Grafik Sick-Bilanz 2019

Wichtige Kennzahlen der Sick AG im Geschäftsjahr 2019 auf einen Blick (Quelle: Sick)

Das Umsatzwachstum trug, neben anderen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, zu einer Erhöhung des Ebit um 13,1 % auf 132,9 Mio. € bei, das mit einem Anteil von 7,6 % des Umsatzes unverändert blieb. Sick konnte seine für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierten Ziele somit erfüllen, wenngleich sich das Unternehmen mit einer Abkühlung der Weltkonjunktur, der Vertiefung globaler Handelsstreitigkeiten sowie einer schwierigen Marktsituation in der Fabrikautomation allgemein und der Automobilbranche im Speziellen konfrontiert sah. Sick hielt an seiner Innovationsstrategie fest und investierte 2019 11,5 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

„Viele Industrien stehen vor einem tiefgreifenden Strukturwandel und die Dynamik der Digitalisierung nimmt weiter zu. Sick hält an den hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung fest, um neue Technologien zusammen mit unserem traditionellen Automationsgeschäft weiter voranzubringen. Nur so können wir gemeinsam mit unseren Kunden die Chancen digitaler Technologien nutzen, um agiler auf die sich schnell ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren“, kommentierte Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG, die Bilanzzahlen 2019 anlässlich der Veröffentlichung. Ein Großteil der 2018 gegründeten Start-up-Initiativen habe bereits Marktreife erlangt und hätte mit Lösungen, etwa im Bereich KI-unterstützter Kamerasensorik oder fahrerloser Transportsysteme in der Intralogistik, zum Umsatz beigetragen.

Vorteile durch breite Aufstellung

Auftragseingang und Umsatz zeigten sich in den einzelnen Geschäftsbereichen und Regionen heterogen und spiegelten die dynamischen konjunkturellen Entwicklungen wider: Während in der Fabrikautomation die Nachfrage weltweit sank, konnte Sick hingegen in der Logistik- und in der Prozessautomation Marktanteile hinzugewinnen. Durch diese breite Branchenaufstellung konnten Stagnationen in einzelnen Segmenten ausgeglichen werden. Neben der Präsenz in den etablierten Märkten trugen auch die Vertriebsaktivitäten in den Wachstumsregionen dieser Welt dazu bei, den Umsatz weiter zu erhöhen.

Im Heimatmarkt Deutschland lag der Umsatz um -0,6 % unter dem Vorjahr. Die Investitionszurückhaltung der deutschen Unternehmen sorgte vor allem im Automobilbereich für Umsatzeinbußen. Deutlich stabiler verlief das Geschäftsjahr in der Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA): Trotz Verlangsamung der Konjunktur erreichte Sick dort ein Umsatzplus von 7,9 %. Insbesondere sorgten die Geschäfte in Italien, Österreich, Schweden und Norwegen sowie Großbritannien für positive Impulse. Mit 7,6 % lag das Umsatzwachstum in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) auf einem ähnlichen Niveau. In Nordamerika wurde eine weiter gestiegene Nachfrage in der Intra- und Transportlogistik sowie in der Öl- und Gasindustrie verzeichnet. Die weltweit stärkste Wachstumsregion war unverändert Asien-Pazifik, wo die Entwicklung dynamisch ausfiel. Mit einem Zuwachs von 11,3 % blieb das Umsatzplus auch 2019 zweistellig, vor allem in China und Japan konnte das Geschäftsvolumen erneut gesteigert werden. Die Währungseffekte hatten im Geschäftsjahr 2019 einen leicht positiven Einfluss auf die Entwicklung des Konzernumsatzes.

Vorsprung durch Innovationen

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen 2019 bei 202 Mio. € (2018: 192,5 Mio. €). Im Bestandsgeschäft erweiterte Sick sein Produktportfolio, um sich durch eine stärkere Angebotsdiversifizierung noch besser für Schwankungen einzelner Märkte zu rüsten. Schwerpunkte der Produktentwicklung lagen in der Vernetzungsfähigkeit der Sensorik im Kontext von Industrie 4.0 sowie der Datensouveränität. Mit der Integration von Applikationswissen in der Software einzelner Produkte und den Möglichkeiten leistungsfähigerer Prozessoren und Speichertechnologien entwickelt sich Sick-Sensorik immer stärker hin zur Sensorintelligenz.

Zudem zeigten auch die Start-up-Initiativen eine hohe Dynamik und konnten Kundenprojekte gewinnen und Umsätze erzielen. So wird etwa mittels Deep-Learning-Algorithmen eine Anwendung mit Kamerasensoren auf einem neuronalen Netz fortlaufend trainiert und so bei der Paketerkennung in der Logistik eingesetzt.

Zahl der Beschäftigten auf mehr als 10.000 gesteigert

Einhergehend mit dem Umsatzwachstum hat sich auch die Beschäftigtenzahl im Geschäftsjahr 2019 mit 2,6 % leicht erhöht. 10.204 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den weltweiten Sick-Standorten tätig, davon 1.310 im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Personalarbeit war maßgeblich vom Kompetenzaufbau für die Herausforderungen der digitalen Transformation, Agilität und zunehmenden Komplexität geprägt. Durch kontinuierlich hohe Aufwendungen in Aus- und Weiterbildung möchte Sick seinen Beschäftigten die Chancen der digitalen Transformation in einem hochinnovativen Umfeld eröffnen.

Ungewisse Prognose durch Corona

Schon vor Beginn der Ausbreitung des Corona-Virus waren die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres 2020 konnte Sick weiterhin einen erfreulichen Umsatz und Auftragseingang verzeichnen. Das Unternehmen beobachtet mit großer Sorge die Ausbreitung des Coronavirus sowie die Shutdowns in vielen Ländern und hat frühzeitig Maßnahmen umgesetzt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Unternehmen zu schützen und lieferfähig zu bleiben.

"Die weltweiten Bemühungen zur Verlangsamung der Virusinfektion stellen eine nie dagewesene Herausforderung für die Weltgemeinschaft dar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind derzeit noch nicht abschätzbar. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass Auftragslage und Geschäftsentwicklung in 2020 maßgeblich von der medizinischen und wirtschaftlichen Krise negativ beeinflusst werden. Doch auch in der derzeitigen Krisensituation ist die Nachfrage nach Automatisierungslösungen, zum Beispiel  in der Logistik, hoch. Sick kann mit seinem innovativen Produkt- und Leistungsportfolio Unternehmen nach der Krise dabei unterstützen, weiterhin für Geschäftsprozesse geltende Einschränkungen zu überwinden. Mit seiner soliden Finanzlage ist der Sick-Konzern aussichtsreich positioniert, um diese herausfordernde Phase zu bewältigen", heißt es von Unternehmensseite.

Sick (ih)

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