Grafik VDMA-Blitzumfrage 3

(Quelle: VDMA)

„Insgesamt melden 45 % der Unternehmen merkliche, 32 % der Befragten sogar gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. Die Lieferketten stehen aber ebenfalls weiter unter starkem Druck“, berichtet VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Das Epizentrum der Störungen liege weiterhin in Europa. Mehr als 90 % der Maschinenbauer gaben jeweils angebots- beziehungsweise nachfrageseitige Störungen aus Europa an. Nachfrageseitig kommt es auch zu Ausfällen aus den USA (47 %). In China scheint sich die Lage dagegen zu stabilisieren.

Mehr als drei Viertel der Unternehmen sehen für die nächsten drei Monate noch keine Entspannung der gestörten Lieferketten, 28 % erwarten sogar, dass sich die Lage verschlechtert. Die Entwicklung der Auftragslage sehen die meisten Befragten noch kritischer: Nachfrageseitig erwarten 43 % eine Verschärfung der Situation. Mit Blick auf die erwarteten Umsätze hat sich die Einschätzung der Unternehmen nicht wesentlich geändert: Ähnlich wie im März gehen etwa 60 % der Firmen von Umsatzrückgängen zwischen 10 % und 30 % für das Gesamtjahr 2020 aus.

Große Unternehmen nutzen Kapazitätsanpassung

An der dritten VDMA-Blitzumfrage zu den Corona-Folgen beteiligten sich insgesamt 790 Firmen aus dem Maschinenbau. Der Anteil der Unternehmen, die Kapazitätsanpassungen durchführen, ist in den letzten drei Wochen von 75 % auf 83 % angestiegen. „Immer mehr Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit und veranlassen Produktionsstopps und Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft. Dabei nutzen große Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. € Jahresumsatz diese Instrumente zur Kapazitätsanpassung häufiger als mittelständische Unternehmen“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.

Sollte es in absehbarer Zeit zu einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommen, erwarten je ein Drittel der Unternehmen, dass sie ein  bis drei Monate beziehungsweise drei bis sechs Monate für eine Rückkehr zur Normalauslastung benötigen. Mehr als 20 % der befragten Firmen rechnen sogar mit sechs bis zwölf Monaten für diesen Schritt.

VDMA (ih)

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