Bild von der virtuellen Sick-Bilanz-Pressekonferenz

Auf einer virtuellen Pressekonferenz gaben Dr. Mats Gökstorp, Vorstandvorsitzender der Sick AG, und Finanzvorstand Markus Vatter Details rund um das Geschäftsjahr 2021 bekannt sowie einen Ausblick auf 2022

Nach einem Umsatzrückgang im pandemiebedingt schwierigen Geschäftsjahr 2020 übertraf das Wachstum im Geschäftsjahr 2021 die Sick-Prognose deutlich: Der Umsatz stieg um 16 % auf 1,964 Mrd. € (2020: 1,700 Mrd. €). Zudem erhöhte sich der Auftragseingang um 34 % auf 2,321 Mrd. € (2020: 1,726 Mrd. €). Mit der Steigerung des Ebits um 44 % stieg ebenso der Anteil desselbigen am Umsatz auf 10 % (Ebit-Marge 2020: 8 %). Das Jahreskonzernergebnis vom Vorjahr konnte übertroffen werden: Mit 148 Mio. € erreichte das Unternehmen ein um 46 % höheres Konzernergebnis als im Jahr zuvor (2020: 101 Mrd. €). "Wir sind sehr zufrieden", kommentierte Finanzvorstand Markus Vatter die Zahlen.

Trotz des positiven Ergebnisses war auch der Geschäftsverlauf des Jahres 2021 geprägt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. "Insbesondere produzierende Unternehmen mussten auf Störungen in den Lieferketten durch fehlende Schiffscontainer, Fabrik- und Hafenschließungen, niedrige Verfügbarkeit von Materialien sowie politisch- und wetterbedingte logistische Engpässe reagieren", berichtet Sick. Unter anderem Aufholeffekte aus dem Vorjahr begünstigten die Geschäftslage im eigenen Unternehmen zusätzlich. 

„Die Kolleginnen und Kollegen zeigten auch im letzten Jahr einen beindruckenden Einsatz für das Unternehmen. Die Ergebnisse aus dem Geschäftsjahr 2021 sind eine hervorragende gemeinsame Leistung. Das vergangene Jahr war durch viele Veränderungen in der Welt und auch bei Sick geprägt, was teilweise Herausforderungen darstellte. Wie schon unser Gründer Dr. Erwin Sick begegnen wir Herausforderungen mit Mut und Zuversicht, unsere Unternehmenskultur ermöglicht dynamisches Handeln und kreative Lösungsfindung. Ein besonderes Highlight aus 2021 war das Jubiläum: Trotz der Corona-Pandemie konnten wir 75 Jahre Innovation feiern! Ich freue mich auf viele weitere erfolgreiche Jahre im spannenden Zeitalter der digitalen Transformation“, so Dr. Mats Gökstorp, Vorstandvorsitzender der Sick  AG.

Gute Rahmenbedingungen 

Sick verweist auf das vom Branchenverband der Sensorik und Messtechnik AMA e.V. ausgewiesene Umsatzplus von 20 % im Jahr 2021. "Trotz aller Widrigkeiten verzeichnet die Branche seit eineinhalb Jahren einen kontinuierlichen Auftragseingang. Die Hightech-Produktion wird das Wachstum weiterhin anführen, da sich die Industrie auf eine stärkere Digitalisierung und Automatisierung einstellt. Dieser Strukturwandel, der unter anderem durch die Pandemie beschleunigt wird, begünstigt die Nachfrage nach Sensorlösungen und somit das Wachstum dieser Branche", geben die Sensorexperten an und sehen sich mit ihren Zahlen bestätigt. Dabei bewähre sich die breite Aufstellung des Sick-Konzerns. "Die Entwicklung der Auftragseingänge verlief in den Geschäftsfeldern zwar mit unterschiedlicher Intensität, insgesamt jedoch positiv. Dies gilt insbesondere im Geschäftsfeld Logistikautomation", so das Unternehmen.

Die Märkte im Einzelnen

Nach einem pandemiebedingten Rückgang im Vorjahr erreichte Sick im Heimatmarkt Deutschland einen Rekordumsatz von 326 Mio. € (2020: 284 Mio. €). Als erfreulich wird dabei vor allem die Entwicklung in dem Geschäftsfeld Fabrikautomation angegeben, welches mit 18 % das stärkste Wachstum aufwies. In allen Geschäftsfeldern konnte die prognostizierte Entwicklung übertroffen werden. So wie die Anzahl der Mitarbeitenden weltweit, stieg auch die Anzahl der Mitarbeitenden in Deutschland um 5,6 % auf insgesamt 6.292 Beschäftigte (2020: 5.961). 

Auch auf den globalen Märkten wurden die Umsatzgewinne im Jahr 2021 ausgebaut. Dabei übertraf die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) mit einem Umsatzzuwachs von 12,5 % auf 677 Mio. € (2020: 601 Mio. €) das Vorjahr. 

