Entwicklung der Orderzahlen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie seit 2023. (Quelle: ZVEI)
„Dieses jüngste Auftragsplus war das stärkste seit zwei Jahren“, kommentiert ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann die Mai-Zahlen. „Es ging diesmal vor allem auf eine kräftig gestiegene Auslandsnachfrage aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums zurück.“
Für den insgesamt aussagekräftigeren Gesamtzeitraum der ersten fünf Monate dieses Jahres weist der ZVEI ein Plus bei den Auftragseingängen von 8,7 % gegenüber der gleichen Vorjahresperiode aus: Die Inlandsaufträge stiegen um 1,0 %, die Auslandsbestellungen nahmen um 14,9 % zu. Aus dem Euroraum gingen zwischen Januar und Mai 9,5 % mehr Orders ein als vor Jahresfrist, aus Drittländern 17,8 %.
Weiter wird berichtet, dass die preisbereinigte Elektroproduktion in Deutschland im Mai um 5,4 % niedriger ausgefallen ist als vor einem Jahr. “Mit nur 18 Arbeitstagen kam der Monat jedoch auch auf ganze zwei weniger als der Mai 2025”, ordnete Dr. A. Gontermann ein. “Das sind zehn Prozent weniger.” Von Januar bis Mai habe der Branchenoutput sein Vorjahreslevel um 1,1 % verfehlt.
Nach Angaben des Branchenverbands haben die heimischen Elektrounternehmen ihre Produktionspläne im Juni weiter heraufgesetzt. "Der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten hoch- bzw. zurückfahren wollen, erhöhte sich hier von plus elf auf plus 14 Prozentpunkte. Die nominalen Erlöse der heimischen Elektroindustrie stiegen im Mai um 0,8 % gegenüber Vorjahr auf 17,9 Mrd. €. Dabei gaben die Inlandsgeschäfte um 1,9 % nach, wohingegen der Auslandsumsatz um 3,1 % zulegen konnte. Sowohl die Geschäfte mit der Eurozone (+5,5 %) als auch jene mit Drittländern (+1,7 %) kamen im Mai voran – erstere zügiger als letztere", wird berichtet.
In den gesamten ersten fünf Monaten dieses Jahres erhöhten sich die aggregierten Branchenerlöse laut ZVEI um 3,5 % gegenüber Vorjahr auf 93,7 Mrd. €: Der Inlandsumsatz legte hier um 4,5 % auf 44,1 Mrd. € zu, der Auslandsumsatz um 2,7 % auf 49,6 Mrd. €. Aus dem Euroraum (+3,6 %) kamen mehr Impulse als aus dem Nicht-Euroraum (+2,1 %).
„Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im Juni unterm Strich kaum bewegt“, sagte Dr. A. Gontermann. „Zwar bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas zurückhaltender als noch im Mai. Gleichzeitig haben sich ihre allgemeinen Geschäftserwartungen aber aufgehellt und sind wieder leicht ins Plus gedreht.“ Zudem seien die spezifischeren Exporterwartungen im Juni sogar steil angestiegen. So stieg der Saldo aus Unternehmen, die in den nächsten drei Monaten mit anziehenden beziehungsweise nachlassenden Lieferungen ins Ausland kalkulieren, von plus acht auf plus 15 Zähler.
865.500 Beschäftigte waren Ende April in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig. Das sind 1,5 % weniger als vor einem Jahr. 13.500 arbeiten kurz.