Porträt Dr. Ralph Wiechers

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers (Quelle: VDMA)

„Dies lässt vermuten, dass sich hier die Ausbreitung der Pandemie zuerst in China und später dann auch in Europa bemerkbar macht“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Die volle Wucht der Krise wird sich im Maschinenbau aber erst in den nachfolgenden Berichtsmonaten zeigen“, ist er weiter überzeugt.

Wie der VDMA weiter verkündet, kamen aus dem Euro-Raum im März 14 % weniger Bestellungen, aus den Nicht-Euro-Ländern waren es 11 % weniger Aufträge. Mehrere VDMA-Umfragen unter seinen Mitgliedsfirmen haben ergeben, dass Schwierigkeiten in den Lieferketten konstant etwa die Hälfte der Betriebe belasten. Die Probleme auf der Nachfrageseite, also den Kundenaufträgen, haben dagegen deutlich zugenommen, hiervon berichten inzwischen drei von vier befragten Maschinenbaubetrieben.

Das gesamte erste Quartal 2020 weist im Maschinenbau dagegen nur einen Orderrückgang von real 2 % auf: Die Inlandsaufträge legten in dieser Periode sogar um 1 % zu, während die Auslandsbestellungen um 4 % zum Vorjahr sanken. „Zu Beginn des Jahres waren wir noch guter Hoffnung für einen besseren Jahresverlauf, das hatten die Frühindikatoren so angedeutet. Dann ist uns die Pandemie dazwischengekommen“, sagt Dr. R. Wiechers. Aus den Euro-Ländern kamen in den ersten drei Monaten 5 % weniger Bestellungen, der Auftragseingang aus den Nicht-Euro-Ländern sank um 3 %.

Im vergangenen Jahr hatte der Maschinenbau in Deutschland insgesamt bereits ein Auftragsminus von 9 % im Vergleich zum Vorjahr verbucht. Der Umsatz der Branche sank 2019 um real 2,8 % auf 228,7 Mrd. €, die Produktion ging um nominal 0,5 %auf 224 Mrd. € zurück. Weitere Branchenzahlen finden sich in der Broschüre Maschinenbau in Zahl und Bild 2020, die hier zum Herunterladen bereitsteht.
 

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