Dr. Ralph Wiechers, VDMA-Chefvolkswirt (Quelle: VDMA)
Als eine vergleichsweise positivere Entwicklung bezeichnet der VDMA den Auftragseingang aus den Euro-Ländern, der im Juni lediglich um 2 % rückläufig war. Dafür gingen die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Länder um 19 % zurück. „Damit ist die Bilanz für das erste Halbjahr eindeutig negativ. Zahlreiche Unternehmen zehren zwar noch von hohen Auftragsbeständen, bei den Neubestellungen wird die Luft aber langsam eng. Eine Trendwende ist bisher nicht in Sicht“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.
Für das erste Halbjahr 2023 resultierte unterm Strich ein Rückgang der Auftragseingänge um real 14 % im Vergleich zum Vorjahr. Von Januar bis einschließlich Juni sanken die Inlandsorders nach Verbandsangaben um 11 %, aus dem Ausland kamen 15 % weniger Bestellungen (Euro-Länder: minus 16 %, Nicht-Euro-Länder: minus 15 %). „Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die zögerliche Investitionsneigung in praktisch allen Absatzregionen nun voll zu spüren. Die Ursachen sind vielfältig. Die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation machen sich bemerkbar. Ebenso die Unsicherheiten angesichts geopolitisch harter Auseinandersetzungen. Und natürlich auch die Neujustierung der Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle infolge der Transformation. Alles in allem ein ungesunder Mix vielfältiger Belastungen, die Schritt für Schritt abgebaut werden müssen, bevor es deutlich aufwärts gehen kann“, resümiert der VDMA-Chefvolkswirt.