Mesago-Vorpressekonferenz zur SPS 2026: Steffen Winkler, CSO Business Unit Automation, Bosch Rexroth AG und Vorsitz des Ausstellerbeirats der SPS, Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS Mesago Messe Frankfurt, und Martin Roschkowski, President der Mesago Messe Frankfurt (Quelle: VDE VERLAG)
"Unsere Messebefragung hat uns im letzten Jahr hohe Zufriedenheitswerte sowohl auf Aussteller als auch auf Besucherseite für unser SPS-Messekonzept ausgewiesen. Ende November 2026 werden wir die Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben", sagt Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS Mesago Messe Frankfurt, zu Beginn der Pressekonferenz. Dabei rechnet sie für dieses Jahr mit ähnlichen Ausstellerzahlen wie 2025, also um die 1.175 Aussteller, und ca. 122.000 m2 gebuchte Ausstellungsfläche. 2026 werden wieder 15 Hallen belegt sein.
S. Schulz-Metzner beichtet von einem kleinen Renaming: "Wir haben den Namen des Themenfelds in Halle 2 und 3C von mechanische in elektrische Infrasturktur umbenannt. Das war der Wunsch vonseiten der Aussteller."
Industrial AI bleibt Leitthema
Beibehalten wird der Fokus auf Industrial AI. "In diesem Jahr werden wir sehen, dass der Begriff AI aus dem Buzzwording herauswächst und stattdessen echte Ansätze gezeigt werden", betont Steffen Winkler. Er stellt heraus, dass das Thema Möglichkeiten zur Differenzierung biete - auch auf Anwenderseite.
Prinzipiell werden KI in vielen Bereichen große Potenziale zugeschrieben: beginnend beim Engineering über die Analyse von Produktionsdaten bis hin zur Qualitätssicherung oder zur Optimierung von Maschinen und Anlagen. Nutzer profitieren von Effizienz, Flexibilität und Resilienz in der Produktion. "Die SPS greift diese Entwicklungen auf und Aussteller zeigen anhand konkreter Anwendungen, wie Unternehmen den Mehrwert künstlicher Intelligenz bereits heute nutzen können", heißt es vonseiten der Mesago.
S. Schulz-Metzner verweist außerdem auf das fokussierte Stage Programm am Mittwoch, den 25. November: "Auf der Technology Stage wird Industrial AI als Themenblock von 10:40 Uhr bis 14:15 Uhr gebündelt. Darüber hinaus wird KI natürlich auch auf allen anderen Stages Thema sein."
Software Defined Industry bekommt mehr Raum
Und noch ein anderes Thema rückt in diesem Jahr auf der SPS in den Fokus: die Software Defined Industry. "Mit dem zunehmenden Einfluss von Software auf industrielle Wertschöpfungsprozesse gewinnt auch das Konzept einer Software Defined Industry an Bedeutung", berichtet die Mesago. Und Steffen Winkler unterstreicht: "Software wird zum funktionsbestimmenden und wettbewerbsbestimmenden Element." An die Stelle hardwarezentrierter Strukturen mit determinierten Prozessen rücken zunehmend agile softwarebasierte Architekturen. Produktionssysteme werden dadurch anpassungsfähiger, vernetzter und schneller skalierbar.
Einblicke in die Software Defined Industry gibt die SmartFactory-KL in der Software Defined Industry Area in Halle 6. Im Mittelpunkt steht die Modellfabrik: Mit Industriepartnern erprobte Lösungen und der Weg dorthin können anhand eines Produktionsprozesses auf der Messe erlebt werden. Verschiedene Formate laden außerdem zum Entdecken und Verstehen ein, wie zum Beispiel tägliche geführte Touren. Unternehmen zeigen konkrete Lösungen zum Thema an ihren jeweiligen Messeständen.
Branche muss Wandel begreifen und begleiten
Impulse sind wichtig für die gesamte Branche. S. Winkler verweist auf die angespannte Lage in den letzten Jahren. "2024 war sicherlich das schwärzeste Jahr für die Brachen. 2025 hatten wir ein Übergangsjahr und 2026 sehen wir Licht am Ende des Tunnels", erklärt er. Dabei sei die Lage keineswegs optimal. S. Winkler verweist auf die weiterhin schwierige geopolitische Lage, immer noch hohe Energiepreise usw. Mut zur Hoffnung machen ihm boomende Branchen, wie Data Center, Infrastruktur, Energietechnik oder Halbleiter. "Der Markt verändert sich strukturell: Der deutsche Markt wächst fast nicht, aber andere Märkte und auch andere Branchen schon. Wer profitieren möchte, muss den neuen Märkten und Branchen folgen", lautet seine Botschaft.
Als Chancen der Automatisierung formuliert er: "Die Automatisierung entwickelt sich derzeit rasant weiter: KI, softwarebasierte Lösungen und offene Systeme verändern die Industrie nachhaltig. Für Unternehmen stellt sich die Frage, welche Technologien industrietauglich sind und welchen messbaren Nutzen sie bringen. Als Leitmesse der Automatisierungsbranche bietet die SPS die ideale Plattform, um aktuelle Innovationen kennenzulernen und sich mit den wichtigsten Akteuren der Branche zu vernetzen.“
Weitere Highlights im Überblick
S. Schulz-Metzner verweist außerdem auf das Thema 5G Alliance for Connected Industries and Automation (5G-ACIA). Täglich wird es eine Guided Tour zu führenden Mitgliedsunternehmen, wie Siemens, Phoenix Contact, Fraunhofer und Ericsson geben. Ergänzt wird das Angebot durch die 5G-ACIA DemoWall mit technischen Lösungsansätzen und Einsatzszenarien aus der industriellen Praxis.
Angeklungen war bereits das Vortragsprogramm. Auf insgesamt vier Stages in den Messehallen, darunter die Technology Stage powered by VDMA/ZVEI in Halle 3, werden Branchenexperten aktuelle Entwicklungen, technologische Trends und konkrete Anwendungsbeispiele aus der industriellen Praxis diskutieren. Die Themen unter anderem: Industrial AI, Cybersecurity, industrielle Kommunikation, digitale Transformation und nachhaltige Produktionskonzepte.
Darüber hinaus verweist sie auf die Gemeinschaftsstände: In Halle 6 treffen auf der „Automation meets IT“ Area klassische Automatisierungswelten und moderne IT-Lösungen aufeinander. Weitere Gemeinschaftsstände umfassen die internationale Start-up Area sowie den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Gemeinschaftsstand „young INNOVATORS“. Zusammen schaffen sie eine Plattform für neue Geschäftsideen, technologische Impulse und den Austausch zwischen etablierten Marktteilnehmern und jungen Unternehmen.
Mit Formaten wie dem SPS Makeathon, unterstützt von ITQ, New Automation, der NürnbergMesse sowie engagierten Ausstellern, richtet sich die Messe auch 2026 gezielt an Nachwuchskräfte. Ergänzt wird das Angebot durch weitere Aktivitäten für Young Talents. Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende sowie Berufseinsteiger erhalten die Möglichkeit, moderne Automatisierungstechnologien kennenzulernen, praktische Erfahrungen zu sammeln und frühzeitig Kontakte in die Branche zu knüpfen.
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