Methodik im Engineering

Ein weiteres Themenfeld bezieht sich auf die Effizienzsteigerung im Engineeringprozess auf Basis von mechatronischen Funktionseinheiten und der virtuellen Inbetriebnahme. Dabei geht es um Fragen, wie Maschinen und Anlagen aufgebaut und funktionell strukturiert sind, wie die einzelnen CAD­, CAE und SPS­Tools untereinander vernetzt werden und wie es um die Datendurchgängigkeit steht. So gibt beispielsweise die CAD­Datenstruktur einen Hinweis darauf, ob man aus Bibliotheksmodulen ein Modell zur virtuellen Inbetriebnahme entwickeln kann. „Für den Maschinen­ und Anlagenbauer sehen wir in der virtuellen Inbetriebnahme einen wesentlichen Hebel, um das Engineering effizienter zu gestalten und Inbetriebnahmezeiten zu reduzieren. Dabei können am virtuellen Modell auch Taktzeiten in Echtzeit überprüft und optimiert werden“, erklärt J. Kasperek. Hierzu wird das physikalische Verhaltensmodell der Anlage mit seiner Kinematik von der Standard­Steuerungssoft­ und ­Hardware mit Daten gespeist.

 Einmal erstellt, ergeben sich auch weitere Nutzenpotenziale zum Beispiel für digitale Services. So ist es unter anderem möglich, dass Maschinenbauer den digitalen Zwilling zusätzlich zur realen Anlage ausliefern. Dies gibt ihren Endanwendern die Möglichkeit, mit realen Produktionsdaten verschiedene Produktionsvarianten zu analysieren oder Fehler zu finden. Zusätzlich dazu lassen sich auch die mechatronischen Funktionseinheiten im Vertrieb nutzen, um mit einer einfach zu erstellenden Simulation die mögliche Anwendung in der Anlage des Kunden vorzustellen oder Alternativen zu testen.

 Das gibt dem Anwender die Möglichkeit, in dem klassischen Transformationsprozess seine bisherige Arbeitsweise umzustellen. Hierbei entwickeln die Heitec­Spezialisten gemeinsam mit dem Kunden eine Pilotanlage, erarbeiten ein Konzept zur schrittweisen Verbesserung des mechatronischen Engineeringprozesses und führen danach die virtuelle Inbetriebnahme durch. Die Auswahl der eingesetzten Simulationswerkzeuge erfolgt herstellerneutral und wird individuell auf den kundenspezifischen Engineeringprozess zugeschnitten. Mit dem erstellten Proof­of­Concept wird in einem Performancetest die Leistungsfähigkeit der vorgegebenen Methodik abgeschätzt und danach sukzessive eingeführt. „Inzwischen widmen sich verschiedene Maschinen­ und Anlagenbauer auch dem Thema Configure­to­Order, das dadurch einen immer höheren Stellenwert bekommt. Der Beratungsansatz ,Methodik im Engineering‘ folgt genau diesem Weg von Engineering­to­Order zu Configure­to­Order“, sagt J. Kasperek. 

Andreas Neumeier, Heitec AG
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