Eine größere Steigerung ist in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) zu sehen. Der Umsatz war erneut geprägt durch Zuwächse im Bereich der Logistikautomation in Nordamerika und betrug im Jahr 2021 450 Mio. € (2020: 387 Mio. €). Dabei konnten in Brasilien sowie in den USA (+15 %) hohe Umsatzzuwächse erzielt werden. 

Mit einer Steigerung um 19,6 % wurde in der Region Asien-Pazifik ein Umsatz von 511 Mio. € erzielt. Herausgestellt wird dabei die Umsatzentwicklung in China, die mit rund +30 % angegeben wird.

Innovationen und F&E-Investitionen

Dr. M. Gökstorp wies auf die Innovationen im Jahr 2021 hin. Dazu zählt unter anderem das Condition Monitoring, welches in verschiedenen Applikationen Anwendung findet. Die cloudbasierte Anwendung sammelt Messwerte, Geräteparameter und Vitalwerte von Sensoren sowie Analysatoren, um selbstständig Ableitungen aus den Ergebnissen zu ziehen. "Mit dieser Neuheit werden unter anderem Stillstandzeiten in Anlagen vermieden und die Planung von Wartungsintervallen unterstützt", erklärte er. Als weiteres Highlight stellte den InspectorP61x heraus: Ein kompakter, leistungsstarker und schnell arbeitsfähiger All-in-One-2D-Vision-Sensor mit integrierter künstlicher Intelligenz und Deep Learning-Fähigkeit. Dieser kann auf engem Raum oder am Roboter montiert werden und ermöglicht Inline-Bildverarbeitungsinspektionen. "Der 2D-Vision-Sensor ist so klein, dass er genau dort montiert werden kann, wo er in einer Maschine benötigt wird – beispielsweise zur Inspektion von besonders filigranen Teilen", gibt das Unternehmen an.

Die Investition in Forschung und Entwicklung (F&E) gab Finanzvorstand Markus Vatter mit 210 Mio. € im Jahr 2021 (2020: 210 Mio. €) an. "Neben einer kontinuierlichen Beobachtung der Marktentwicklung, haben wir einen systematischen Produktentstehungsprozess implementiert, der unter Berücksichtigung aller wesentlichen marktbezogenen, technischen und ökonomischen Aspekte das Ziel der Technologie- und Innovationsführerschaft vorantreibt", geben die Experten an. Das Unternehmen kombiniert Sensorintelligenz mit Branchen- und Applikations-Know-how, geht damit Wege für sensorbasierte Anwendungen und entwickelt sich zum Anbieter von softwarebasierten Komplettlösungen. "Mit digitalen Services, die auf Deep Learning, Analysetools und Augmented Reality zurückgreifen sowie dem Schwerpunkt auf Cloud- und KI-Lösungen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation in der Industrie", ist man ferner überzeugt.

Personeller Wechsel im Vorstand

Außerdem informierte der Vorstand über personelle Veränderungen: Nach insgesamt 23 Jahren wird Vorstandsmitglied Dr. Martin Krämer den Sick-Konzern verlassen und sich neuen Herausforderungen stellen. Ab dem 1. Juli 2022 tritt Nicole Kurek, zuletzt Senior Vice President Talent- und Transformationsmanagement bei der BMW Group, dem Vorstand bei und verantwortet das Ressort People & Culture.

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Sick-Vorstand stellte außerdem die Bedeutung des achtsamen Umgangs mit Ressourcen und der Umwelt heraus. Um dies aktiv zu unterstützen, seien im Konzern 14 Handlungsfelder definiert worden, "die auch im Jahr 2021 beachtliche Fortschritte in Richtung Erreichung der Nachhaltigkeitsziele aufweisen konnten". "Wir entwickeln Produkte, die im Dienst der Nachhaltigkeit stehen. So liefert Sick Sensorlösungen, die es Kunden ermöglichen, nachhaltig zu produzieren. Mithilfe unserer Sensortechnologien lassen sich die Umwelt und die Gesundheit von Menschen vor schädlichen Einflüssen schützen", gaben sie an. So würden die Sensorlösungen die Energiewende beispielsweise durch Wasserstoffmessungen oder effizienterer Gewinnung von Solar- und Windenergie unterstützen. "Mit einer auf ökologische Nachhaltigkeit fokussierten Strategie weitet Sick seine Umweltschutzaktivitäten global aus."

Ausblick

Mit den Geschäftszahlen von 2021 sieht sich Sick gut für die aktuellen Herausforderungen gerüstet. So sei man im ersten Quartal gut gestartet und rechne für das laufende Geschäftsjahr mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Parallel verwies Dr. M. Gökstorp auf die aktuellen Unwägbarkeiten durch den Ukraine-Krieg sowie den erneuten pandemiebedingten Lockdown in Shanghai. Von beiden Ereignissen sei Sick unmittelbar betroffen. Dennoch blickt er optimistisch für sein Unternehmen auf den Geschäftverlauf in 2022.

Sick (ih)

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