Die Geschäftsführer der Kübler-Gruppe

Auf einer Pressekonferenz am 29. September gab die Kübler-Geschäftsführer Zahlen und Neuigkeiten bekannt (Quelle: Kübler)

Nach einem Umsatzrückgang im letzten Jahr (-2 % im Vergleich zu 2019) rechnet die Firmenleitung für 2021 mit einem Umsatz von 80 Mio. €. Beim Auftragseingang wird aktuell ein Plus von rund 40 % verbucht. Wie die meisten Unternehmen am Markt, sieht sich auch die Kübler-Gruppe zurzeit mit Lieferengpässen konfrontiert. „Bislang konnten wir diese gut überbrücken – mit nur geringfügigen Verzögerungen“, berichtet Gebhard Kübler. Weiter verweist er darauf, dass auch Unternehmen Orientierung benötigen. „Hier helfen uns die Werte unseres Firmengründers, unsere Unabhängigkeit als Familienunternehmen, der persönliche weltweite Support sowie unsere Flexibilität und Schnelligkeit“, gibt er als Pluspunkte des eigenen Unternehmens an.

Aktuell sind in der Firmengruppe mehr als 500 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Die Eigenkapitalquote liegt bei 75 % und auch der Exportanteil beträgt rund 75 %. Im letzten Jahr wurde das Portfolio neu strukturiert in die Felder: Messen, Übertragen, Auswerten.  

Immer wichtiger wird nach Aussage von G. Kübler das Themenfeld Industrial Ethernet/Industrie 4.0. „Es bietet uns große Chancen: Es werden mehr Sensoren benötigt, die mehr Daten liefern, mit denen sich Mehrwert generieren lässt“, gibt er an. Hierfür komme Drehgebern und Schleifringen eine große Bedeutung zu. Dementsprechend wird derzeit ein Innovationsschwerpunkt dahingehend gesetzt. „Unser Industrial-Ethernet-Drehgerber-Geschäft ist sehr wichtig, weil diese Komponenten Messdaten sowie Diagnose- und Identifikationsdaten liefern – und das mit direkter Kommunikation ins Ethernet-Netzwerk“, verdeutlicht der Geschäftsführer weiter. Als weiteren wichtigen Aspekt in der Industrie-4.0-Strategie führt er die Ausstattung einiger Drehgeber mit IO-Link-Schnittstelle an.

Technologiegespräche

Ein digitales Serviceangebot mit Blick auf Asset Management und Predictive Maintenance befindet sich derzeit bei Kübler in der Umsetzung. Große Bedeutung haben zudem die Technologiegespräche, in denen oftmals gemeinsam mit Kunden neue Lösungen entstehen. Wie Kunden davon profitieren, zeigt das Beispiel Lenze. Gemeinsam mit Kübler wurde ein kompakter und robuster IE3-Motor entwickelt. Zum Hintergrund erklärt G. Kübler: „Heute ist ein Motor mit Anbau-Drehgeber die Regel. Das ist auch ein typisches Anwendungsfeld für unsere Drehgeber.“ Der Antriebstechnikexperte stand nun vor der Herausforderung, die neuen Energieeffizienz-Richtlinien bei seinen Motoren erfüllen zu müssen. Damit einher gehen i.d.R. größere Abmessungen der Motoren. Eine weitere Herausforderung für magnetische Sensorik stellten die Störfelder dar. In Gesprächen mit den Kübler-Experten wurde ein disruptiver Ansatz verfolgt und ein motorintegriertes System als Lösung gefunden. Dank der neuen Kübler-Abschirmtechnologie wurden die Störfelder wurden. Bei der nun realisierten motorintegrierten Lösung wurde die Sensorelektronik aufgeteilt: ein Teil im Klemmkasten, ein Teil im Sensorkopf. Da nun nur die Elektronikmodule im Klemmkasten untergebracht werden, ist eine Verkürzung des Motors um rund 60 mm gelungen. Dabei wird diese Lösung auf alle rund 500 verschiedenen Motorentypen der neuen Baureihe von Lenze angewandt.

Aktuelle Situation und Ausblick

Für das nächste Jahr rechnet Kübler erneut mit einem zweistelligen Wachstum ",10+'% gibt G. Kübler als Daumenwert an. Er verweist aber auch darauf, dass der aktuelle Auftragseingang erst einmal abgearbeitet werden muss. Als Hemmschuhe nennt GF Martin Huth Materialknappheit und steigende Materialpreise. Ferner führt er an: „Die Corona-Auswirkungen werden 2022 anhalten: Reisen werden weiterhin limitiert sein, eine Inflation deutet sich bereits an. Hinzu kommt die Herausforderung, qualifizierte MA zu finden.“

„Wir müssen agiler werden bei allem, was wir tun. Wir müssen uns an den Megatrends ausrichten“, erklärt er weiter. Als solche zählt er auf: Überalterung, Urbanisierung, Mobilisierung, Vernetzung/Digitalisierung, Globalisierung, Energie/Klimawandel usw. Kübler sei mit seinen Produkten in der industriellen Welt zuhause und breit aufgestellt. „Wir sprechen die Sprache unserer Kunden. Wir können ihnen helfen, ihre Produktivität zu steigern“, ist er überzeugt.

Inge Hübner

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