Augmented Reality im Alltag angekommen
Neben der Fehlersuche im Steuerungsprogramm ist es oft eine große Hilfe, wenn man sich ein eigenes Bild von der Situation machen kann. Das Troubleshooting wird sonst oft komplex oder sogar riskant. Große Unterstützung leistet hier die Lösung TeamViewer Pilot. Damit ist Augmented Reality im Alltag angekommen. Anwender erhalten aus der Ferne per geteiltem Kamerabild eines Smartphones und mit AR-Elementen Anlei- tung, wie sie mit Fehlern umzugehen haben. Mit dieser Tech- nologie können Unternehmen nun die Kollegen mit „Augen vor Ort“ ideal und in Echtzeit begleiten.
Die gemeinsame Lösung von IBH Softec und TeamViewer profitiert davon. Mit TeamViewer Pilot wird ein visueller Kanal eingerichtet. „Möglich wird eine genaue Diagnose; so kann aus der Ferne festgestellt werden, welche elektrotechnische Komponente fehlerbehaftet ist und ausgetauscht werden muss“, erklärt A. Hulsch. Die Augmented-Reality-Lösung vereinfacht die Fehlersuche signifikant. Bei physikalischen Problemen kann der Arbeiter an der Maschine angeleitet werden und erfährt, was zu tun ist. „Gerade die Kombination aus SPS-Soft- ware-Unterstützung und mechanischer Diagnose bietet einen besonderen Nutzen“, findet Entwicklungsleiter A.Hulsch.
„Jeder Mechaniker kann mit dieser Anleitung vor Ort den Schaden beheben, egal wo die Maschine im Einsatz ist.“
„Für TeamViewer sprechen einige Vorteile: Zum einen handelt es sich um eine Lösung, die hohen Sicherheitsanforderungen entspricht“, bekräftigt Dr. M. Eissele. „Sie ermöglicht einen komfortablen Zugriff auf andere Geräte ohne zusätzliche Modems. Die Lösung hat einen hohen Bekanntheitsgrad und genießt ein großes Vertrauen aus unzähligen Anwendungen. Zum anderen handelt es sich um eine kostengünstige Lösung.“ Für den TeamViewer-Manager ist die Zusammenarbeit mit IBH Softec ein wichtiger Baustein für die weitere Erfolgsgeschichte: „Zu den Kernpunkten gehört das Einsparen von Reisekosten“, stellt er heraus. Die Reparatur einer Maschine wird deutlich günstiger. Nicht unwesentlich dürfte auch sein, dass die Produktionsausfallzeit stark reduziert wird. Dies ergibt sich allein schon aus der Reisezeit des Service-Mitarbeiters.
„Für uns ist IoT ein spannendes Thema und ist das industrielle Pendant zum klassischen Büro-Umfeld“, berichtet Dr. M. Eissele. „Die Vernetzung der Maschinen und Geräte wird immer wichtiger und wir sehen hier einen erheblichen Mehrwert.“ Er schließt an: „Wir haben in diesem Feld viel Know-how und sehen uns mit unserer Infrastruktur gut aufgestellt, auch eine große Anzahl von Maschinen und Anlagen für die Fernwartung sicher zu verbinden.“ Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei sehr vielfältig. „Mit der Corona-Krise hat sich ein gesellschaftlicher Trend zu mehr Nachhaltigkeit und weniger Reisetätigkeit massiv verstärkt. Dazu können wir mit unserer Soft- ware direkt beitragen.“
Ziel wird es laut L. Baur sein, in der Produktion mithilfe der Frontline-Technologie (siehe Kasten), die Arbeiter bei ihren manuellen Prozessen durch IT/Technologie zu unterstützen: „Wir können die Arbeitsschritte auch von nicht spezifisch dafür ausgebildeten Mitarbeitern durch Augmented-Reality-Unterstützung ausführen lassen.“ Über Datenkanal und AR-Brille werden Anweisungen gegeben, was zum Beispiel in einem Schadensfall zu tun ist. Für L. Baur ist das die perfekte Kombination: „Der Arbeiter vor Ort hat mit seinem freien Sichtfeld den visuellen Überblick und der Automatisierungsexperte aus der Ferne kann direkt auf die Steuerung zugreifen.“ Diese Vorgänge lassen sich sogar auditieren: „Es werden Bilder vor Ort aufgenommen und zeitgestempelt mit der Aktion verknüpft.“