(Quelle: VDMA)
Bei der aktuellen Blitzumfrage gaben 18 % der Befragten an, dass sie für 2021 mit einer Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2019 rechnen. Mitte Juni waren es noch mehr als 30 %. „Zuletzt hat sich die konjunkturelle Dynamik im Maschinenbau wieder etwas abgeschwächt, ein „V“ scheint zunehmend unwahrscheinlich. Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.
Als entscheidenden Faktor für Ausmaß und Tempo der Erholung gilt der VDMA die Bereitschaft der Kunden an, wieder zu investieren und neue Projekte anzugehen – und zwar weltweit. „Seit Ende Mai ist der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen und Stornierungen zwar sukzessive von 45 % auf 28 % gesunken. Dennoch macht die anhaltende Auftragsflaute vielen Maschinen- und Anlagenbauern weiterhin zu schaffen“, sagt Dr. R. Wiechers. 80 % der Unternehmen erwarten nachfrageseitig auch in den nächsten drei Monaten keine Besserung. „Damit sind die Betriebe sogar etwas pessimistischer als Anfang Juli, als immerhin 26 % mit einer Aufhellung in den Folgemonaten rechneten“, ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt. Es gibt jedoch mit einem Anteil von 13 % auch einige Maschinen- und Anlagenbauer, die bislang weitgehend gut durch die Krise gekommen sind und voraussichtlich 2020 keine Umsatzrückgänge verbuchen werden.
Steigende Unsicherheit
Die wieder ansteigenden Infektionsraten führen nach Verbandsangaben zu wachsender Verunsicherung der Investoren. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmer sehen eine zweite Welle als größtes Abwärtsrisiko für die jüngst begonnene konjunkturelle Belebung. „Trotz steigender Infektionszahlen in vielen wichtigen Märkten muss es gelingen, flächendeckende Lockdowns unbedingt zu vermeiden. Statt eines erhofften Aufschwungs droht sonst eine Verschärfung der Krise. Die zügige Entwicklung eines Impfstoffs könnte zusätzlich für Entlastung sorgen“, so Dr. R. Wiechers.
Wie die Blitzumfrage zeigt, wirkt sich die große Unsicherheit auch negativ auf die eigene Investitionsbereitschaft der Maschinen- und Anlagenbauer aus: Im Vergleich zum Krisenjahr 2020 erwarten 37 % der Betriebe für 2021 nur geringe Investitionszuwächse von 0 % bis plus 10 %. Über 40 % der Unternehmen planen ihre gesamten Investitionen in Deutschland. „Kleine Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. € sehen dabei 82 % ihrer geplanten Investitionen in Deutschland vor, während Großunternehmen mit einem entsprechenden Umsatz von mehr als 1 Mrd. € 43 % ihrer Investitionen in Deutschland tätigen wollen“, erläutert Dr. R. Wiechers.
Fast jedes vierte Maschinen- und Anlagenbauunternehmen hat zudem einen weitergehenden Personalabbau in die Wege geleitet oder plant dies in absehbarer Zeit. „Die anhaltend schwache Geschäftslage zwingt viele Betriebe, sich vermehrt mit dem Thema Personalabbau zu beschäftigen. Neben Kurzarbeit (64 %) und Einstellungsstopps (62 %) planen etwa drei Viertel der angesprochenen Unternehmen einen Stellenabbau im Umfang von 5 % bis 15 % der Gesamtbelegschaft“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.