Interview mit Oliver Schleicher

Abbildung von Baumer-Sensoren

Bei vielen Baumer-Sensoren ist der Strahlverlauf in die 3D-CAD-Daten integriert. Das erleichtert den Weg vom Design-In bis zur Montage, denn der Sensor lässt sich in Kombination mit „qTarget“ ohne Feinjustage exakt so einbauen wie konstruiert. (Quelle: Baumer)

Abbildung von „qTarget“

So funktioniert „qTarget“: Die optische Achse des Sensors ist rechtwinklig auf die Befestigungslöcher referenziert. Der maximale Schielwinkel beträgt 1 Grad, hier zur Veranschaulichung deutlich größer dargestellt. (Quelle: Baumer)

Haben Sie noch weitere Lösungen, die in Konstruktion oder Montage Zeit einsparen?

O. Schleicher: Es gibt ein Feature, das den digitalen CAD-Sensorzwilling sehr gut ergänzt. Wir nennen diese Lösung „qTarget“. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Lassen Sie mich das erklären: Bei optischen Sensoren ist in der Montage die Ausrichtung der Lichtschranken bzw. Lichttaster in der Maschine ein wichtiges Thema. Der Sensor muss so montiert sein, dass der Lichtstrahl die Zielregion exakt trifft. Bei einer Reflexions-Lichtschranke beispielsweise ist das der gegenüberliegende Reflektor. Das klingt einfach, kostet in der Praxis aber Zeit. Denn es kann viele Arbeitsschritte erfordern, bis der Lichtstrahl wirklich genau trifft. Hier ist es ein großer Vorteil, wenn der Sensor eine vordefinierte Ausrichtung der optischen Achse hat. Und genau das ist „qTarget“: Der Lichtstrahl ist hier per Design exakt auf die Befestigungslöcher referenziert, sodass die einzelnen Bauteiltoleranzen aufgehoben werden. Als Ergebnis ist der Lichtstrahl über die gesamte Sensorserie mit gleichbleibender Genauigkeit garantiert.

Gibt es noch weitere Vorteile, die „qTarget“ mitbringt?

O. Schleicher: Dieses smarte Baumer-Feature ermöglicht eine schnelle und einfache Montage ohne Feinjustierung und zusätzlich einen unkomplizierten Sensoraustausch. Dank „qTarget“ entsprechen die Strahlverläufe des CAD-Modells nämlich zuverlässig der Realität, und das garantiert eine zeitsparende Durchgängigkeit von der Planung bis zur Montage. Kurz gesagt: Der Sensor wird montiert wie konstruiert ohne zusätzliche Ausrichtung. Diese Eigenschaft in Verbindung mit dem digitalen CAD-Sensorzwilling, der eine manuelle Konstruktion des Strahlverlaufs überflüssig macht, spart richtig viel Zeit.

Mit der Baumer Sensor Suite haben Sie vor wenigen Jahren eine Software zum einfachen Parametrieren von IO-Link-Geräten gelauncht. Wie kommt dieses Hilfsmittel am Markt an?

O. Schleicher: Wir – und die Kunden offenbar auch – sind sehr zufrieden mit der Baumer Sensor Suite. Mittlerweile nutzen 6 000 Anwender die Vorteile dieser kostenfreien Software. Für alle, die dieses Tool nicht kennen: Die intuitiv bedienbare Baumer Sensor Suite vereinfacht nach dem Motto „The smartest way to use IO-Link-Devices“ das Evaluieren, Parametrieren und Nutzen von IO-Link-Sensoren und -Aktoren. Anwender sehen dabei am Computer, was der Sensor sieht. Durch das direkte visuelle Feedback kann der Ingenieur IO-Link-Geräte effizienter, präziser und schneller parametrieren. Ein Beispiel ist die Einstellung von SSC (Switching Signal Channel) bei messenden Sensoren oder die Schallkeule bei Ultraschallsensoren. Das macht die BSS zu einem wichtigen Werkzeug in der Applikationsentwicklung, da sie mit allen verfügbaren IO-Link-Geräten über IO-Link-Master – auch von Drittherstellern – kommuniziert.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie die Baumer Sensor Suite das Engineering erleichtert?

O. Schleicher: Nehmen wir eine Abfüllanlage, bei der Sensoren für unterschiedliche Dosenformate parametriert werden sollen. Ein Anwendungsfall könnte sein, dass ein messender Induktivsensor ausgebeulte Deckel erkennt, die auf verdorbenen Inhalt hindeuten. Statt am Bildschirm nun die einzelnen Parameterdaten einzugeben, kann man die Schaltpunkte mit der Baumer Sensor Suite bequem im „Window-Modus“ parametrieren. Unterschiedliche Dosen formate lassen sich so dank einfacher Formatwechsel und Parametrierungsspeicher mit wenig Aufwand handeln. Das ist aber noch nicht alles: Nach der Parametrierung müssen Tests ja erst beweisen, dass der Prototyp der Anlage einwandfrei funktioniert. Für diese Testläufe muss üblicherweise die SPS angepasst werden. Die Baumer Sensor Suite nimmt dem Entwickler Arbeit ab, da sie diesen Schritt überflüssig macht.

Klingt einleuchtend  – sind denn Ihre Kunden tatsächlich auch so angetan von der Baumer Sensor Suite?

O. Schleicher: Wir bekommen sehr gute Rückmeldungen zu unserer Baumer Sensor Suite. In einem Fall berichtete uns ein Kunde von einer Zeitersparnis von bis zu 30 % im Engineering  – einfach weil er mit unserer Software das Potenzial seiner IO-Link-Sensoren voll ausschöpfen kann.

IO-Link-Workshop auf dem Automatisierungstreff 2024

Im Rahmen des Automatisierungstreffs in Heilbronn findet der Baumer-Workshop „Smarte IO-Link-Sensoren schnell und einfach parametrieren und integrieren“ (17. April 2024, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr) statt. Die Veranstaltung richtet sich an Konstrukteure und Maschinenbauer und bietet einen umfangreichen Einblick in die IO-Link-Technologie. Die Workshop-Leiter erläutern anschaulich die Vorteile und zeigen reale Beispiele aus der Praxis. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie sie das ganze Potenzial von smarten IO-Link-Sensoren ausschöpfen und so kostbare Zeit sparen können.

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