Fehlerquellen schnell finden und beheben
Bezüglich strenger Traceability Anforderungen nimmt speziell in der Automobilindustrie der Druck ständig zu. Es muss sowohl bei den Zulieferern als auch bei den OEM nachvollziehbar sein, welchen Weg das Einzelteil durch die Produktion genommen hat, ob alle erforderlichen Schritte im Produktionsprozess durchlaufen wurden und ob die Rahmenbedingungen eingehalten wurden, wie etwa Plausibilisierung, Qualitätsmanagement oder die höhere Datengenauigkeit für Analysen. Ziel dabei ist die volle Transparenz vom Rohteil über den Produktonsprozess bis hin zum Endprodukt im Idealfall bis auf Einzelteilebene. Durch die Identifikation und Rückverfolgung der einzelnen Bauteile lassen sich Produkt und Prozessinformationen gut miteinander verknüpfen. Fehlerhafte Produkte sind somit schneller und zielgerichteter auffindbar. Fehlerquellen können zudem schneller identifiziert und Probleme besser behoben werden.
Möglich wird dies beispielsweise durch eine Logik innerhalb der produktionsoptimierenden Software, die Einzelteile in Produktionsaufträgen mit eindeutigen Serialnummern verknüpft und die im Produktionsprozess entstehenden Prozess sowie Plausibilisierungsdaten zum Einzelteil speichert. Die dafür verwendete Technologie spielt eine untergeordnete Rolle. Denkbare Optionen sind Barcode, Data Matrix Code (DMC) oder ein RFID-Chip. Im Fokus steht lediglich die eindeutige Identifizierbarkeit eines jeden Einzelteils.
Produktionsqualität auf neues Level heben
Wie wichtig Traceability gerade im Bereich Automotive ist, zeigt ein Blick auf die Statistik des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) zu Rückrufaktionen in den Jahren von 2017 bis 2021. Dort heißt es etwa. „Produktmängel können zu unterschiedlichen Gefährdungen führen. Die Rückrufmaßnahmen variieren daher in der Art der Durchführung. Liegt ein ernstes Risiko vor, ist der Rückruf meist das wirkungsvollste Mittel zum Schutz von Fahrzeughalterinnen und -haltern, unbeteiligten Verkehrsteilnehmern und der Öffentlichkeit.“ Innovative MES-Lösungen mit einer leistungsstarken Traceability Funktion können dieser Herausforderung sicher und effizient begegnen und so Rückrufe verhindern.
Auch hinsichtlich der Produktionsqualität kann das MES hier einen wichtigen Beitrag leisten. Konkreter Anwendungsfall: Prozessdaten aus einem Arbeitsgang werden erfasst, an das MES übermittelt und auf Basis der eindeutigen Zuordnung zum Werkstück mittels OPC-UA-Server an den nächsten Arbeitsplatz übergeben. Die dort nötigen Maschineneinstellungen orientieren sich an den zuvor erfassten Prozessdaten. Leichte Abweichungen können somit gegebenenfalls rechtzeitig korrigiert werden. Die Produktionsqualität wird damit auf ein neues Level gehoben. Zudem sind Schwellenwerte definierund kombinierbar. Eine ‚In-Ordnung‘ oder ‚Nicht-In-Ordnung‘-Qualifikation lässt sich somit bereits in einem frühen Fertigungsstadium durchführen und so gegebenenfalls der ein oder andere Rückruf verhindern.