Grafische Darstellung eines Ergebnisses der VDMA-Blitzumfrage vom März 2023

Die VDMA-Blitzumfrage im März 2023 zeigt: Der Anteil an Unternehmen, die die Beeinträchtigung in vorgelagerten Lieferketten als gravierend einstufen, sinkt weiter (Quelle: VDMA)

Trotz der immer noch großen Zahl an Unsicherheiten blickt die Mehrheit der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau verhalten optimistisch auf das laufende Jahr. Zwar sind Produktion und Lieferfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland durch gestiegene Preise und angespannte Lieferketten weiter unter Druck, bei den Lieferketten scheint sich die Lage jedoch nach und nach aufzuhellen. Das zeigt eine Blitzumfrage des VDMA, an der 639 Mitgliedsunternehmen vom 21. bis 24. März teilnahmen.

„Zwar melden immer noch mehr als die Hälfte der Unternehmen merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten. Die Lage hat sich seit Mitte letzten Jahres jedoch Schritt für Schritt gebessert“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Außerdem erwarten nur noch 6 % der Unternehmen in den nächsten Monaten eine Verschlechterung der Versorgungssituation, jedes vierte Unternehmen hingegen stellt sich ein auf eine verbesserte Versorgungslage ein. „Die Belieferung mit Elektronikkomponenten bleibt jedoch herausfordernd. Fast jedes dritte Unternehmen meldet hier gravierende Engpässe“, ergänzt Dr. R. Wiechers.

Die verbesserte Versorgungslage schlägt sich laut VDMA positiv in den Produktions- und Umsatzerwartungen nieder. Rund 70 % der Unternehmen erwarten trotz nach wie vor vielfältiger Herausforderungen und hoher Risiken im laufenden Jahr ein nominales Umsatzwachstum.

Fachkräftemangel als größte Herausforderung eingestuft

In Anbetracht gut ausgelasteter Kapazitäten und positiver Geschäftserwartungen möchten laut VDMA-Umfrage 60 % der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau im laufenden Jahr die Stammbelegschaften ausweiten. Der geplante Beschäftigtenaufbau gestaltet sich aufgrund des Fachkräftemangels jedoch schwierig. Drei von vier Unternehmen melden merkliche oder gravierende Engpässe bei den Fachkräften.

„Wir haben es hier – nicht nur im Maschinenbau und nicht nur in Europa – mit einem tiefgreifenden strukturellen Wandel zu tun, der ein hohes Maß an Flexibilität und einen effizienten Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordert”, sagt Dr. R. Wiechers. Denn dass sich diese Engpässe in absehbarer Zeit entschärfen, erwarten die wenigsten. Mehr noch: Das Thema „Fachkräftemangel/Demografie“ wird unter neun zentralen Herausforderungen des Maschinen- und Anlagenbaus der kommenden Jahre als die größte eingestuft.

Energiepreisbremsen werden nur teilweise genutzt

Entspannter und vor allem verlässlicher gestaltet sich nach Angeben den Verbands  inzwischen auch die Versorgung der Firmen im Maschinen- und Anlagenbau mit Energie. Rund zwei Drittel der Unternehmen haben einen Festpreisvertrag für Strom und 70 % für Gas. Eine nicht unerhebliche Zahl der Unternehmen ist aber weiterhin am Spotmarkt aktiv, weil sie keinen Festpreisvertrag von ihrem Versorger erhalten. „Die Gasversorgung stellen 15 % der Unternehmen über den Spotmarkt sicher, teilweise weil sie keine Alternative zum Spotmarkt sehen oder sogar freiwillig dort agieren. Beim Strom sind es sogar 23 % der Unternehmen“, sagt Dr. R. Wiechers.

Rund die Hälfte der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau nimmt die Energiepreisbremsen in Anspruch. Etwa jedes vierte Unternehmen kann darauf verzichten, weil es einen günstigeren Vertragspreis hat. „Immerhin jedes zehnte Unternehmen verzichtet bewusst darauf, die Energiepreisbremsen in Anspruch zu nehmen. Und fast 15 % der Befragten haben schlichtweg noch keine Entscheidung getroffen“, resümiert Dr. R. Wiechers.

 

VDMA (ih)

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