Grafische Darstellung des ZVEI der Bestellungen in der deutsche Elektro- und Digitalindustrie

Der Auftragseingang der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich 2021 deutlich verbessert. Für das Gesamtjahr liegt der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr bei 23,9 % (Quelle: ZVEI)

„Dieser nochmals deutliche Anstieg ist dabei nicht zuletzt auch einigen Großaufträgen zu verdanken“, kommentierte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann die Dezember-Zahlen. Die Inlandsorders erhöhten sich im Dezember um 42,0 %, die Auslandsorders um 27,6 %. Aus dem Euroraum gingen 19,8 % mehr Aufträge ein als im Vorjahr. Kunden aus Drittländern steigerten ihre Bestellungen um 32,0 %.

Insgesamt verbuchte die Branche 2021 ein Bestellplus von 23,9 %. Während Kunden aus der Eurozone ihre Orders im vergangenen Jahr um 23,1 % heraufsetzten, legten die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 29,2 % zu.

Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter lag laut ZVEI im Dezember 3,4 % über Vorjahr. Insgesamt wuchs sie im vergangenen Jahr um 8,8 % und machte damit den 2020er Verlust (-6 %) mehr als wett. „Für 2022 rechnet der ZVEI mit einem realen Produktionswachstum von vier Prozent“, so Dr. A. Gontermann.

Die Erlöse im Dezember und im Gesamtjahr 2021

Die Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie kamen im Dezember 2021 auf 18,1 Mrd. € – ein Plus von 8,5 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Der Inlandsumsatz stieg um 12,6 % auf 8,7 Mrd. € und der Auslandsumsatz um 5,1 % auf 9,4 Mrd. €. Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum nahmen hier um 1,2 % auf 3,1 Mrd. € zu, wohingegen der Umsatz mit Drittländern um 7,0 % auf 6,3 Mrd. € wachsen konnte.

Für 2021 insgesamt verzeichneten die aggregierten Branchenerlöse damit ein Plus von 9,7 % und erreichten den Rekordwert von 199,5 Mrd. €. Dabei lagen die Geschäfte mit ausländischen Kunden (+10,5 % auf 105,7 Mrd. €) um 12 Mrd. € höher als die mit Partnern aus dem Inland (+8,9 % auf 93,8 Mrd. €). Mit der Eurozone wurden im vergangenen Jahr 37,7 Mrd. € erlöst – ein Zuwachs von 8,3 %. Der Umsatz mit Kunden aus Drittländern kam auf 68,0 Mrd. € und lag damit 11,7 % höher als im Jahr 2020.

Ausblick und  Geschäftsklima

Mit 88,5 %  war die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des ersten Quartals 2022 genauso hoch wie am Anfang des vierten Quartals 2021 (damals 88,4 %). Die Auftragsreichweite ist leicht von 5,4 auf 4,8 (Produktions-)Monate zurückgegangen, bleibt damit aber historisch hoch.

Die Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie haben ihre Produktionspläne im Januar dieses Jahres nur leicht heraufgesetzt. „Allerdings erschweren Versorgungsengpässe weiterhin deren Umsetzung“, sagte Dr. A. Gontermann. „Während zuletzt nur acht Prozent der Firmen über unzureichende Aufträge berichteten, belasten Materialknappheiten und Fachkräftemangel 88 % bzw. 41 % der Branchenunternehmen.“

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist nach ZVEI-Angaben auch zu Jahresbeginn gestiegen: Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen im Januar 2022 nochmals deutlich besser aus als im Vormonat. Die Exporterwartungen waren im Januar ebenfalls freundlicher. Hier stieg der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mit mehr bzw. weniger Ausfuhren rechnen, gegenüber dem Vormonat um ganze acht auf plus 25 Zähler.

ZVEI (ih)

Ähnliche Beiträge