittstellenpakete automatisch im Standardumfang enthalten. Dadurch soll sich die Anbindung sowohl von Retrofit- als auch von Neumaschinen vereinfachen. Ermöglicht werden sollen unter anderem ein sicherer Maschinenzugang, Remote Support, strukturierte Transparenz über Maschinen sowie KI-gestützte Service-Workflows, ohne jedes Deployment als individuelles IT-Projekt umzusetzen.

Für Fabrikbetreiber stehen dabei insbesondere Maschinenverfügbarkeit und eine schnellere Fehlerbehebung im Vordergrund. Digitale Services sollen dazu beitragen, Stillstandszeiten zu reduzieren. Maschinenbauer wiederum können digitale Services für zusätzliche Serviceangebote nutzen.

„Maschinenbauer brauchen praxisnahe und skalierbare Möglichkeiten, um digitale Services in die Praxis zu bringen. Gemeinsam mit Tomorrow Things bieten wir einen einfacheren Weg, vernetzte Services auf Maschinen mit Keba-Steuerung zu aktivieren“, sagt Christian Gabriel, Head of Market and Portfolio bei Keba Industrial Automation.

Relevante Größenordnung

Eine besondere Rolle spielt dabei die installierte Basis. Die Partner verweisen auf weltweit mehrere hunderttausend Maschinen, die mit Keba-Technologie gesteuert werden. Brownfield-Maschinen lassen sich bislang häufig nur mit entsprechendem Integrationsaufwand für digitale Services aktivieren.

Tomorrow Things hat dafür mit dem „Things Fast Track“ einen universellen Maschinenzugang entwickelt. Zusammen mit der Keba-Technologie soll damit ein skalierbarer Weg für die installierte Basis geschaffen werden.

Auch der Rollout auf Neumaschinen soll dadurch vereinfacht werden. Bei Maschinen, die mit Things OS verbunden werden, sind die erforderlichen Keba-Schnittstellenpakete im Standardumfang enthalten. Nach Angaben der Unternehmen können dadurch einzelne IT- und Integrationsprojekte reduziert werden.

Zugang zur Steuerungsebene

Ein weiterer Aspekt der Zusammenarbeit ist der Zugang zu Daten auf Steuerungsebene. Viele Datenpunkte, die für Service, Diagnose und Industrial AI benötigt werden, sind nach Angaben der Unternehmen über Standardschnittstellen allein nicht verfügbar, unvollständig oder nicht ausreichend strukturiert.

Verlässliche Datenqualität und Maschinenkontext spielen insbesondere dann eine Rolle, wenn Industrieunternehmen, Maschinenbauer oder KI-Anbieter digitale Anwendungen über eine größere Zahl von Maschinen ausrollen wollen.

Things OS dient dabei als industrielle Kontextebene für vernetzte Maschinen. Die Plattform soll Rohdaten von Maschinen in einen nutzbaren Maschinenkontext für Serviceteams, Fabrikanwendungen und künftige KI-Agenten überführen.

Für Maschinenbauer sollen digitale Services dadurch wiederholbar für eine größere Flotte installierter Maschinen bereitgestellt werden können, anstatt jeweils an kundenspezifische Integrationsprojekte gekoppelt zu sein. Nach Angaben der Unternehmen kann die Konnektivität damit auch zur technischen Grundlage für neue digitale Geschäftsmodelle werden.

„Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt dahin, Industriemaschinen von vornherein für Service und intelligente Anwendungen zu rüsten. Keba bringt das Steuerungsökosystem, die Reichweite bei Maschinenbauern und industrielle Glaubwürdigkeit ein. Tomorrow Things bringt die Betriebsebene ein, die Maschinen in strukturierte, vernetzte und intelligente Assets verwandelt. Gemeinsam können wir Maschinenbauer und Fabriken dabei unterstützen, von isolierten Konnektivitätsprojekten zu skalierbarem digitalem Mehrwert zu gelangen“, sagt Oliver Habisch, CEO von Tomorrow Things.

Voraussetzungen für Physical AI

Außerdem verweisen die Partner darauf, dass die Kombination aus Keba-Technologie und Things OS auch Anforderungen im Umfeld von Physical AI adressiere. Dazu zählen der sichere Zugang zu realen Maschinen, ein verlässlicher Maschinenkontext sowie eine Infrastruktur, über die sich Anwendungen auf Industrieanlagen skalieren lassen.

Things OS fungiert dabei laut Tomorrow Things als unabhängige Vertrauens- und Zugangsebene. Die Fabrik behält die Kontrolle über die Zugriffe und kann diese nach Anwendungsfall, Umfang und Zeit begrenzen.

Als unmittelbaren praktischen Nutzen werden eine schnellere Fehlerbehebung durch Fernwartung und eine höhere Maschinenverfügbarkeit genannt. Darüber hinaus sollen auf dieser Basis Anwendungen für Factory Intelligence, KI-Agenten sowie neue digitale Geschäftsmodelle für Maschinenbauer, Fabriken und Technologiepartner ermöglicht werden.

Start in Kunststoff und Spritzguss

Erste Schwerpunktbereiche der Zusammenarbeit sind Kunststoff und Spritzguss. Keba verfügt hier über eine starke Präsenz in der Automatisierung, während Tomorrow Things bereits domänenspezifischen Maschinenkontext und Service-Workflows entwickelt hat.

Die Partnerschaft ist allerdings nicht auf den Kunststoffbereich beschränkt. Keba arbeitet mit Maschinenbauern in verschiedenen Maschinensegmenten zusammen, darunter Verpackung, CNC und Robotik.

"Die Verbindung von Keba-Steuerungen mit Things OS markiert den ersten Schritt dieser umfassenderen strategischen Zusammenarbeit und ermöglicht die gemeinsame Entwicklung digitaler Services und erweiterter Konnektivität für Maschinen mit Keba-Steuerung", geben die Partner abschließend an.

https://tomorrowthings.com

https://www.keba.com

Tomorrow Things (ih)

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