Die Auftragseingänge der deutschen Elektro- und Digitalindustrie gaben im April preisbereinigt den vierten Monat in Folge nach (Quelle: ZVEI)
„Auch im April 2023 waren die wertmäßigen Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie etwas rückläufig“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Nach einem ersten Rückgang im März verfehlten sie ihren Vorjahreswert zuletzt um 4,1 %. Real, also preisbereinigt, gaben sie im April bereits den vierten Monat in Folge nach.“ Kunden aus der Eurozone bestellten 8,7 % und Partner aus Drittländern 20,5 % weniger als im Vorjahr.
In den gesamten ersten vier Monaten dieses Jahres gingen die Auftragseingänge laut ZVEI um 0,8 % gegenüber Vorjahr zurück. Hier erhöhte sich der Wert der Inlandsaufträge um 6,0 %, wohingegen die ausländischen Kunden ihre Bestellungen um 5,9 % zurückfuhren. Die Orders aus dem Euroraum fielen zwischen Januar und April um 6,9 %, die aus Drittländern um 5,4 %.
Produktion und Umsatz
Die reale Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland legte im April 2023 um 2,0 % gegenüber Vorjahr zu. In den zusammengenommenen ersten vier Monaten lag sie damit 5,8 % im Plus. „Unterdessen konnte der Output-Zuwachs für das zurückliegende Jahr 2022 nachträglich aufwärts revidiert werden, und zwar von plus 3,5 % auf plus 3,7 %“, so Dr. A. Gontermann.
Mit 18,0 Mrd. € fielen die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie nach Angaben des Branchenverbands im April 2023 um 10,3 % höher aus als im Vorjahr. Der Inlandsumsatz wuchs um 12,0 % auf 8,7 Mrd. €, der Auslandsumsatz um 9,0 % auf 9,3 Mrd. €. Im Geschäft mit Kunden aus der Eurozone stellte sich dabei im April ein Plus von 9,4 % auf 3,4 Mrd. € ein. Die Erlöse mit Partnern aus Drittländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums stiegen um 8,6 % auf 5,9 Mrd. €.
Kumuliert von Januar bis April belief sich der aggregierte Branchenumsatz laut ZVEI auf 79,1 Mrd. €, womit er um 14,8 % über seinen entsprechenden Vorjahreswert hinauskam. Hierbei stiegen die Inlandserlöse um 17,8 % auf 38,4 Mrd. € und die Auslandserlöse um 12,3 % auf 40,7 Mrd. €. Mit Geschäftspartnern aus dem Euroraum wurde in den ersten vier Monaten ein Umsatz von 14,7 Mrd. € erzielt (+10,6 %). Die Erlöse mit Kunden aus Drittländern nahmen um 13,3 % auf 26,0 Mrd. € zu.
Beschäftigung und Geschäftsklima
Ende des ersten Quartals 2023 zählte die Branche 906.000 Beschäftigte im Inland –3,3 % mehr als ein Jahr zuvor. „Zuletzt hatte die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor mehr als einem Vierteljahrhundert über 900.000 gelegen“, sagte Dr. A. Gontermann.
Nach dem Rückgang im April hat das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie auch im Mai 2023 spürbar nachgegeben: Sowohl die Lagebeurteilung als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen erneut ungünstiger aus. Unterm Strich bleibt das Vorzeichen des Klimawerts aber noch positiv.