Die Speaker der SPS-PK in Stuttgart (v.l.): Steffen Winkler (Bosch Rexroth und Vorsitzender des SPS-Ausstellerbeirats), Sylke Schulz-Metzner (Mesago) und Martin Roschkowski (Mesago)

Auf der SPS-Vorpressekonferenz gaben Steffen Winkler (Bosch Rexroth und Vorsitzender des SPS-Ausstellerbeirats), Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS, Mesago, und Martin Roschkowski President Mesago Messe Frankfurt, Details zur SPS im November und der Branche bekannt (v.l.). (Quelle: VDE VERLAG)

Eröffnet wurde die Pressekonferenz von Martin Roschkowski, President Mesago Messe Frankfurt, mit den Worten: „2024 hat gezeigt, dass wir mit der SPS nach wie vor auf dem richtigen Weg sind: Über 1.100 Aussteller waren mit der Messe zufrieden. Mit dem Fokus unseres Branchenevents auf smarte und digitale Automatisierung liegen wir also genau richtig.“ Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS, bestätigte: „Unsere Aussteller- und Besucherbefragung 2024 hat gezeigt, dass 82 % der Aussteller mit ihrer Teilnahme und 98 % der Besucher mit ihrem Besuch der SPS zufrieden oder sehr zufrieden waren."

Aktueller Buchungsstand

Und diese Zufriedenheit spiegelt sich auch in den diesjährigen Zahlen wider: Erwartet werden vom 25. bis 27. November rund 1.150 Aussteller (2024: 1.114) in Nürnberg. Davon stammen rund 690 (60 %) aus Deutschland und 460 aus den Ausland. "Wir freuen uns über den hohen internationalen Anteil und vor allem darüber, dass trotz schwieriger Zeiten so viele Aussteller wieder mit dabei sind", so S. Schulz-Metzner. Sie verwies darauf, dass einige Player aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Standfläche leicht reduziert hätten. Dementsprechend würde die Ausstellungsfläche trotz gestiegener Ausstellerzahlen im Vergleich zu 2024 etwas geringer ausfallen (2025: 123.000 m2, 2024: 125.000 m2). Als Konsequenz nannte sie: "Um den Besuchern einen optimalen Laufweg zu bieten und abgehängte Flächen zu vermeiden, wird die Halle 8 in diesem Jahr nicht bespielt. Insgesamt belegt die Messe demnach 15 Hallen des Nürnberger Messegeländes."

Aktuelle Branchenstimmung und -zahlen

Konkret ging Steffen Winkler, CSO der Business Unit Automation bei Bosch Rexroth und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS, auf die aktuelle Lage der Automatisierungsbranche, dem Maschinenbau und darüber hinaus ein. "Laut dem ZVEI ist der Umsatz der deutschen Automationsbranche 2024 um 7 % auf 59,0 Mrd. € gesunken. Im bisherigen Jahresverlauf 2025 gibt es Zeichen einer Stabilisierung bzw. einer leichten Erholung. So konnten die Umsätze in der Automation im ersten Halbjahr 2025 um 1 % gesteigert werden", berichtete er. 

Mit Blick auf die Beschäftigtenzahlen gab er für die Automatisierungsbranche an: "Sie  beschäftigt rund 254.000 Menschen in Deutschland, während im Mai 1,009 Mio. Menschen (gezählt werden nur Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten) im Maschinenbau beschäftigt waren. Das ist ein Minus von 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr."

Wie er weiter ausführte, bleibt die EU der Hauptmarkt der deutschen Automatisierer mit einem Anteil von 43 % an den Gesamtexporten.

Als positive Botschaft gab er mit: "Digitalisierung, Automatisierung und demografische Entwicklungen stärken die langfristigen Perspektiven der Branche. Das Geschäftsklima in der deutschen Automationsbranche hat sich zuletzt verbessert: Trotz erratischer US-Zollpolitik bewerten Unternehmen Lage und Aussichten mehrheitlich positiv." Zudem würden Bestellungen aus den Euro-Ländern im ersten Halbjahr unterm Strich für ein kleines Orderplus im Maschinenbau sorgen. Der Zollstreit mit den USA belaste die Aufträge dagegen weiterhin.

