Grafik Auftraseingang deutsche Elektroindustrie Februar 2020

(Quelle: ZVEI)

Während Kunden aus dem Euroraum im Februar 4,5 % weniger orderten als im gleichen Vorjahresmonat, gab es bei den Aufträgen aus Drittländern einen Anstieg um 4,9 %. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lagen die Bestellungen insgesamt 3,4 % unter Vorjahr. Hier gaben die Inlandsaufträge (-6,7 %) stärker nach als die Auslandsorders (-0,7 %). Aus der Eurozone gingen von Januar bis Februar 3,1 % weniger neue Bestellungen ein als vor einem Jahr, aus Drittländern dagegen 0,8 % mehr.

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion lag im Februar 2020 auf Vorjahresniveau (+0,1 %). Auch von Januar bis Februar kam sie nicht darüber hinaus (+/-0,0 %).
Mit 14,8 Mrd. € traten die Erlöse der heimischen Elektrobranche im Februar 2020 mehr oder weniger auf der Stelle (-0,2 % gegenüber Vorjahr). Allerdings standen sich hier ein Rückgang des Inlandsumsatzes um 3,1 % auf 6,9 Mrd. € und ein Anstieg des Auslandsumsatzes um 2,5 % auf 7,9 Mrd. € gegenüber. Die Erlöse aus Geschäften mit dem Euroraum kamen im Februar auf 2,9 Mrd. €  (+1,2 %) und die mit Partnern aus Drittländern auf 5 Mrd. € (+3,2 %).

Kumuliert von Januar bis Februar dieses Jahres belief sich der aggregierte Umsatz auf 29,4 Mrd. €, womit er um 1,8 % niedriger lag als vor einem Jahr. Die Inlandserlöse gaben um 3,6 % auf 13,9 Mrd. € nach, die Auslandserlöse stagnierten bei 15,5  Mrd. €
(-0,1 %). Der Umsatz aus Geschäften mit der Eurozone war dabei 5,8 Mrd. € hoch (-0,5 %). Die Erlöse mit Drittländern verharrten bei 9,7 Mrd. € (+/-0,0 %).

„Allerdings sind diese Zahlen noch so gut wie unberührt von der Corona-Pandemie“, erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Frühestens mit den Daten zum Berichtsmonat März, mitunter auch erst in den Werten für April, werden sich die Auswirkungen der Krise auch in den harten Fakten zeigen.“

Stimmung trübt sich ein

Der Branchenverband verweist auf mehrere Klimaindikatoren, die schon jetzt für die ersten März-Wochen vorliegen und auf eine rapide nachlassende Stimmung in der Branche hinweisen. Hier wurden die Produktionspläne abwärts revidiert: Der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mehr respektive weniger herstellen wollten, fiel von +9 auf -12 Prozentpunkte.

Die Beschäftigungspläne wurden ebenfalls nach unten korrigiert. So überstieg der Anteil derjenigen Firmen, die Beschäftigung abbauen wollen, den Anteil der Unternehmen, die noch einen Aufbau planen, um mehr als elf Prozentpunkte. 28 % der Elektrofirmen planten schon in der ersten März-Hälfte mit Kurzarbeit. Die Zahl der angezeigten Kurzarbeiter ist bereits von unter 5.000 im Februar auf knapp 18.000 Anfang März gestiegen. „In nächster Zeit dürfte sich der Anstieg entschieden weiter beschleunigen“, so Dr. A. Gontermann. „Zur Erinnerung: In der Finanzkrise waren zeitweise mehr als 170.000 Branchenbeschäftigte in Kurzarbeit.“

Auch das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie sank bis Mitte März. Dabei verschlechterte sich sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen. „Vor allem letztere brachen stark ein. Bereits 43 % der Firmen gingen von rückläufigen Geschäften in den nächsten sechs Monaten aus“, sagte Dr. A. Gontermann. Der Saldo aus positiven und negativen Exporterwartungen sei in den ersten März-Wochen um 23 Zähler zurückgegangen und läge jetzt bei minus 14 Prozentpunkten – nach plus neun im Februar.

 

ZVEI (ih)

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