Grafische Darstellung der größten Hemmnisse für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie in den letzten Jahren (Quelle: ZVEI)
Das Plus von 6,9 % bei den Bestellungen in der deutsche Elektro- und Digitalindustrie teilt sich auf in 9,4 % mehr Aufträge aus dem Inland und 4,8 % aus dem Ausland. Während Kunden aus dem Euroraum ihre Orders um ein Fünftel (19,4 %) erhöhten, gingen die Bestellungen aus Drittländern um 2,4 % zurück.
Für das gesamten vergangenen Jahr weist der ZVEI für seine Branche ein Wachstum um 10,0 % aus. Dabei zog der Wert der Inlandsorders um 9,0 % und der der Auslandsbestellungen um 10,8 %. Die Orders aus der Eurozone wuchsen um 16,1 %, wohingegen das Plus bei den Aufträgen aus dem nicht zum gemeinsamen Währungsraum gehörenden Ausland mit 8,1 % nur halb so hoch ausfiel.
Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter hat laut ZVEI ihr Vorjahresniveau im Dezember 2022 um 2,0 % übertroffen. Im gesamten vergangenen Jahr erzielte sie damit – vorbehaltlich späterer Revisionen durch Destatis – ein Plus von 3,4 %.
Die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie summierten sich im Dezember 2022 auf 20,8 Mrd. € – ein Zuwachs von 12,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Inlandsumsatz rückte um 15,3 % auf 10,2 Mrd. € vor, der Auslandsumsatz um 10,5 % auf 10,6 Mrd. €. Dabei entwickelten sich die Geschäfte mit Kunden aus dem Euroraum (+11,0 % auf 3,5 Mrd. €) und Drittländern (+10,2 % auf 7,1 Mrd. €) ähnlich.
„Im gesamten vergangenen Jahr belief sich der aggregierte Branchenumsatz damit auf einen neuen Rekordwert von 224,6 Mrd. €“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Dabei wurde das Vorjahreslevel um 12,0 % übertroffen.“ 107,3 Mrd. € (+ 14,2 %) wurden mit inländischen Kunden erlöst, 117,3 Mrd. € (+ 10,1 %) mit ausländischen. Die Geschäfte mit der Eurozone konnten letztes Jahr um 8,2 % auf 41,7 Mrd. € gesteigert werden. Schließlich wurden mit Partnern aus Drittländern 75,6 Mrd. € umgesetzt – ein Plus von 11,2 %.
Während die branchenweite Kapazitätsauslastung zu Beginn des ersten Quartals 2023 mit 87,9 % nur leicht niedriger lag als drei Monate zuvor (88,2 %), erhöhte sich die Auftragsreichweite wieder von 5,2 auf 5,6 Monate. „Versorgungsengpässe bleiben das größte Produktionshemmnis“, so Dr. A. Gontermann. „Immerhin fiel der Anteil betroffener Firmen zuletzt aber um ganze zehn Prozentpunkte auf 68 %. Der Hälfte der Unternehmen (49 %) macht weiterhin der Fachkräftemangel zu schaffen. 18 % der Elektrofirmen berichten über zu wenig Aufträge. Vor einem Vierteljahr waren es erst 15 %.“