Was die Stimmung im Maschinenbau anbelangt, verwies er darauf, dass sich das ifo Geschäftsklima für den Maschinenbau im Juli etwas aufgehellt habe, jedoch immer noch gedämpft sei. "Der Saldo der Meldungen für die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate liegt jedoch laut VDMA nahe der neutralen Marke von 0. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich in den letzten Monaten stabilisiert, hinkt aber noch deutlich den Geschäftserwartungen hinterher", fasst S. Winkler stellvertretend zusammen.

Industrial AI im Fokus

Die SPS 2025 wird auch in diesem Jahr wieder innovative Lösungen für die intelligente Produktion sowie aktuelles Produkte aufzeigen. Ein zentrales Thema der diesjährigen SPS ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Fertigungstechnik.

"Industrial AI hält auf breiter Front Einzug in unterschiedlichste industrielle Produkte und Prozesse, zum Beispiel im Engineering. Gleiches gilt für AI-Modelle, -Tools und AI-Basierte Mehrwertdienste", sagte S. Schulz-Metzner. "Deshalb legen wir in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf Industrial AI und bieten drei Tage voller Innovation und Austausch – mit einem klaren Fokus auf Industrial AI als Schlüssel zur Steigerung der Produktivität und Effizienz in der Industrie", erklärte sie weiter.

Geplant sind zudem gemeinsame Technology Stage des ZVEI und des VDMA in Halle 3 sowie weitere Stages in Halle 1, 3C und 6. "Es wird Industrial-AI-Vorträge auf allen Stages geben und auf der Technology Stage gesammelt als Themenblock am Mittwoch von 10:30 Uhr bis 14:00 Uhr", so S. Schulz-Metzner. Zudem verwies sie auf die Keynote von Prof. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der SmartFactory Kaiserslautern, mit dem Titel: "Rolle von KI in der Produktion und IT-OT-Konvergenz". 

Außerdem bietet die SmartFactory Kaiserslautern zweimal täglich Guided Tours an. Der von Expertinnen und Experten geführte Rundgang führt zu innovativen Unternehmen der Hard- und Softwarebranche und beleuchtet technische Herausforderungen der Gegenwart.

Gemeinschaftsstände 

Prinzipiell ist es ein Ziel der SPS, Orientierung im technologischen Wandel zu bieten und Impulse zu liefern, um Innovationen im eigenen Unternehmen voranzubringen. Wissen vernetzen: "Stages, Gemeinschaftsstände und Nachwuchsförderung Ergänzend zum umfangreichen Ausstellungsbereich bietet die SPS 2025 ein ebenso facettenreiches wie zukunftsorientiertes Rahmenprogramm, das Fachbesucher, Branchenexperten und Nachwuchstalente gleichermaßen anspricht", so die Mesago-Vertreter.

In Halle 6 bündeln drei Gemeinschaftsstände Know-how und kreative Impulse:

  • „Automation meets IT“: Der etablierte Treffpunkt für Themen rund um Digitalisierung, Cybersecurity und Industrie 4.0. Hier verschmelzen klassische Automatisierung und moderne IT-Welten.
  • Internationale Start-up Area: Junge Unternehmen aus aller Welt präsentieren ihre frischen Ideen und disruptiven Technologien – ein Hotspot für Innovation und Networking.
  • „young INNOVATORS“: Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Gemeinschaftsstand bietet jungen, innovativen Unternehmen aus Deutschland eine Bühne, um ihre Entwicklungen einem breiten Fachpublikum vorzustellen.

Nachwuchsförderung 

Mit dem SPS Makeathon und dem Young Talents Day setzt die Messe darüber hinaus einen Fokus auf die Nachwuchsförderung. "Er richtet sich an Schüler, Studierende, Auszubildende sowie Berufseinsteiger", sagte S. Schulz-Metzner. Während des Makeathons werden die Teilnehmer an allen drei Messetagen in interdisziplinären Teams innerhalb von 2,5 h eigene Prototypen entwickeln – live vor Ort und im direkten Austausch mit Unternehmen. Unterstützt wird das Format von ITQ, New Automation, der NürnbergMesse sowie engagierten Sponsoren von Seiten der Aussteller. Den Abschluss bildet der Young Talents Day am letzten Messetag: Geführte Touren am Vor- und Nachmittag sowie individuelle Karriereberatung bieten jungen Interessenten wertvolle Einblicke und Orientierung für ihren weiteren Weg in der Automatisierungsbranche.

Inge Hübner

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