Entwicklung des Auftragseingangs in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie von Januar bis Dezember 2025. (Quelle: ZVEI)
"Es war schlussendlich der Monat mit dem stärksten Auftragsschub im vergangenen Jahr“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. ”Dabei kamen die Impulse gleichermaßen aus dem Inland wie dem Ausland.” Kunden aus der Eurozone erhöhten ihre Bestellungen im Dezember um 9,7 %. Aus Drittländern gingen 21,0 % mehr Orders ein.
Für das Gesamtjahr 2025 weist der ZVEI damit ein Bestellzuwachs von 6,0 % aus. Hier gingen die Entwicklungen der Inlands- und Auslandsaufträge allerdings noch stärker auseinander: Erstere legten nur leicht um 0,8 % zu, letztere deutlich kräftiger um 10,2 %.
Die Auftragseingänge aus dem Euroraum lagen laut dem Branchenverband 2025 um 8,8 % höher als 2024. Bei den Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums belief sich der Zuwachs auf 11,0 %.
"Die reale Produktion der deutschen Elektro- und Digitalindustrie wuchs im Dezember 2025 um 1,5 % gegenüber Vorjahr. Im vergangenen Jahr war sie insgesamt leicht rückläufig (-0,4 %, vorbehaltlich späterer Revisionen)", berichten die Experten.
„Für das laufende Jahr erwartet der ZVEI wieder einen Produktionsanstieg um 2 %“, sagt Dr. A. Gontermann.
Die Umsatzentwicklung
Weiter berichtet der ZVEI, dass der nominale Umsatz in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Dezember 2025 um 5,3 % zulegen konnte: Der Inlandsumsatz gab um 0,7 % nach und der Auslandsumsatz wuchs um 10,6 %. "Auch innerhalb des Auslandsgeschäfts gab es im Dezember eine unterschiedliche Entwicklung: Die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone wuchsen deutlich stärker (+17,8 %) als jene mit Partnern aus Drittländern (+7,1 %)" wird weiter berichtet.
Der aggregierte Branchenumsatz im Gesamtjahr 2025 wird mit 224,5 Mrd. € angegeben (vorläufig) und lag damit 2,0 % über dem Wert aus 2024.
Weiter wird berichtet:
Das letztjährige Inlandsgeschäft bewegte sich mit 105, 4 Mrd. € seitwärts (+0,1 %). Die Erlöse mit ausländischen Kunden konnten dagegen um 3,7 % auf 119,1 Mrd. € gesteigert werden.
Mit Ländern aus dem gemeinsamen Währungsraum wurden im vergangenen Jahr 46,8 Mrd. € umgesetzt (+6,5 %), und im Geschäft mit Ländern außerhalb der Eurozone waren es 72,3 Mrd. € (+2,2 %).
Die branchenweite Kapazitätsauslastung hat sich mit Beginn dieses Jahres um weitere zwei Prozentpunkte auf jetzt 80,4 % der betriebsüblichen Vollauslastung erhöht. Auch die Reichweite der Auftragsbestände liegt mit 4,0 Produktionsmonaten leicht höher als noch vor einem Vierteljahr.
"Sowohl die Produktions- als auch die Beschäftigungspläne wurden Anfang des ersten Quartals raufgesetzt. Was die laufenden Produktionshemmnisse anbelangt, hat sich kaum etwas verändert: 40 % der Elektrounternehmen leiden unter Auftragsmangel. Fachkräftemangel (14 %) oder Materialknappheit (11 %) rangieren erst weit danach", geben die Experten an.
Geschäftsklima hellt sich auf
Das Geschäftsklima hat sich in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie zu Jahresbeginn deutlich aufgehellt. “Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen im Januar 2026 wesentlich besser aus als noch im Dezember”, sagte Dr. A. Gontermann. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate drehten per Saldo klar ins Plus. Auch die spezifischeren Exporterwartungen sind zuletzt gestiegen.