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VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt (Quelle: VDMA)

Rund 28 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut oder gut. Knapp ein Viertel schätzt die Lage dagegen als schlecht oder sehr schlecht ein. Damit liegt der Saldo wieder leicht im positiven Bereich, nachdem er in der VDMA-Umfrage im März noch leicht negativ ausgefallen war. Auch der Blick nach vorn bleibt verhalten: Etwa 25 % der Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 11 % erwarten eine Verschlechterung. Die Mehrheit stellt sich auf eine weitgehend unveränderte Entwicklung ein.

Auch bei den Umsatzerwartungen ist noch keine klare Trendwende erkennbar. Für das laufende Jahr sind die Erwartungen trotz der etwas besseren Lageeinschätzung leicht gesunken. Im Mittel gehen die Unternehmen aber weiterhin von einem moderaten nominalen Umsatzwachstum aus. Für 2027 fallen die Einschätzungen etwas optimistischer aus, bleiben aufgrund der hohen Unsicherheit jedoch breit gestreut.

„Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau hat sich zwar etwas aufgehellt. Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit aber wieder erhöht und die globale Konjunktur zusätzlich abgekühlt“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.

USA weiterhin positiv bewertet, Deutschland bleibt Schwachpunkt

Die großen Absatzmärkte werden von den Unternehmen weiterhin sehr unterschiedlich eingeschätzt. Nordamerika und damit vor allem die USA schneiden unter den großen Märkten am besten ab. Knapp 39 % der Unternehmen berichten dort von einer guten oder sehr guten Geschäftslage.

China zeigt dagegen ein gemischtes Bild. 24 % der Unternehmen bewerten die Geschäftslage positiv, 35 % dagegen negativ. Der deutsche Binnenmarkt bleibt aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus der schwächste große Absatzmarkt. Knapp 35 % der Unternehmen beurteilen die Geschäftslage in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht, während nur knapp 20 % von einer guten oder sehr guten Lage sprechen.

"Für die kommenden sechs Monate überwiegt in Deutschland zwar leicht die Zahl der Unternehmen, die mit einer Verbesserung rechnen. Der Großteil erwartet jedoch zunächst eine Fortsetzung der durchwachsenen Lage. Die EU wird dagegen als stabilerer Absatzmarkt wahrgenommen, auch wenn von einer ausgeprägten Dynamik weiterhin nicht gesprochen werden kann", berichten die VDMA-Experten.

Lieferketten: Engpässe vor allem bei Elektronikkomponenten

Weiter berichtet der VDMA in seiner Meldung: Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs wirkt sich inzwischen auch auf die Lieferketten des Maschinen- und Anlagenbaus aus. Betroffen sind vor allem Vorprodukte aus den Bereichen Metalle, Kunststoffe und Chemie sowie Elektronikkomponenten.

Bei Metallen sowie Kunststoff- und Gummiprodukten berichten jeweils rund 10 % der Unternehmen von merklichen oder gravierenden Lieferengpässen. Deutlich stärker fallen die Einschränkungen bei Elektronikkomponenten aus: Hier meldet gut jedes fünfte Unternehmen entsprechende Engpässe.

Beschäftigung und Kapazitätsauslastung bleiben angespannt

Die Personalsituation in den Unternehmen bleibt schwierig. Als Gründe werden die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase sowie demografische Entwicklungen angegeben. Weiterhin planen mehr Unternehmen einen Abbau als einen Aufbau ihrer Stammbelegschaft. Zudem werden weniger offene Stellen erwartet.

Die Kapazitätsauslastung hat sich im zweiten Quartal zwar leicht verbessert, bleibt insgesamt aber schwach. Der Anteil der Unternehmen mit einer Auslastung von weniger als 70 % ist leicht auf rund 17 % gesunken. Etwa 32 % der Unternehmen berichten von einer Auslastung zwischen 80 % und 90 %.

„Kunden zögern mit Investitionen, weil die Unsicherheit hoch bleibt und sich Kosten, Regulierung und internationaler Wettbewerbsdruck gegenseitig verstärken“, so Dr. J. Gernandt. Gerade der Mittelstand brauche nun verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Kosten und faire Wettbewerbsbedingungen, „damit aus vorsichtiger Planung wieder konkrete Aufträge werden.“

VDMA (ih)

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